Basketball
: Red Cocks verpassen den Aufstieg

Die Babelsberger, lautstark unterstützt durch ihre mitgereisten Anhänger, bestimmten von Beginn an das Tempo.
Von
Hubertus Rößler
Frankfurt
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  • Knappe Angelegenheit: Frankfurts Bartosz Dreczkowski (l.) und Konrad Jelski besiegten im Halbfinale den SV Woltersdorf knapp mit 69:66.

    Knappe Angelegenheit: Frankfurts Bartosz Dreczkowski (l.) und Konrad Jelski besiegten im Halbfinale den SV Woltersdorf knapp mit 69:66.

    michael benk
  • Urkunde statt Pokal: Frankfurts Spielertrainer Arkadiusz Sowa erhält Glückwünsche von SSB-Präsidentin Gudrun Frey, Red-Cocks-Manager Stephan Bandke und OB René Wilke (v.l.).

    Urkunde statt Pokal: Frankfurts Spielertrainer Arkadiusz Sowa erhält Glückwünsche von SSB-Präsidentin Gudrun Frey, Red-Cocks-Manager Stephan Bandke und OB René Wilke (v.l.).

    Hubertus Rößler
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Zwar stand nach dem Ende des Finals ein 97:52 für die Heim–Mannschaft auf der Anzeigetafel, doch Jubel gab es am späten Sonntagnachmittag nur bei den Babelsbergern. Der Grund: Die elektronische Anzeige hatte ausgerechnet vor dem letzten Spiel der Saison ihren Geist aufgegeben, daher stand noch das Ergebnis des klaren Babelsberger Sieges im Halbfinale gegen den Oranienburger BV II angeschlagen. So mussten sich Spieler und Verantwortliche durch fleißiges Mitzählen über den Spielstand auf dem Laufenden halten, viele Zuschauer wussten gar nicht, wie es steht. „Das ist natürlich ärgerlich, aber nicht zu ändern. Die Technik ist schon in die Jahre gekommen“, sagte Stephan Bandke, Präsident der Red–Cocks. „Und in der Oberliga bräuchten wir sowieso eine neue Anzeige — also daran soll der Aufstieg nicht scheitern.“

Dass es am Ende damit nichts wurde, lag an zwei Dingen: Zum Einen lieferten die Gäste aus dem Potsdamer Stadtteil eine starke Partie ab und zeigten sich sehr treffsicher, auf der anderen Seite schafften es die Frankfurter nicht, an ihre erfolgreiche Saison anzuknüpfen und verwarfen reihenweise einfache Bälle. „Babelsberg war heute einfach besser vorbereitet. Sie hatten außerdem neben der Starting Five eine gleich starke Bank. Und wir haben schnell den Faden verloren“, sagte Frankfurts Spielertrainer Arkadiusz Sowa.

Für seine Mannschaft umso bitterer: Von den 16 Saisonspielen hatte sie zuvor nur eines verloren — mit zwei Punkten äußerst knapp eben gegen Babelsberg. Die Gäste hatten sich zudem im Januar verstärkt, unter anderem stand ihr neuer Trainer Kai Buchmann schon in der Bundesliga an der Seitenlinie. Dennoch gingen die Frankfurter, die als Erster der Landesliga–Abschlusstabelle das Final Four austragen durften, zunächst in Führung. Doch nach dem 16:10 nach fünf Minuten bestimmten die Babelsberger, lautstark unterstützt durch ihre mitgereisten Anhänger, das Tempo und drehten nach zehn Minuten das Ergebnis in ein 26:18 aus ihrer Sicht. Auch in  den weiteren Vierteln hatten die Gäste durchgängig die Nase vorn. Zugute kam ihnen auch, dass sie mit insgesamt zwölf Spielern komplett durchwechseln und sich so ihre Kräfte gut einteilen konnten. Die Red Cocks zeigten zwar phasenweise guten Basketball, versäumten es aber, konstant zu punkten.

„Für uns ist natürlich bitter, dass die ganze Saison mit so einem Spiel vorbei ist. Wir wollten unbedingt aufsteigen“, sagte Sowa. Wie es mit der Mannschaft weitergeht, sei noch offen. „Wir müssen Gespräche führen, ob das Team zusammenbleibt. Vier Spieler kommen ja jedes Mal aus Gorzow, da es in Lubuskie außer in Zielona Gora keine Basketballvereine gibt“, erklärte der Pole. Immerhin gibt es vom Brandenburgischen Landesverband das Signal, dass ab der kommenden Saison zwei Landesligisten in die Oberliga aufsteigen können.

Schon beim knappen 69:66 im Halbfinale gegen den SV Woltersdorf hatten die Frankfurter viele Würfe zu ungenau platziert. „Gegen Woltersdorf haben wir in dieser Saison viermal gewonnen — jedes Mal ganz eng. Sie haben wieder einen guten Kampf abgeliefert und wir hatten Probleme in der Defensive“, berichtete Sowa. So wechselte häufig die Führung, ehe die Red Cocks am Ende knapp die Nase vorne hatten. Das Spiel um Platz 3 wurde nicht ausgetragen, da Oranienburg nicht antrat. „Darüber muss der Verband entscheiden. Für mich stirbt da aber auch ein wenig der Sportsgeist“, krisierte der Spielertrainer.

Grenzenloser Jubel herrschte hingegen bei den Babelsbergern. „Wir wollten unbedingt aufsteigen. Wir versuchen etwas aufzubauen und haben nun die erste Etappe gemeistert. Wir möchten in den nächsten zehn Jahren den Basketball in Potsdam in die 1. Liga bringen“, erklärte Kai Buchmann die ambitionierten Ziele des Vereins. Angesprochen auf die defekte Anzeigetafel zeigte sich der Gäste–Coach nachgiebig: „Das kann passieren, es war ja keine böse Absicht. Wir haben ständig mitgezählt und waren daher stets auf der Höhe des Geschehens.“

Dies gestaltete sich auf der Tribüne etwas schwieriger. Doch auch wenn René Wilke und Gudrun Frey den Spielausgang erst nach dem Abpfiff erfuhren, waren der Oberbürgermeister und die Präsidenten des Stadtsportbundes angetan von ihrem jeweils ersten Besuch eines Basketballspiels. „Hier geht es wirklich zur Sache und es ist unglaublich, wie treffsicher die Spieler sind“, meinte Wilke. Er hob zudem hervor, dass die Red Cocks zum großen Teil aus polnischen Spielern bestehen. „Es ist ein schönes Zeichen, wenn sich die Internationalität unserer Region in einer Mannschaft widerspiegelt.“

Eine weitere Gelegenheit, die Frankfurter Basketballer zu sehen, gibt es bereits am kommenden Sonntag: Um 12 Uhr beginnt das Finale im Landespokal zwischen den „Roten Hähnen“ und dem Oberligazweiten USV Potsdam II. „Da haben wir nichts zu verlieren, wollen einfach guten Basketball spielen und natürlich auch gewinnen“, hat Arkadiusz Sowa seinen Optimismus nicht verloren. Der Eintritt in die OSZ–Halle an der Beeskower Straße ist frei.