Bombe in Frankfurt (Oder)
: 2250 Anwohner betroffen – Notunterkunft vorbereitet

Von der Bombenentschärfung in Frankfurt (Oder) sind gut 2250 Menschen betroffen. Die Feuerwehr informiert an Haustüren, die Notunterkunft steht.
Von
Thomas Gutke
Frankfurt (Oder)
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Am Dienstag (1.4.) war die Feuerwehr im Stadtgebiet Halbe Stadt in Frankfurt (Oder) unterwegs, um die Anwohner über die bevorstehende Bombenentschärfung zu informieren.

Am Dienstag (1.4.) war die Feuerwehr im Stadtgebiet Halbe Stadt in Frankfurt (Oder) unterwegs, um die Anwohner über die bevorstehende Bombenentschärfung zu informieren.

Leonard Palm
  • Bombenentschärfung in Frankfurt (Oder): 2250 Anwohner betroffen, Notunterkunft in Brandenburghalle.
  • Feuerwehr informiert Anwohner, Straßen gesperrt ab 7 Uhr, Sperrkreis ab 8 Uhr.
  • Ehrenamtliche Helfer von DRK, ASB, DLRG unterstützen Betroffene.
  • Brandenburghalle bietet Verpflegung und Betreuung.
  • Hauptverkehrsstraßen bleiben befahrbar, mehrere Einrichtungen geschlossen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es gebe „wohl kaum einen schlechteren Fundort für einen Bombenfund, als mitten in diesem dicht bebauten Wohngebiet“, meinte OB René Wilke am Montagabend im Rathaus. Tatsächlich ist der bis zu 250 Kilogramm schwere Blindgänger, den Bauarbeiter am Montagmorgen (31.3.) in der Straße Rote Kapelle gefunden haben, umgeben von gleich mehreren großen Plattenbauten.

Hier geht es zum Liveticker zur Bombenentschärfung.

Nach Angaben von Jens-Marcel Ullrich, dem für den Katastrophenschutz zuständigen Beigeordneten der Stadt Frankfurt (Oder), sind rund 2250 Anwohner aus dem Stadtgebiet Halbe Stadt von den Evakuierungsmaßnahmen am Mittwoch (2.4.) betroffen. Am Dienstag klingelte die Feuerwehr bereits an unzähligen Haustüren und verteilte Infozettel, um möglichst viele Menschen auf die bevorstehende Entschärfung aufmerksam zu machen.

Ehrenamtliche Helfer stehen in der Brandenburghalle bereit

Wer nicht bei Freunden oder Verwandten unterkommen kann, für den hält die Stadtverwaltung während der Evakuierungszeit eine große Notunterkunft bereit – die Brandenburghalle in der Stendaler Straße. „Logistisch ist soweit alles in der Halle vorbereitet. Vor Ort werden die Betroffenen versorgt und betreut“, sagt Ullrich. Es gibt also auch Mittagessen.

Neben einer Katastrophenschutzeinheit der Stadt und der Feuerwehr stehen ebenso ehrenamtliche Einsatzkräfte von Hilfsorganisationen wie DRK, ASB und DLRG den Menschen aus dem Sperrkreis helfend zur Seite. Beim von der Stadt eingerichteten Bürgertelefon (0335/5653705) hätten sich am Dienstag etliche mobilitätseingeschränkte Anwohner gemeldet und um Unterstützung bei der Fahrt zur Brandenburghalle gebeten. Falls sich am Tag der Entschärfung noch weitere Bedarfe ergeben sollten, „bekommen wir auch das noch kurzfristig in den Griff“, verspricht Jens-Marcel Ullrich.

Die Stadt halte auch Ausschau nach möglichen Pflegebetten, denn die gebe es in der Brandenburghalle nicht. „Aber hier bekommen wir von den Pflegediensten der Stadt großartige Unterstützung, um die Leute bedarfsgerecht unterbringen zu können“, so der Beigeordnete.

Warum sich Brandenburghalle gut als Notquartier eignet

Die Brandenburghalle im Norden der Stadt ist für den Katastrophenschutzbeauftragten „die erste Option“, wenn mehrere Hundert Menschen kurzfristig ein Dach über dem Kopf auf Zeit brauchen, so wie etwa zuletzt im April 2018, als im nördlichen Lennépark eine Bombe entschärft werden musste. „Die Halle ist beheizbar, es stehen ausreichend sanitäre Einrichtungen zur Verfügung und sie hat eine gewisse Größe, um eine unbekannte Anzahl von Menschen unterzubringen.“

Bei einem noch größeren Radius von Betroffenen gebe es auch noch das Messegelände. In dem Fall sei das aber nicht nötig gewesen. „Angesichts des längeren Vorlaufs, den wir diesmal haben, gehen wir davon aus, dass sich die Situation nicht ganz so dramatisch darstellt wie 2018. Die Leute haben mehr Zeit, sich nach möglichen Alternativen umzusehen“, so Ullrich.

Betretungs- und Aufenthaltsverbot im Sperrkreis ab 8 Uhr

Ab 8 Uhr gilt im Sperrkreis ein striktes Betretungs- und Aufenthaltsverbot. Bereits ab 7 Uhr sind nach Angaben der Stadtverwaltung zudem folgende Straßen für den Verkehr gesperrt: Am Kleistpark, Franz-Mehring-Straße (ab Einmündung Marienstraße), Salvador-Allende-Höhe, Kleiststraße, Pablo-Neruda-Block, Rote Kapelle, Rudolf-Breitscheid-Straße, Thomas-Müntzer-Hof und Wieckestraße.

„Die Ausfahrt aus den Wohngebieten in den genannten Straßen ist während der Entschärfungsmaßnahme nicht möglich. Daher werden die Anwohnerinnen und Anwohner, die während des Mittwochs auf ihre Fahrzeuge angewiesen sind, gebeten, diese vor 7 Uhr oder bereits am Vortag aus den genannten Straßen wegzufahren und anderweitig zu parken“, teilt die Pressestelle der Stadt außerdem mit. Autofahrer werden gebeten, das Gebiet weiträumig zu umfahren. Allerdings sind alle Hauptverkehrsstraßen rund um den Sperrkreis frei befahrbar – darunter die Heilbronner Straße, die Rosa-Luxemburg-Straße oder die Leipziger Straße.

Im Sperrkreis dagegen liegen auch mehrere Einrichtungen, die am Mittwoch geschlossen bleiben. Dazu gehören unter anderem das Ärztehaus am Kleistpark, die Filiale der Sparkasse Oder-Spree, der Kaufland-Komplex, das Kleist Forum, der Nahkaufkomplex, das Mehrgenerationenhaus Mikado und die Ergotherapiepraxis Senkpiel. Nicht im Sperrkreis liegt das Karl-Liebknecht-Gymnasium.