Bombe in Frankfurt (Oder): Blindgänger in Wohngebiet gefunden – Sperrkreis steht fest

In der Straße Rote Kapelle in Frankfurt (Oder) wurde ein Blindgänger aus dem 2. Weltkrieg gefunden.
Leonard Palm- Eine Bombe aus dem 2. Weltkrieg wurde in Frankfurt (Oder) gefunden und soll am Mittwoch entschärft werden.
- Die 250-Kilogramm-Bombe wurde bei Bauarbeiten entdeckt, ein Sperrkreis wird eingerichtet.
- Hunderte Anwohner müssen evakuiert werden, Brandenburghalle dient als Ausweichquartier.
- Ein Krisentreffen mit Behörden und Oberbürgermeister René Wilke ist geplant.
- Die letzte Bombenentschärfung fand im April 2018 statt, damals wurden Tausende evakuiert.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Bombenfund in der Innenstadt von Frankfurt (Oder): In der Straße Rote Kapelle in Frankfurt (Oder) sind Bauarbeiter bei Erdarbeiten am Montagmorgen (31.3.) auf einen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gestoßen. Die bis zu 250-Kilogramm schwere Splitterbombe soll am Mittwoch (2.4.) unschädlich gemacht werden.
Hier geht es zum Liveticker zur Bombenentschärfung.
Rund um den Fundort nahe dem Mehrgenerationenhaus Mikado – wo in der nahen Umgebung aktuell umfangreiche Arbeiten am Fernwärmenetz stattfinden – muss ein Sperrkreis eingerichtet werden. Am Montagnachmittag gab die Verwaltung Näheres zum Sperrkreis und zum Ablauf der Bombenentschärfung im Stadtgebiet Halbe Stadt bekannt.
Diese Straßen in Frankfurt (Oder) werden evakuiert
Nach Angaben der Stadtverwaltung soll die Entschärfung planmäßig am frühen Mittwochmorgen, ab 8 Uhr, beginnen. Sie wird vom Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD) der Polizei durchgeführt. Dieser hat auch festgelegt, wie groß der Gefahren- und Evakuierungsbereich ist.
Bevor der KMBD mit der Entschärfung beginnen kann, müssen alle Personen in den betroffenen Wohnungen innerhalb des Sperrkreises ihre Häuser verlassen. Betroffen sind folgende Anschriften:
- Am Kleistpark 1 und 3-16
- Dr.-Salvador-Allende-Höhe 1-4
- Ernst-Thälmann-Straße 11 und 12
- Franz-Mehring-Straße 4, 7-9, 12 und 13, 15-20, 22 und 22a sowie 23 und 23a-c
- Kleiststraße 1-7
- Pablo-Neruda-Block 1-4
- Platz der Einheit 1
- Rote Kapelle 1 und 2
- Rudolf-Breitscheid-Straße 3 und 3a-d sowie 4-13
- Stiftsplatz
- Thomas-Müntzer-Hof 1
- Wieckestraße 1 und 6-8
Geschlossen bleiben am Mittwoch deshalb auch das Ärztehaus am Kleistpark, der Gebäudekomplex Franz-Mehring-Straße 22–23c (inklusive der Sparkassen-Filiale), die Kaufland-Filiale, das Kleist Forum, der Nahkaufkomplex sowie das Mehrgenerationenhaus Mikado. Bereits vereinbarte Termine im Ärztehaus entfallen. Das Liebknecht-Gymnasium (in der Wieckestraße 1b) befindet sich laut Stadtverwaltung knapp nicht im Sperrkreis, der Unterricht dürfte also normal stattfinden.
So müssen sich Betroffene vor Entschärfung der Bombe verhalten
Über 2000 Menschen müssen wegen der Entschärfung der Bombe evakuiert werden.
Wie die Stadtverwaltung weiter informiert, soll ab 7 Uhr per Lautsprecherdurchsage auf das Betretungs- und Aufenthaltsverbot des gesperrten Areals hingewiesen werden. Alle Anwohner werden dann dazu aufgefordert, ihre Wohnungen bis spätestens 8 Uhr zügig zu verlassen.
Bis zur Freigabe durch die Behörden darf das betroffene Areal in der Halben Stadt nicht mehr betreten werden. Stadtverwaltung und Polizei werden gemeinsam kontrollieren, ob sich Personen trotz dieser Anordnung unrechtmäßig im Sperrkreis aufhalten. „Der Polizeivollzugsdienst behält sich Zwangsmaßnahmen vor“, heißt es in der Presseinformation.
Um die Entschärfung durchführen zu können, sollen auch Straßensperren aufgestellt werden. Es ist mit Verkehrseinschränkungen und Einschränkungen im ÖPNV zu rechnen.
Am späten Nachmittag gab es ein größeres Krisentreffen bei der Frankfurter Feuerwehr, bei dem sich alle beteiligten Behörden abstimmten und an dem auch Oberbürgermeister René Wilke sowie Jens-Marcel Ullrich als zuständiger Dezernent für den Katastrophenschutz teilnahmen.

In der Straße Rote Kapelle nahe dem Mikado in Frankfurt (Oder) wurde eine Weltkriegsbombe gefunden.
Leonard PalmFür betroffene Anwohner wird die Brandenburghalle in der Stendaler Straße als Ausweichquartier bereitgestellt. Wer Hilfe beim Transport benötigt, kann seinen Bedarf beim Bürgertelefon unter der Nummer 0335/5653705 anmelden. Auch anderweitige Nachfragen im Zusammenhang mit der Bombenentschärfung können hier am Dienstag (1.4.) in der Zeit von 8 bis 17 Uhr gestellt werden.
Bombe in Frankfurt (Oder) wird bis zur Entschärfung überwacht
„Es gibt kaum einen schlechteren Fundort für einen Bombenfund, als mitten in diesem dicht bebauten Wohngebiet“, meinte Oberbürgermeister René Wilke am Montagabend im Haupt- und Ordnungsausschuss der SVV mit Blick auf die geschätzt mindestens mehr als 1000 betroffenen Anwohner. Seinen Angaben zufolge sollen neben Lautsprecherwagen auch Flugblätter in verschiedenen Sprachen über die Bombenentschärfung informieren.
Er stellte klar, dass von der Bombe keine akute Gefahr ausgehe – entschärft werden müsse sie aber. „Deshalb gehen wir zügig und zugleich mit Augenmaß vor“, so der OB. Eine Entschärfung bereits am Montag hätte die Behörden vor erhebliche logistische Probleme gestellt, so bleibe für alle Beteiligten genug Zeit. Die Bombe werde bis zur Entschärfung überwacht und gesichert. Er hoffe, „dass die Maßnahme am frühen Mittwochnachmittag beendet ist. Aber man kann das nie genau vorhersehen.“
Bombe in Frankfurt (Oder) erinnert an Evakuierung 2018
Die letzte größere Bombenentschärfung in der Innenstadt von Frankfurt (Oder) hatte es im April 2018 gegeben. Damals war, ebenfalls bei Bauarbeiten, eine 50 Kilogramm schwere Sprengbombe deutscher Herkunft mit russischem Zünder gefunden und entschärft worden. In einem Umkreis von 500 Metern hatten Tausende Anwohner ihre Wohnung für mehrere Stunden verlassen müssen.
Einen weiteren Fund gab es außerdem im August 2024 auf einem Feld zwischen Booßen und Treplin. Die 100-Kilo-Bombe russischer Bauart wurde damals kontrolliert zur Explosion gebracht.


