Boxen in Frankfurt (Oder): Fight Night – was bei der zweiten Box-Nacht los ist

Nikita Putilov: Der Frankfurter Jugend-Europameister steigt ebenfalls bei der Frankfurter Fight Night in den Ring.
Heinz Köhler„Das schreit förmlich nach einer Wiederholung“, hatte Stefan Köber nach der gelungenen ersten Frankfurter Fight Night vor einem Jahr ziemlich enthusiastisch geurteilt. Mit dem Leiter des Bundesstützpunktes hatten 1300 Besucher in der Brandenburghalle in vier Stunden eine prickelnde Show aus Boxen, Musik, Tanz und Akrobatik erlebt. Gedacht, gesagt, getan – das Programm für die 2. Box-Nacht am 21. September steht fest. Einige Hochkaräter sind dabei.
„Wir wollen den Frankfurtern wieder ihre Faustkämpfer hautnah präsentieren“, sagt Köber. „Ansonsten sind unsere besten Talente und unsere Elite ja nur bei internationalen Turnieren zu sehen oder starten in der gesponserten Bundesliga für Chemnitz.“
Insgesamt elf Kämpfe geplant, darunter mit Nikita Putilov
Elf interessante Kämpfe ab 18 Uhr sind geplant, allen voran die „schweren Jungs“ Nikita Putilov, Laurens Hagen und Vezir Agirman. Putilov, Jugend-Europameister und Silbermedaillengewinner der U-22-EM, hat die vom Verband entschiedene Nicht-Nominierung für Olympia in Paris (fast) verschmerzt.
Die Gegner, die der bronzegeschmückte Kölner Nelfie Tiafack bezwang, hätte er „ebenso besiegt“, ist sich der 1,97-Meter-Athlet und „Boxer des Jahres 2023“ sicher. „Und im Halbfinale gegen den starken Usbeken Jalolov hätte er anders als Tiafack voll auf Sieg geboxt“, ist Trainer David Hoppstock überzeugt.
Der Blick freilich geht jetzt schon wieder voraus, weit voraus bis zu den Spielen 2028 in Los Angeles. „Kürzlich waren wir mit der Männer-Elite im Trainingslager in Bulgarien, jetzt ist Sparring angesagt“, schätzt der Coach ein.
Laurens Hagen kämpft gegen slowakischen Vorjahresmeister
Putilov und Hagen bekommen es mit slowakischen Partnern zu tun: den kahlköpfigen, vollbärtigen und stark tätowierten Peter Weiss und den 24-jährigen Joseph Kostur. „Weiss ist als 33-Jähriger ausgebufft, von der Gestalt her ein Berber, zwar zehn Zentimeter kleiner als Nikita, aber ein unorthodox boxender Ko.-Schläger“, warnt Köber.

Sie werden bei der Fight Night am 21. September in der Brandenburghalle in den Ring steigen, v.l.: Trainer David Hoppstock, Laurens Hagen (92 kg), Vezir Agirman (75 kg), Brian Künzel (63,5 kg}, Johannes Hickmann, Levi Witte (beide 57 kg), Toni Schmädicke (75 kg), Jason Zeller (80 kg), Nikita Putilov (+ 92 kg) und Mannschaftsleiter Stefan Koeber.
Winfried MausolfHagens Schwergewichts-Kontrahent Kostur ist der slowakische Vorjahresmeister, bereitet sich auf die traditionelle und gut besetzte „Nacht der Gladiatoren“ im November in Velky Krtis vor. „Beide reisen hier nicht als Fallobst an, wollen gewinnen“, ist sich der Stützpunkt-Chef sicher. „Und vielleicht kann man dadurch auch neue Kontakte für gemeinsame Trainings-Lehrgänge knüpfen.“
Superschwergewichtler Putilov, Mittelgewichtler Agirman und Canan Taš absolvieren nach der Fight-Nacht einen sechswöchigen Rettungssanitäter-Lehrgang in Bad Saarow als Teil ihrer Feuerwehrausbildung.
Sohn von Ex-Europameister Danilo Häusler verabschiedet sich
Für Frankfurt (Oder) werden weiter in den Ring klettern: Jason Zeller, Levi Witte, Bryan Künzel, Tony Schmädicke, im Rahmenprogramm Louis Köber, Sammy Schilling und Bennet Kühn. Ihre Gegner kommen meist vom deutschen Vizemeister MBR Hamm (Westfalen). Einer gibt seinen (vorläufigen) Abschied aus der Oderstadt: Matti Häusler (20).
Der Sohn von Profi-Ex-Europameister Danilo geht zum Studium nach München. Sein Ringpartner ist der deutsche U-19-Meister und angehende Abiturient Adam Shapijanov. Der „kubanische Bomber“ Silvio Schierle ist verletzt, ebenso Johannes Hickmann (fungiert als Betreuer).
Ohne Partnerinnen bleiben Maxi Klötzer und Canan Taš. Olympiastarterin Klötzer konzentriert sich nach dem frühen Paris-Aus gegen die Doppelweltmeisterin Zareen Nikhat aus Indien nun erst mal voll auf ihr Psychologie-Studium und die Weiterbildung bei der Bundeswehr.
Fight Night Frankfurt (Oder): Auch Torsten May dabei
Neben Schirmherr Axel Schulz wird ein Ehrengast sicher besonders herzlich gefeiert: Torsten May. Der gerade 55 Jahre alt gewordene Boxtrainer und -Motivator aus Köln war nach Henry Maske erst Weltmeister (1991), dann Olympiasieger (1992) im Halbschwergewicht geworden. Er war damit zugleich der letzte deutsche Olympiasieger, trainiert von Karl-Heinz Krüger.
Mit dem Berufsboxen danach konnte sich der sympathisch-Sensible nie richtig anfreunden. Schulz und May hatten drei Jahre lang ein Zimmer im Sportinternat geteilt. Der „Familienmensch“ May jedenfalls freut sich, „wieder mal in Frankfurt zu sein, das 14 Jahre lang meine Heimat und Geburtsstätte meiner größten Erfolge war“.
Für Stimmung wollen auch die Frankfurter Rockband „Voice Break&The Earworms“ und die Cheerleader der Red Cocks sorgen. Zu den fünf Musikern gehört Bassgitarrist Frederic-Marc Jürgensen, der Geschäftsführer des Stadtsportbundes. Die im Vergleich zum Vorjahr erhöhten Eintrittspreise begründet Köber mit gestiegenen Kosten, unter anderem für Technik, „an der wir viel gefeilt haben“. Dennoch sei die gut vierstündige Show ihr Geld wert.
Karten für 15 Euro (ermäßigt 8) gibt es im Vorverkauf (bis 19.9.) bei medimax, Hausarztpraxis Dr. Christian Pierau, „Vom Fass“, FitInn, Holzinger Sport und in der Hutten-Buchhandlung. Einlass in die Brandenburghalle ab 17 Uhr, die Kasse schließt um 20 Uhr. Aftershowparty danach im „Bellevue“ (Eintritt mit Armbändchen). Wiegen der Kämpfer tags zuvor (Freitag) um 17 Uhr im medimax (SMC).


