Brand in Fürstenwalde: Feuer zerstört Wohnung – junge Mutter hat alles verloren

Marie Littmann aus Fürstenwalde in ihrer ausgebrannten Wohnung. Bei dem Feuer sind alle ihre sechs Haustiere ums Leben gekommen.
Christoph MannMarie Littmann aus Fürstenwalde hält eine Kette in den Händen. Sie stammt von einem ihrer Hunde, mehr ist ihr von ihren Tieren nicht geblieben. Am Mittwoch (6. Dezember) brachte sie wie jeden Morgen ihre zweijährige Tochter in die Kita. Als sie zurück in ihre Wohnung wollte, war nicht mehr, wie es war. „Kein Wort kann das heilen, was in mir kaputtgegangen ist“, sagt sie.
Es ist kurz vor 9 Uhr, als das Feuer ausbricht. Die Nachbarn alarmieren die Feuerwehr, die mit 32 Kräften anrückt, darunter auch Feuerwehrleute aus Hangelsberg. Das Haus wird evakuiert. Menschen werden nicht verletzt.
Doch es sind noch die Tiere von Marie Littmann in der Wohnung. Drei Hunde und drei Katzen, die das Feuer nicht überleben. „Sie müssen so gelitten haben“, sagt Marie Littmann. Die 23-jährige Mutter ist immer noch fassungslos, muss immer wieder mit den Tränen kämpfen. „Da waren unendlich viele schwarze Tapsen auf dem Boden.“ Die Tiere hatten vergeblich versucht, aus der geschlossenen Wohnung zu kommen.
Brand wirft Mutter und Tochter aus der Bahn
Marie Littmann arbeitet als Einzelfallhelferin bei den Samariteranstalten in Fürstenwalde. Dort betreut sie ein behindertes Kind, ermöglicht ihm, dass es am Schulunterricht teilnehmen kann. Seit dem Brand ist sie krankgeschrieben, „um mir die Zeit zu nehmen, die ich brauche“.
Ihre zweijährige Tochter geht weiterhin in die Kita, damit ihr Leben so normal wie möglich verläuft, sagt sie. Sie ist ein taffes Mädchen, doch der Verlust der Tiere macht ihr zu schaffen. „Gestern hat sie sich in den Schlaf geweint.“
Untergekommen sind die Beiden vorerst bei einem guten Freund in Rietz-Neuendorf. Dort haben auch die sechs Haustiere ihre letzte Ruhe gefunden. Marie Littmann hat sie auf dem Grundstück beerdigt. In vier blauen Säcken hat sie die Tiere von der Feuerwehr nach dem Brand überreicht bekommen. „Die Feuerwehr hat alles getan, was sie konnte“, sagt sie.
Das wichtigste für Mutter und Tochter ist jetzt eine neue Wohnung. Dazu ist sie mit der Wohnungswirtschaft Fürstenwalde (WoWi) im Kontakt. „Die sind wirklich bemüht, was Passendes zu finden.“ Zuversicht machen ihr auch, die vielen Spenden, die sie schon erhalten haben. Sogar aus Bayern kam ein großes Paket und ganz viele Sachen aus Berlin, erzählt sie.
Einzige Puppe durch Brand zerstört
Besonders ihre Tochter freut sich darüber. Sie hat bei dem Feuer ihre einzige heißgeliebte Puppe verloren. Es ist jemanden gelungen, diese Puppe nach einem Foto eins zu eins im Internet zu finden und für sie zu besorgen. Auch nagelneue Schuhe waren unter den Spenden und jede Menge Kindersachen. „Meine Tochter ist jetzt für sechs Jahre ausgestattet“, sagt die Mutter. Was sie nicht für sich brauchen, wollen sie an andere weiter spenden.
Wie kam es zu der schnellen Hilfe? Nach dem Brand hat eine Freundin eine Spendenaktion über das Internetportal GoFundMe ins Leben gerufen. Dort werden Geldspenden gesammelt, die den Start in ein neues Leben ermöglichen sollen. Was und wie viel die Versicherung zahlt, steht noch nicht fest, sagt Marie Littmann. Sollte sie aber, wie erhofft, schon bald eine neue Wohnung bekommen, braucht sie Geld für die Kaution und für die Einrichtung. Kurz vor dem Brand hat sie sich von ihrem Weihnachtsgeld eine neue Couch und einen neuen Kühlschrank gekauft. „Ich hab mich gefreut, mir endlich mal was leisten zu können.“ Die Sachen sind jetzt nicht mehr zu benutzen.
Ursache: Steckerleiste
Inzwischen hat die Polizei die Ursache des Brandes ermittelt. Wie Gina Berthold, Sprecherin der Polizeidirektion Ost gegenüber MOZ.de mitteilt, ging das Feuer von einer überlasteten Steckerleiste aus.
Die Polizei weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Mehrfachsteckdosen, besonders Dumpingpreis-Produkte, eine Brandgefahr in den Haushalten darstellen. Sie können schnell erhitzen, wenn zu viele stromintensive Geräte gleichzeitig angeschlossen sind.



