Spenden-Aktion für krankes Kind: Warum Murielle (3) aus Berlin Hilfe aus Fürstenwalde erhält

Jennifer Balewski mit ihrer Tochter Pia aus Fürstenwalde und den Hunden Miva und Simba. Sie wollen etwa tun, um anderen zu helfen.
Christoph MannEs begann auf einer After-Chemo-Party, eine Feier zur Beendigung einer Therapie gegen Krebs. Jennifer Balewski aus Fürstenwalde und ihre Tochter Pia waren dazu bei einer Freundin von Pia eingeladen. Die beiden Mädchen hatten sich im Virchow-Klinikum in Berlin kennengelernt, wo sie aufgrund ihrer Krebserkrankung behandelt wurden.
Auf dieser Party lernte Jennifer Balewski Murielles Mutter Cristina Mojem kennen. Sie war damals mit Murielle schwanger. Schon zu dem Zeitpunkt war klar, dass das Kind mit einem schweren Herzfehler auf die Welt kommen wird.
Mit schwerem Herzfehler geboren
Jennifer Balewski folgt seit der After- Chemo- Party dem Blog „Mit Herz und Seele-Murkel“ auf Facebook, in dem Cristina Mojem seit ihrer Schwangerschaft über ihr und das Leben ihres Kindes berichtet. Ihre Tochter Murielle, die alle auch liebevoll Murkel nennen, wurde mit einem komplexen Herzfehler geboren.

Die dreijährige Murielle Mojem kam mit einem schweren Herzfehler auf die Welt.
Cristina Mojem„Außerdem hat sie keine Lungenarterien, keinen Lungenstamm und auch sonst die ein oder andere Anomalie. Ihr Herzfehler ist nicht operabel. Sie wird seit ihrer Geburt im Oktober 2020 palliativ betreut. Anfangs ohne Sauerstoff und mit ganz guter Prognose, mittlerweile 24/7 mit Sauerstoff und mit nur noch einer versorgten Lungenhälfte. Und trotzdem kämpft Murielle jeden Tag. Und jeden Tag kämpfen wir mit ihr zusammen“, schreibt Murkels Mutter in ihrem Blog.
Nicht einmal eine Transplantation kann Murkel helfen. Die Ärzte gaben ihr am Anfang gerade mal 6 Monate. „Daraus sind jetzt drei Jahre geworden“, sagt Cristina Mojem.
Junge Mutter will aus eigener Erfahrung anderen helfen
Jennifer Balewski weiß aus eigener Erfahrung, wie es ist, sich um ein schwerkrankes Kind zu kümmern. Die junge Frau, die eine Erzieher-Ausbildung an der Korczak-Schule absolviert, ist alleinerziehend und kann sich gut daran erinnern, wie es war, als ihre Tochter an Krebs erkrankte. Jetzt will sie etwas für Murkel tun. „Ich kenne die Familie und ich weiß, dass sie jeden Tag mit so vielen Sachen zu kämpfen haben, so viele Steine im Weg zu liegen haben.“
Murielle ist auf einen Rollstuhl angewiesen und muss immer eine etwa 20 Kilogramm schwere Sauerstoffflasche dabei haben. Damit sie sich eigenständig bewegen kann, braucht sie einen besonderen Rollstuhl, einen e-motion Rollstuhl. Der hat in die Radnaben integrierte Elektromotoren und diese unterstützen wirkungsvoll die Anschubbewegung des Rollstuhlfahrers. Weil es Murkel an Kraft fehlt, setzt der Rolli ihre Impulse mithilfe eines der e-motion-Technik um. Ihr derzeitiger Rolli ist mittlerweile zu kein für sie – ein größeres Modell wird gebraucht. Das kostet viel Geld, insgesamt etwa 20.000 Euro.
Rolli bedeutet Lebensqualität
Ein Großteil des Geldes wird am Ende von der Krankenkasse übernommen. Darüber ist vor allem Cristina Mojem sehr erleichtert, denn der Rollstuhl bedeutet für die kleine Murkel enorm viel. „Mobil zu bleiben und nicht nur im Bett zu liegen, ist Lebensqualität“ Trotzdem werden immer noch Kosten auf die Familie zukommen, wie hoch die genau sind, ist noch unklar. Aber Murkel soll ihren Rolli unbedingt bekommen. „Sie kann Rolli fahren, dann soll sie auch Rolli fahren“, sagt Cristina Mojem.
Spendenaktion ins Leben gerufen
Jennifer Balewski erfährt davon und will helfen. Auch sie will etwas dafür tun, dass die Dreijährige ihren Rollstuhl bekommt. Sie initiiert eine Spendenaktion für Murkel. Auf GoFundMe, eine soziale Crowdfunding-Plattform, richtet Jennifer Balewski einen Spendenaufruf ein, um für Murkels Rollstuhl zu sammeln.
Sie kennt diese Plattform, weil sie früher selbst schon mal davon profitiert hat. Damals brauchte sie ein Auto mit breiter Tür, weil, ihre Tochter nach ihrer Krebserkrankung auf einen Reha-Jogger angewiesen war, einen speziellen Liegerollstuhl. „Ich weiß selbst, wie schwer das ist“, sagt sie. „Wer mit einem schwerkranken Kind lebt, für den ist es jeden Tag eine große Herausforderung, den Alltag zu meistern.“
Deshalb will sie jetzt auch anderen helfen, ihnen wenigstens die finanziellen Sorgen nehmen. Diese Hilfe wird gerne angenommen. Cristina Mojem freut sich über das Engagement von Jennifer Balewski. Für sie bedeutet das auch, dass sie mehr Zeit hat, die sie mit Murkel verbringen kann.




