Brückenfest Frankfurt (Oder): Was am 1. Mai 2024 an der Oder geplant ist

2023 kamen Tausende Gäste nach Frankfurt (Oder), um am 1. Mai Brückenfest zu feiern. Was ist 2024 geplant?
René MatschkowiakDer 1. Mai ist Tag der Arbeit, Feiertag und in Frankfurt (Oder) der Tag für ein traditionelles Volksfest: das Brückenfest. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) lädt zu Diskussionen, Reden, dazu, ein Zeichen für Demokratie und Vielfalt zu setzen – aber es gibt auch Essen, Getränke, Musik und Angebote für Kinder und Jugendliche.
Wie Ralf Kaiser, Gewerkschaftssekretär beim DGB - Region Ostbrandenburg, auf Nachfrage mitteilt, ist das auch in diesem Jahr wieder geplant. Demnach geht es am 1. Mai um 11 Uhr auf dem Holzmarkt los. Wegen der Bauarbeiten auf der nördlichen Oderpromenade wurde der Holzmarkt im vergangenen Jahr erstmals als Festplatz genutzt. Die Fanfarengarde wird auch das diesjährige Brückenfest eröffnen.
So sieht das Programm beim Brückenfest in Frankfurt (Oder) aus
Nach der musikalischen Eröffnung werden der DGB-Stadtverbandsvorsitzende Frank Hühner sowie Vertreter des „Brückenfest-Mai-Komitees“ die Gäste begrüßen. Die Mairede hält im Anschluss Anita Kirsten, Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei Brandenburg. Stände mit Speisen und Getränken sowie vielen Informationen werden wieder auf dem Holzmarkt zu finden sein – der laut Ralf Kaiser nach Kritik nun weitestgehend barrierefrei gestaltet werden soll.
Auch Musik darf beim Brückenfest nicht fehlen: Die Band Four Roses, die bekannte Rockmusik covert und bereits 2023 auf dem Brückenfest spielte, ist auch in diesem Jahr Headliner. Außerdem hat „Die Zunft“ aus dem Oderbruch zugesagt, es spielen Blues-Uwe und weitere Musiker.
Was am 1. Mai in Frankfurt (Oder) für Kinder, Jugendliche und Studenten geplant ist
Am Olympiahain, also vor dem ehemaligen Schulgebäude in der Bischofstraße, bereiten unter anderem der christliche Verein junger Menschen (CVJM), die Sportjugend, das Mikado und die Flexible Jugendarbeit Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien vor. „Alkohol wird es dort nicht geben“, betont Ralf Kaiser, dafür Stationen und eine kleine Bühne, es wird um Demokratie gehen, die jungen Menschen sollen auch die Möglichkeit bekommen, mit Politikerinnen und Politikern ins Gespräch zu kommen.
Auch die Studierenden seien laut Kaiser ein wichtiger Bestandteil. Sie sollen ihre Wünsche und Erwartungen ebenfalls an die Stadtpolitiker und andere herantragen können. Angedacht sind eine oder zwei kleine Polittalkrunden zu den Themen Demokratie und Vielfalt, auch mit Vertretern aus Gewerkschaft, Politik und Zivilgesellschaft. „Hier befinden wir uns noch in der Abstimmung“, sagt er.
Wer organisiert das Brückenfest am 1. Mai 2023?
Die Hauptkoordinierung des Brückenfestes hat der DGB-Stadtverband übernommen. Zur Arbeitsgruppe gehören aber natürlich auch politische Parteien. Die Frankfurter SPD und Linke gehören dazu, auch die FDP hat angekündigt, in diesem Jahr mit einem Stand dabei zu sein. Zur Kern-Arbeitsgruppe gehören der CVJM, die Flexible Jugendarbeit, Radio Slubfurt und der Verein Slubfurt, die Boulangerie von Christel Maul im Bereich Catering, die Firma Haag im Bereich Bühne, Technik und Kultur sowie weitere Personen und Vereine.
Mit Ständen sind die DGB-Gewerkschaften vertreten, außerdem Institutionen und Verbände wie Tolerantes Brandenburg, die Arbeitsgemeinschaft Cuba Sí, die Esperanto-Liga, Fanfarengarde, der DRK-Kreisverband Märkisch-Oder-Havel-Spree und eine Catering-Schüler-Firma vom OSZ. Das Fest soll voraussichtlich bis 18 Uhr gehen.
Worum geht es beim Fest am 1. Mai in Frankfurt (Oder)?
Natürlich steht das Brückenfest für einen „klaren Schulterschluss zur Stärkung demokratischer Grundwerte und -pfeiler“, betont Ralf Kaiser. Man wolle ein klares Signal dorthin senden, „wo Demokratie mit Füßen getreten wird“, ein „Zeichen für solidarisches Miteinander“ und gegen rechts setzten. Doch neben dem Rechtsruck im Land beschäftigt den Gewerkschaftsbund selbstredend auch das Thema Tarif.
Die Gewerkschaften wollen am 1. Mai Zivilgesellschaft, Kommunalvertreter und Politiker – unter anderem die künftige Landesregierung – mit ihrem Fünf-Punkte-Plan für die Tarifwende konfrontieren. Das Ziel sei, 80 Prozent Tarifbindung zu erreichen – laut Kaiser sind es in Brandenburg unter 50 Prozent, eine der niedrigsten Tarifbindungen in Deutschland. Demnach gelten in nur 15 Prozent der Firmen – das entspricht 37 Prozent der Beschäftigten – Branchentarifverträge. Arbeitgeber sollen aber auch dauerhaft für gute Löhne, Rahmenbedingungen und soziale Sicherheit sorgen.
Feiert Polen in Frankfurt (Oder) am 1. Mai mit?
In Polen ist der Tag zwar kein Feiertag, ohne die vielen polnischen Besucher würden jedoch Jahr für Jahr nicht so hohe Besucherzahlen beim Brückenfest zustande kommen. Zumal der 1. Mai in diesem Jahr ein besonderes Datum für Polen ist: Vor 20 Jahren trat das Land der Europäischen Union bei.
Im Gespräch ist seit ein paar Wochen, dass aus diesem Grund die Außenminister der beiden Länder sowie der Marschall der Wojewodschaft Lubuskie und der brandenburgische Ministerpräsident Frankfurt und Słubice besuchen. Geplant sind auch in diesem Zusammenhang Aktionen in beiden Städten. Das Stadtmarketing bereitet sich auf ein buntes Programm vor. Damit könnte der 1. Mai diesmal noch größer gefeiert werden, als es in Frankfurt ohnehin jedes Jahr der Fall ist.





Es ist gut, dass sich in Frankfurt (Oder) auf einer der größten Demos seit der Wende Menschen klar gegen Rassismus und für Demokratie positioniert haben. Aber das kann nur ein Anfang sein.