Bürgeranliegen
: Dreckecke per Smartphone melden

Mit mehr als 500 Anliegen wandten sich Frankfurter 2018 an die Stadt. Dabei nimmt diepapierlose Kommunikation zu.
Von
Lisa Mahlke
Frankfurt (Oder)
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Befasst sich mit den Anliegen: Torsten Walther ist bei der Stadt für Bürgerkommunikation zuständig.

Lisa Mahlke

Am Mittwoch trug jemand ein, dass auf einem Spielplatz am Römerhügel Glasscherben im Sand liegen. Status: in Bearbeitung. Ein Eintrag vom 16. März weist auf eine defekte Straßenlaterne im Harfenweg hin. Status: erledigt. Auf der Bürgerplattform der Stadt werden Frankfurter solche Anliegen unkompliziert online los. Vergangenes Jahr nutzten sie 155 Mal diese Möglichkeit. Häufiger wurden nur Anliegen per Mail übermittelt: 182 Mal.

Seit 2012 ist Torsten Walther im Büro des OB für genau solche Probleme Ansprechpartner der Frankfurter: Er ist für Onlinemanagement und Bürgerkommunikation zuständig. Und freut sich, dass viele Themen auf digitalem Wege angesprochen werden. Er hebt besonders die Bürgerplattform hervor.  Man könne mit dem Smartphone ein Foto zum Beispiel vom Müllberg hochladen, die Geodaten — wenn diese Funktion nicht am Gerät ausgeschaltet ist — erscheinen automatisch metergenau. „Man braucht nicht eintippen, wo genau er sich befindet“, sagt er. Außerdem gebe es eine Zwei–Wege–Kommunikation. Die Person, die ihr Anliegen postet, bekomme Rückmeldung über dessen Status, zum Teil auch Kommentare – wie drei Tage, nachdem auf die Laterne im Harfenweg aufmerksam gemacht wurde. Die Stadt schrieb: „Die Straßenlaterne wurde gestern repariert.“ Das sei ein schneller Weg zur Verwaltung, beschreibt Walther. "Es sorgt für Transparenz.“

Vor allem Müllecken, Parken in der Innenstadt und der Zustand von Straßen sind Themen, die die Frankfurter bewegen. Manchmal geht es auch um Angelegenheiten wie Mieterhöhungen, bei denen die Stadt nicht helfen kann. Wer ein Anliegen hat, kann außerdem Briefe schreiben, anrufen oder persönlich im Rathaus vorsprechen. Das geschah vergangenes Jahr 109 Mal, 24 Mal mehr als 2017. Einmal im Monat findet zudem die Bürgersprechstunde statt. Seitdem OB René Wilke im Amt ist, sei die Zahl der dort angebrachten Anliegen gestiegen, so Walther: von 39 im Jahr 2017 auf 89 im vergangenen Jahr. Bis Ende März 2019 wurden bereits über 40 Anliegen auf diesem Wege angesprochen.

Ein Medium, das Torsten Walther zufolge mehr genutzt werden könnte, sind die Meinungskarten, die auf Deutsch, Englisch und Polnisch am Tresen im Rathaus, im Oderturm und im Stadthaus in der Goepelstraße ausliegen. Mit ihnen können Bürger nach dem Besuch der Verwaltung diese bewerten, zu Punkten wie Freundlichkeit und Fachkompetenz. „Das ist eine Chance für die Mitarbeiter“, findet Walther, bei dem darüber vor allem positive Rückmeldungen ankommen. Er wünscht sich aber mehr Nutzer: 2018 wurden nur 22 solcher Karten, die es seit nunmehr sechs Jahren gibt, ausgefüllt.

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Er unterstreicht, dass die Stadt nicht überall gleichzeitig sein kann. „Der Bürger denkt, dass immer alles sofort gesäubert wird“, sagt er. Manchmal hingen aber Fristen daran oder die Stadt müsse erst einmal den Eigentümer dazu auffordern. Wer spezifische Anliegen hat, etwa zum Thema Hundesteuerbescheid, könne sich natürlich direkt ans Fachamt wenden. Für alle, die unsicher sind, ist Torsten Walther der Richtige.

Kontakt über buergeranliegen@frankfurt-oder.de oder Tel. 0335 5521301; Bürgerplattform: frankfurt–oder.de/anliegen–buerger