Es gibt Licht am Corona-Horizont von Frankfurt (Oder): Am Montag ist der Sieben-Tage-Inzidenz-Wert erstmals seit Längerem wieder unter die kritische 200-Marke gefallen, genau: auf 197,4. Damit wäre der 15-Kilometer-Radius um die Stadt, aus dem sich die Frankfurter nicht ohne triftigen Grund heraus bewegen dürfen, vorerst aufgehoben.

Warnung vor zu großer Hoffnung

Noch sei es indes zu früh, sich zu freuen, dämpft Stadtsprecher Uwe Meier überzogene Hoffnungen. Es brauche mindestens noch vier Tage mit sinkenden Infektionszahlen, um sagen zu können, dass die verschärften Maßnahmen Wirkung zeigen.
Aktuell leiden 1129 Frankfurter an der gefährlichen Viruskrankheit. Zum Vortag sind das sechs laborbestätigte Fälle mehr. In der vorigen Woche gab es an einem Tag noch bis zu 50 Neuerkrankungen.

„Feiertagsstau“ hat sich wohl aufgelöst

Es besteht somit Grund zur Hoffnung, dass sich der „Feiertagsstau“ aufgelöst hat. Auch die Zahl der Corona-Todesfälle in der Stadt hat sich am Montag nicht weiter erhöht. Sie liegt bei 21. 451 Frankfurter befinden sich in häuslicher Quarantäne. Das sind 21 weniger als am Vortag.

Johanniter-Regionalverband leitet Betrieb im Impfzentrum

Inzwischen scheinen sich auch in Sachen Impfzentrum die Fronten zu klären: Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) hat den Regionalverband der Johanniter-Unfallhilfe Oderland-Spree mit der Leitung des Betriebs im Impfzentrum beauftragt, das in der Frankfurter Messehalle eingerichtet wird. Das bestätigte Franziska Eichstädt, Sprecherin des Regionalverbandes, auf Nachfrage.

ASB-Mitarbeiter am „Check-in“

Man arbeite zudem mit Partnern aus dem Arbeiter-Samariterbund (ASB) zusammen. Diese würden den „Check-in“, also die Registrierung der zu Impfenden übernehmen, so Eichstädt. Als aktuellen Termin für die Eröffnung des Frankfurter Impfzentrums nannte die Sprecherin der Johanniter den 20. Januar. Ursprünglich war es der 18. Januar.

Sechs „Impfstraßen“ in der Messehalle geplant

Geplant sei, in der Frankfurter Messehalle sechs sogenannte Impfstraßen einzurichten. In den ersten drei Wochen werden allerdings zunächst nur drei davon arbeiten, teilt Franziska Eichstädt mit.
Die Johanniter suchen aktuell Helfer für das Frankfurter Impfzentrum. Gesucht würden „fleißige und motivierte Helfer“ für die Nachbetreuung und Beobachtung der Geimpften sowie Mitarbeiter für die Notfallteams zur sanitätsdienstlichen Absicherung und Mitarbeiter für die mobilen Teams, die unter anderem Impfstoff an Einrichtungen liefern.

Leistung der Helfer wird vergütet

Während für die Notfall- und die mobilen Teams nur ausgebildete Sanitätshelferinnen und -Helfer infrage kommen, könne sich in der Beobachtung und Betreuung der Geimpften „faktisch jeder engagieren“, sagt die Vertreterin der Johanniter. Franziska Eichstädt denkt zum Beispiel an Kurzarbeiter oder Ladenbesitzer, deren Geschäfte derzeit geschlossen sind. Die Leistungen der Helfer werden vergütet. Formlose Bewerbungen sind per Mail an den Johanniter-Regionalverband zu richten: rv.odls@johanniter.de.

Verzögerter Start für mobile Impfteams

Geplant war laut der Johanniter-Sprecherin zudem, dass am Montag drei mobile Impfteams in Frankfurt und Umgebung die Arbeit aufnehmen sollten. Sie sollen vor allem die Bewohner von Senioren- und Pflegeheimen gegen das Corona-Virus impfen. Doch auch dabei gab es Verzögerungen. Los gehen soll es nun am Mittwoch.

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