Coronavirus
: Frankfurt (Oder) trägt Maske – meistens jedenfalls

Die Maskenpflicht wird in Geschäften und im ÖPNV in Frankfurt (Oder) eingehalten – bis auf einige Ausnahmen.
Von
Jan-Henrik Hnida
Frankfurt (Oder)
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  • Zuerst warteten die meisten der Fahrgäste ohne Mund-Nase-Bedeckung an der Haltestelle "Magistrale" in Frankfurt (Oder). Als der Bus eintraf, zogen sich dann doch alle eine über. Einige wenige hatten im Fahrzeug dagegen keine Maske an.

    Zuerst warteten die meisten der Fahrgäste ohne Mund-Nase-Bedeckung an der Haltestelle "Magistrale" in Frankfurt (Oder). Als der Bus eintraf, zogen sich dann doch alle eine über. Einige wenige hatten im Fahrzeug dagegen keine Maske an.

    Jan-Henrik Hnida
  • Ingrid Darr: "Ich komme aus dem medizinischen Bereich und bin dafür, dass die Maskenpflicht bestehen bleibt. Wie gefährlich das Coronavirus ist, weiß ich aus meinem Beruf. Die Leute sollen weiterhin andere mit der Maske schützen, um nicht so wie USA zu enden."

    Ingrid Darr: "Ich komme aus dem medizinischen Bereich und bin dafür, dass die Maskenpflicht bestehen bleibt. Wie gefährlich das Coronavirus ist, weiß ich aus meinem Beruf. Die Leute sollen weiterhin andere mit der Maske schützen, um nicht so wie USA zu enden."

    Jan-Henrik Hnida
  • Katja Mahlich: "Ich bin für die Fortführung der Maskenpflicht, weil das Thema noch nicht durch ist, eine zweite Welle kommen kann. Gerade in Räumen schützt die Maske vor umherfliegenden Aerosolen."

    Katja Mahlich: "Ich bin für die Fortführung der Maskenpflicht, weil das Thema noch nicht durch ist, eine zweite Welle kommen kann. Gerade in Räumen schützt die Maske vor umherfliegenden Aerosolen."

    Jan-Henrik Hnida
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„Maske tragen!“ – die Info-Plakate am Eingang des Oderturms weisen daraufhin, dass Mund-Nase-Bedeckungen vor Betreten des Centers aufgesetzt werden müssen und nicht erst in den Geschäften selbst. Das scheint ungefähr die Hälfte der Kunden nicht mitbekommen zu haben oder ignoriert die Anweisung. Ein älterer Herr mit blauer Maske sitzt auf einer Bank, daneben hat es sich eine junge Familie gemütlich gemacht – alle tragen keine Maske. Immerhin: in der Rossmann-Drogerie haben am Montagmittag fast alle Kunden eine Maske vor Mund und Nase. Doch das ist längst nicht überall der Fall.

Einige verweigern den Schutz

„Es gibt täglich ein paar Unverbesserliche, die sich weigern einen Schutz aufzuziehen“, erzählt eine Verkäuferin bei DM in den Lenné Passagen. Sie könne nur auf die Pflicht hinweisen, die meisten Menschen bedeckten jedoch Nase und Mund. Nicht weit entfernt im Kaufland, fällt auf, dass viele Kunden die Maske nicht korrekt tragen. Da guckt mal die Nase oben raus, ist der Mund zu sehen oder baumelt der Schutz unterm Kinn. Hat ein Jugendlicher einfach sein T-Shirt bis über die Nase hochgezogen, schnappen sich zwei junge Frauen am Eingang jeweils einen Flyer, den sie vor ihr Gesicht halten. „So weit halten sich aber eigentlich alle an die Maskenpflicht“, sagt eine Verkäuferin.

An der Haltestelle „Magistrale“ warten nur vereinzelt Fahrgäste mit Maske. Als dann der Bus 981 einfährt, ziehen alle der zirka 20 Wartenden ihre Bedeckung auf. Ein Mädchen am Fenster und ein Mann auf der letzten Reihe zeigen als einzige ihr Gesicht. In der Straßenbahn Linie 4 sind alle vermummt. Nur im Zentrum steigt ein Mann mit Hund zu, aber ohne Bedeckung.  „Ein Großteil der Fahrgäste hält sich daran, sich den Mund und die Nase bei der Nutzung unserer Fahrzeuge zu bedecken. Die Akzeptanz ist weiterhin recht hoch.“, sagt Ken Wegener von der Stadtverkehrsgesellschaft SVF. Die SVF kontrolliere die Einhaltung der Maskenpflicht nicht, da es keine gesetzliche Grundlage gebe, eine Kontrolle durchzuführen beziehungsweise Verstöße gegen die Maskenpflicht zu ahnden.

Nachfrage deutlich gesunken

Bei Einführung der Maskenpflicht suchten viele Frankfurter händeringend nach Masken. Anfangs war der Schutz in vielen Apotheken, Drogerien- oder Supermärkten kaum zu bekommen. Initiativen, Vereine und Freiwillige halfen mit selbstgenähten Stücken aus. „Seit zwei Monaten fragt niemand mehr bei uns nach einem Schutz“, heißt es aus dem CVJM im Zentrum. Im April gingen Hunderte selbstgenähte Masken weg. Doch nach ein bis zwei Wochen sei die Nachfrage spürbar abgeflaut, so Oleksii Kysliak von der Initiative „FF hilft“. Das Netzwerk solle aber erhalten bleiben, weil mit einer zweiten Infektionswelle die Anfrage wieder steigen könnte. „Als neues Format planen wir Hilfen für Ältere, zum Beispiel am PC“, berichtet Kysliak.

„24 Masken habe ich für heute genäht“, sagt Heiderose Päch vom Brückenplatz. Zu Hoch-Zeiten verkauften sie und ihre Kollegen bis zu 400 Mund-Nase-Bedeckungen in einer Stunde. „Gut 4500 Stück haben wir zu fünft insgesamt genäht. Ich habe sogar von Masken geträumt“, erzählt Päch.