DDR-Mopeds in Frankfurt (Oder)
: Simson-Gemeinde feiert Zusammenhalt in der Kirche

Mopeds im Kirchenschiff, Karat-Hymne und Segen für Fahrer: In Frankfurt (Oder) feiern Simson-Fans einen besonderen Gottesdienst für die kultigen DDR-Fahrzeuge. Mit Grußbotschaft aus dem Bundestag.
Von
dpa
Frankfurt/Oder
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Viele Teilnehmer sind mit ihren DDR-Simsons zum Gottesdienst in Frankfurt (Oder) gekommen.

Patrick Pleul/dpa
  • In Frankfurt (Oder) feierten Simson-Fans einen Gottesdienst in der Dorfkirche Hohenwalde.
  • Mopeds standen im Kirchenschiff, Pfarrerin Susanne Noack sprach über Zusammenhalt der Szene.
  • Die Gemeinde sang „Über sieben Brücken musst Du gehen“ – die Kultmarke verbinde Jung und Alt.
  • Bodo Ramelow sandte eine Grußbotschaft und betonte Simson als besonderes Zeichen der Einheit.
  • Nach dem Gottesdienst gab es Segen für Fahrer und Mopeds; AfD-Bezug stieß bei Familie Simson auf Kritik.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Aus Liebe zur DDR-Kultmarke Simson haben Dutzende Mopedfans einen Gottesdienst in Frankfurt (Oder) gefeiert. Mehrere Fahrzeuge standen dabei im Innern der evangelischen Dorfkirche Hohenwalde neben dem Altar, während Pfarrerin Susanne Noack ihre Predigt hielt. Sie sprach über den Zusammenhalt in der Schrauberszene und dass die Mopeds Jung und Alt verbinden. Dann ertönte das Lied „Über sieben Brücken musst Du gehen“ von Karat - und die Simson-Gemeinde stimmte ein.

Vom Bundestagsvizepräsidenten Bodo Ramelow (Linke) gab es eine aufgezeichnete Grußbotschaft in der Kirche zu Ehren der Kult-Mopeds: „Es ist einfach fantastisch, dass diese Fahrzeuge heute faktisch unkaputtbar sind, und ein Beweis der deutschen Einheit auf eine sehr spezielle Art ist, nämlich aus der ostdeutschen Perspektive.“ Simson stehe für die deutsche Einheit auf eine sehr besondere Art.

Persönlicher Segen für die Mopeds und ihre Fahrer vor der Kirche

„Ich wünsche uns Gottes Segen, dass jeder, der so unterwegs ist, auch heil wieder ankommt“, sagte Ramelow zum Schluss. Und auch die Pfarrerin bot draußen nach dem Gottesdienst ihren persönlichen Segen für Mopeds und deren Fahrer und Fahrerinnen an.

Die zu DDR-Zeiten in Suhl produzierten Mopeds der Marke Simson wie die Schwalbe oder die S51 sind für viele Liebhaber Kult. Die Nachfahren der jüdischen Familie Simson aus Thüringen wehrten sich zuletzt allerdings gegen eine Vereinnahmung der Marke durch die AfD.

Pfarrerin Susanne Noack spricht in der Kirche - neben ihr die DDR-Kult-Mopeds.

Patrick Pleul/dpa

Der Sprecher der heute in den USA lebenden Familie, Dennis Baum, teilte mit: Die Familie empfinde es als beleidigend, im Zusammenhang mit einer Partei genannt zu werden, die „überwiegend extremistisch“ sei. Politiker wie der thüringische AfD-Landeschef Björn Höcke nutzen Simson immer wieder als politisches Symbol. Dieser nannte die Äußerungen der Nachfahren der Familie „befremdlich“.