Erziehung
: Caritas-Familienberatungsstelle Frankfurt (Oder) berät jetzt auch online

Die Erziehungs- und Familienberatungsstelle der Caritas hat in ihrem 25. Jahr eine Neuerung eingeführt: Beratung gibt es jetzt auch per Mail.
Von
Lisa Mahlke
Frankfurt (Oder)
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Über diese Internetseite kann man sich für die Beratung per Mail anmelden, die Türen der Caritas-Beratungsstelle sind aber weiter offen. Zugang zu den Familien finden Iris Schmidt (hinten), Uta Bruch und ihre Kollegen unter anderem über solch ein Familienbrett. Die Erziehungs- und Familienberatungsstelle hat in ihrem 25. Jahr eine Neuerung eingeführt: Beratung gibt es jetzt auch per Mail.

Lisa Mahlke

Uta Bruch leitet die Erziehungs- und Familienberatungsstelle der Caritas in der Leipziger Straße in Frankfurt (Oder). Zu ihr und ihren fünf Kollegen kommen Eltern, die sich gerade trennen, Familien mit Kindern, die gerade Schwierigkeiten in der Schule haben, Paare mit Konflikten, Frankfurter mit Schwierigkeiten beim familiären Miteinander. Seit 1995 gibt es die Beratungsstelle. Was es in den 25 Jahren allerdings noch nicht gab, war eine Online-Beratung. In der Corona-Zeit wurden alle Mitarbeiter geschult, um diese nun anbieten zu können. Familien haben jetzt die Möglichkeit, per E-Mail Kontakt aufzunehmen, bekommen innerhalb von zwei Werktagen eine Antwort. Ein Vorteil, im Vergleich etwa zu deutschlandweiten Online-Beratungsangeboten, ist, dass die Familien bei einem festen Berater bleiben.

Der kann der Familie dann das Angebot machen, zur persönlichen Beratung zu kommen. Einige Anliegen lassen sich jedoch auch per Mail lösen. „Manchmal reicht es den Eltern, etwas loszuwerden“, sagt Sozialarbeiterin Iris Schmidt. Wenn sich eine 13-Jährige nach einem Streit mit der Mutter in ihrem Zimmer verbarrikadiert und die Mutter sie anschreit, könne man der Mutter etwa schreiben, dass so etwas vorkommen kann, sie es aber nicht dabei belassen sollte.

In solchen Situationen sei für manch einen die Hemmschwelle, zum Telefonhörer zu greifen, zu groß. „Es brauchte einfach neue Formate“, sagt Uta Bruch. Die Corona-Hotline, für die Stadt und Eltern-Kind-Zentren auch Werbung gemacht hatten, wurde nicht in Anspruch genommen. Und die Mitarbeiter der Caritas-Beratungsstelle hatten manche ihrer Familien in der ganzen Zeit nur ein Mal am Telefon. Auch jetzt gibt es keine „Schwemme an Anmeldungen“. Trotzdem, findet Uta Bruch: „Wir müssen einen Weg finden, mit Menschen zu arbeiten.“ Denn während sich in manchen Familien die Situation im Lockdown entspannt habe, sei sie in anderen vielleicht eskaliert. „Die Beschulung der Kinder hat die Eltern ganz schön an ihre Grenzen gebracht“, sagt sie. Die emotionale Beziehung spiele beim Erklären von Schulaufgaben eine Rolle, Eltern seien außerdem meist keine ausgebildeten Lehrer. Jugendliche, die sich auch allein bei der Caritas beraten lassen können, seien froh gewesen, als sie wieder Freunde treffen und in die Schule gehen durften.

Hilfe annehmen fällt schwer

Der häufigste Grund für eine Anmeldung in der Beratungsstelle, sagen Bruch und Schmidt, ist die Trennung der Eltern. Der größte Wunsch der Kinder sei, dass das ausgezogene Elternteil zurückkommt. „Die Erwachsenen wollen trotzdem gute Eltern bleiben“, sagen sie. Es gehe dann um Fragen wie: Wo wohnen die Kinder? Wer hat wie zu wem Kontakt? Wer bringt das Kind zum Ballett?

Eine Videoberatung ist technisch und aus Datenschutzsicht noch nicht möglich, die Beratung per Mail dafür aber öffnungszeitenunabhängig. Nichtsdestotrotz kann man sich auch weiterhin telefonisch oder im Sekretariat anmelden. Neu ist ein Angebot für Migrationsfamilien, um den Allgemeinen Sozialen Dienst und das Kommunale Integrationszentrum zu entlasten. „Hilfe anzunehmen, ist für die Familien aber noch ungewohnt“, sagt Uta Bruch.

Wo kann man sich melden?

Zu finden ist die Erziehungs- und Familienberatungsstelle in der Leipziger Straße 39, Tel. 0335 5654130. Die Beratungsstelle arbeitet im Auftrag der Stadt und ist für Familien mit Wohnsitz in Frankfurt zuständig. Je nach Hintergrund werden die Familien beispielsweise von Mitarbeitern mit Paartherapieausbildung oder Psychologiehintergrund beraten. Eine ist auf Migrationsfamilien spezialisiert. Ab Oktober ist ein Gruppenangebot für Trennungskinder im Grundschulalter geplant. Es gibt auch präventive Angebote, etwa in den Eltern-Kind-Zentren. Die Beratung per E-Mail ist unter folgendem Link zu finden: beratung.caritas.de/eltern-familie/registration?aid=1998⇥sam