Filmabend: Die komplizierte Suche nach Europa
Der Dokumentarfilm "Auf der Suche nach Europa. Looking for Europe“ handelt von jungen Politikern in der Ukraine, die versuchen, ihr Land in Zeiten von Korruption und schwacher Wirtschaft zu gestalten. Der deutsch–polnische Regisseur und Schauspieler Kristof Gerega (38) gibt einen tiefen Einblick in die ukrainische Politik und zugleich in die Seele des osteuropäischen Landes, das seit den Protesten am Maidan 2014 im Umbruch steckt. Interessant ist die Geschichte hinter dem Film. Gerega hat die Protagonistin im alten Heimatdorf seiner polnischen Großeltern kennengelernt. Auf dem Dorffest kamen sie ins Gespräch, tauschten Facebook–Kontakte aus. Über die progressive Parlamentarierin kam Gerega auf weitere Jung–Politiker, wie das im Filmgeschäft eben so läuft.
Der Abend erweckte großes Interesse bei den Zuschauern, das wurde bei der Diskussion nach dem Film klar — denn zur Zeit brodelt es in der Ukraine, Präsident Petro Poroschenko und sein Herausforderer, der TV–Komiker Wolodymyr Selenskij, liefern sich hitzige Duelle vor der Kamera. Am 14. April messen sie sich im Stadion vor laufenden Kameras.
Frankfurter sind neugierig
„Ich fand es sehr spannend, weil es ein Typus von Politikern ist, die wir in Deutschland nicht in dem Maße haben — trotzdem hatten die Menschen ähnliche Gründe, in die Politik zu gehen“, sagte Nils Zimmermann danach. Der Berliner Berater kam extra zur Veranstaltung nach Frankfurt. "Auch wenn die Politik in der Ukraine nicht leicht ist, habe heute viel über die Ukraine gelernt.“, sagte Buchhändler und Ur–Frankfurter Bertram Hansch. Der Dokumentarfilm wurde im Rahmen des berufsbegleitenden Weiterbildungsprogramms „Ukraine Calling“ gezeigt. Mitveranstalterin und Moderatorin Johanna Hiebl war zufrieden, dass so viele kamen, um die ukrainische Politik zu verstehen.

