Fridays for Future: Noch kein Klimastreik an der Oder

Streik in Frankfurt – am Main: Hunderte Schülerinnen und Schüler marschierten hier für ein besseres Klima.
Frank RumpenhorstAm Frankfurter Karl–Liebknecht–Gymnasium ist heute schulintern ein freier Tag — schlechte Bedingungen für einen Streik. Gesprochen werde über eine Beteiligung an "Fridays for Future“ bestätigen mehrere Schülerinnen und Schüler am Donnerstag auf dem Schulhof. Martha und Emma aus der 7a haben von der Bewegung gehört und „finden sie gut“. Von konkreten Streikplänen an ihrer Schule wissen sie jedoch nichts. „Jemand hat darüber letztens in unserem Gruppenchat geschrieben und einige wollten mitmachen“, erinnern sich Emma und Marta aus der 12e. Andere Zwölftklässler wollen ihren Namen nicht nennen. Eine Streikbeteiligung sei hin und wieder im Gespräch gewesen, aber man fürchte Stress mit der Schulleitung, sagen sie.
Auch in Słubice an Gymnasium und Grundschule Nr. 1, die Jugendliche bis Klasse 9 besuchen, stehen die Zeichen nicht auf Streik. Das Resultat einer kurzen Schulhofumfrage fällt negativ aus. Über den weltweiten Klimastreik hatte sich keiner der zufällig befragten Schüler eine Meinung gebildet. In größeren Städten Polens hat die Bewegung bereits Fuß gefasst.
In Brandenburg sind teilweise Grüne–Jugend–Mitglieder treibende Kräfte der Klimastreiks. "Wir sind überparteilich“, betont Sprecher Vincent Bartolain. Fahnen oder Flyer von Parteien würden bei den bei den Streikaktionen nicht geduldet.
Frankfurts Grüne–Jugend–Gründer Robert Gidius hat im vergangenen Jahr das Abitur am Gauß-Gymnasium gemacht und pendelt nun zum Studium nach Berlin. Er hat sich im Bekanntenkreis umgehört, aber niemand habe bislang die Initiative ergriffen. „Ich schreibe leider eine Klausur, sonst hätte ich selbst was organisiert“, sagt er. Die etwa 15 Aktive zählende Grüne Jugend sei im letzten Jahr etwas eingeschlafen, er selbst im Abi–Stress gewesen, sagt Gidius. Am 27. März um 17 Uhr sei das nächste Treffen im Grünen–Büro in der Gubener Straße geplant. Es soll auch um eine Frankfurter Beteiligung am Klimastreik gehen, sagt Gidius. (nmw)
