Der große Besucherandrang zum WM-Auftaktspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft ist in den Kneipen in Frankfurt (Oder) ausgeblieben.
Im Elyx am Bahnhofsvorplatz sitzen am Mittwochnachmittag (23.11.) vier Gäste vor dem Fernseher. „Ich bin zu fußballbegeistert, um am Boykott teilzunehmen“, sagt Erik Mattusch, einer von ihnen. Im aktuellen WM-Trikot verfolgt er das Geschehen gegen Japan auf dem Rasen (Partnerportal swp.de). Antonio Rüdiger hat gerade nach Eckball von Joshua Kimmich einen Kopfball knapp neben das Tor gesetzt – Unmut in der Herrenrunde bei Kräutertee und Shisha-Pfeife.

Wirt Gürol Özcan hofft künftig auf mehr Gäste, wenn die deutsche Mannschaft nicht um 14 Uhr, sondern um 20 Uhr spielt (am 27. November gegen Spanien und am 1. Dezember gegen Costa Rica). Auch im Diebels Live sind am frühen Nachmittag viele Tische verwaist. Ein geschmückter Tannenbaum und ein Plastik-Schneemann zieren die Theke.
In der Movie Bar sind ein Dutzend Gäste zusammengekommen. Eine rechte WM-Stimmung will nicht aufkommen. Dass die deutsche Mannschaft nach zwischenzeitlicher Führung durch Ilkay Gündogan erst den Ausgleich und dann auch noch das zweite Tor kassiert, bessert die Stimmung nicht.
Eingeblendet wird eine Sequenz, in der sich die Nationalmannschaft für ein Foto den Mund zuhält – als Reaktion auf das Verbot der „One Love“-Binde. „Politik gehört ins Parlament und nicht auf den Sportplatz“, kommentiert ein Mann vor seinem Bier an der Theke. Die Spieler sollten sich auf den Sport konzentrieren, findet er.