Garten in Polen
: Kleingarten pachten in Slubice – für wen das möglich ist

Dürfen Frankfurter einen Kleingarten in Slubice (Polen) bewirtschaften? Eine Kleingärtnerin aus der Nachbarstadt gibt Antworten – und erzählt, was für sie den Reiz am Gärtnern ausmacht.
Von
Marlena Dumin
Słubice
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„Jeder Mensch braucht ein Stück Land für sich selbst“ – Iwona Gansewska, Vorsitzende der Gartenanlagen Komes in Słubice.

Marlena Dumin
  • In Słubice sind alle Kleingärten ausgebucht.
  • Deutsche dürfen nur mit polnischer Aufenthaltserlaubnis Gärten bewirtschaften.
  • Iwona Gansewska, Vorsitzende der Gartenanlagen Komes, züchtet Hühner und Kaninchen.
  • Kleingärten sind für Senioren besonders wichtig und fördern Gesundheit und Wohlbefinden.
  • Kontakt zu Frankfurter Gärtnern ist erwünscht, Austausch und Integration sind geplant.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ein eigenes Stück Natur, auf dem man an warmen Tagen in Ruhe entspannen kann, ist Gold wert. Vor allem, wenn man der Enge eines Wohnblocks entfliehen möchte. In Słubice bei Frankfurt (Oder) besteht ein großes Interesse an Kleingärten – momentan gibt es jedoch keine freien Grundstücke. Das berichtet Iwona Gansewska, Vorsitzende der Gartenanlagen Komes in Słubice.

„In der Stadt gibt es drei Gartenanlagen mit insgesamt über tausend Parzellen. Das Gelände gehört der Gemeinde, wird aber vom polnischen Verband der Grundstückseigentümer auf Erbbaurecht genutzt“, erklärt sie. Das Interesse an den Parzellen sei durch die Corona-Pandemie noch einmal verstärkt worden, „besonders unter jungen Leuten. Selbst überwucherte Grundstücke wurden damals wie frische Brötchen verkauft“, erinnert sie sich.

Nur Bürger mit Wohnsitz in Polen dürfen Garten bewirtschaften

Auch an Deutsche? In den Richtlinien für die Bewirtschaftung steht, dass die Gärten „für die lokale Gemeinschaft bestimmt sind“, erklärt Iwona Gansewska. Das heißt auch: „Der Gärtner muss eine Aufenthaltserlaubnis und eine Anmeldung in Polen haben“, erklärt sie.

Frankfurter dürfen also demnach keinen Kleingarten in Słubice pachten, in Polen lebende Deutsche schon. Allerdings gibt es ja auch in Frankfurt (Oder) mehrere Tausend Parzellen, rund 100 davon waren zuletzt noch zu haben.

Die Kosten variieren je nach Größe des Grundstücks und belaufen sich auf etwa 500 Złoty pro Jahr (umgerechnet 117 Euro) zuzüglich Strom nach Verbrauch sowie einer einmaligen Investitionsgebühr von 900 Złoty (210 Euro). Die Grundstücke sind zwischen 300 und 500 Quadratmetern groß.

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Manche Gartenbesitzer in Słubice halten in ihren Schrebergärten auch Tiere. Iwona züchtet Hühner und Kaninchen.

Marlena Dumin

Zu den wichtigsten Vorschriften gehört, dass die auf dem Grundstück stehende Laube gemäß den behördlichen Vorschriften errichtet sein muss. Lagerfeuer sind strengstens untersagt. Außerdem muss Ordnung auf dem Grundstück herrschen. Und neue Gartenbesitzer sind dazu verpflichtet, an einer obligatorischen Schulung teilzunehmen.

Viele Senioren in Słubice haben einen Kleingarten

Die Vorsitzende der Kleingartenanlage im Norden der Stadt ist selbst seit mehr als zehn Jahren leidenschaftliche Gärtnerin. Wenn Iwona von der Arbeit nach Hause kommt, verbringt sie nicht viel Zeit in ihrer Wohnung, sondern macht sich so schnell wie möglich auf den Weg zu ihrem Garten.

Sie kann sich gar nicht mehr vorstellen, „wie man ohne Garten leben kann! Anstatt vor dem Fernseher zu sitzen, komme ich hierher, schaue mir das Grün an, säe Gemüse. Letzte Nacht gab es Frost, also musste ich mich darum kümmern und die Pflanzen abdecken. Auch ist es immer angenehm, mit den Nachbarn zu plaudern“, erzählt sie.

Vor allem ältere Menschen aus Słubice würden einen Garten betreiben. Für Senioren seien die kleinen Parzellen ein Zentrum des sozialen Lebens, was wiederum positiven Einfluss auf Gesundheit und Wohlbefinden habe.

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In Słubice gibt es etwa 1000 Schrebergärten und aktuell ist keiner davon frei. Die Nachfrage nach eigenem Land zum Anbau ist hoch.

Marlena Dumin

„Es gibt eine ältere Dame, die kaum gehen kann. Die Kinder bringen sie morgens mit dem Auto und holen sie abends ab. Sie sagt, dass sie in ihrem Leben nie ihren Garten verkaufen würde, denn was würde sie ohne ihren Garten machen?“

Die Tulpen sind verblüht – die Schwertlilien schwellen bereits an

Auf Iwonas Grundstück steht ein überdachtes Gästehaus, mit einem Tisch für gemütliche Kaffeerunden. Auch Hühner und Kaninchen hält sie auf ihrem Grundstücke, um die sie sich das ganze Jahr über kümmert – „es gibt nichts Besseres als hausgemachte Eier“.

Ihre Lieblingsblumen sind Azaleen, auf die man noch eine Weile warten muss. Die Tulpen sind bereits verblüht, dafür stehen die Pfingstrosen bereits in den Startlöchern, und auch die Schwertlilien schwellen in den Zwiebeln an. Gemüse und Kräuter baut sie natürlich auch an, darunter: Schnittlauch, Knoblauch, Kartoffeln, Rüben, Zwiebeln, Bohnen und Gurken. „Die Pflanzen erwachen zum Leben und erfreuen das Auge“, schwärmt sie.

Iwona Gansewska sagt, dass die Kleingärtner aus Słubice gerne Kontakt zu den Gärtnern aus Frankfurt (Oder) aufnehmen würden. „Wir könnten eine Gemeinschaft bilden, voneinander lernen, uns Ratschläge austauschen. Das wäre toll. Wir organisieren Integrationsveranstaltungen im Spätsommer – dazu würden wir die Deutschen gerne einladen.“

Interessierte Kleingärtner aus der Nachbarstadt könnten sich gerne bei ihr melden, einfach per E-Mail an: rodkomesslubice@gorzowpzd.pl