Gewalt in Frankfurt (Oder): Wo Frauen in Not schnell Hilfe bekommen

Fast jeden Tag wird in Deutschland eine Frau getötet – hier Ende August in Berlin. Wo finden Frauen in Frankfurt (Oder) Hilfe, wenn sie mit (häuslicher) Gewalt konfrontiert sind? (Symbolfoto)
Fabian Sommer/dpa- In Frankfurt (Oder) können Frauen, die von Gewalt betroffen sind, Hilfe bei Beratungsstellen finden.
- Die Frauenberatungsstelle befindet sich in der Leipziger Straße 53/54 und spricht Deutsch, Englisch und Polnisch.
- Die Opferhilfe ist am Carthausplatz 1 zu finden, unterstützt durch Psychologin Dr. Ewa Sienkiewicz-Hippler.
- Ein bundesweites Hilfetelefon ist unter 116016 erreichbar, Polizei bei akuter Bedrohung unter 110.
- Beratungstermine sollten im Voraus telefonisch oder per E-Mail vereinbart werden.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Gewalt gegen Frauen – „Ist das tatsächlich noch ein Thema in Deutschland?“, fragt Krystyna Orszulak von der Frauenberatungsstelle | Häusliche Gewalt in Frankfurt (Oder). Die Antwort der Leiterin des Büros ist eindeutig: Ja. Hass und Gewalt gegen Frauen – weil sie Frauen sind – nehmen demnach seit Jahren zu. Der Begriff Femizid beschreibt die extremste Form: die Tötung von Frauen wegen ihres Geschlechts.
938 Mädchen und Frauen wurden nach Zahlen des BKA 2023 bundesweit Opfer von versuchten oder vollendeten Femiziden. 360 wurden tatsächlich getötet. Fast die Hälfte davon durch ihre Partner oder früheren Partner. In Frankfurt (Oder) haben sich in diesem Jahr bereits 70 Frauen in der Johanniter-Beratungsstelle helfen lassen – sie suchten Beratung oder eine Unterbringung im Frauenhaus. Um die 250 Beratungen fanden insgesamt statt, so Krystyna Orszulak.
Wo Frauen in Frankfurt (Oder) Hilfe bei Gewalt finden
Frauen, die in Frankfurt (Oder) von Gewalt bedroht sind, finden unter verschiedenen Nummern und Mailadressen Hilfe. Die Frauenberatungsstelle befindet sich in der Leipziger Straße 53/54 in Frankfurt (Oder). Dort wird Deutsch, Englisch und Polnisch gesprochen. Die Opferberatung hat ihre Räume in Frankfurt (Oder) am Carthausplatz 1. Zudem gibt es mit dem Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ein bundesweites Beratungsangebot, das in 18 Sprachen verfügbar ist.
Wo in Frankfurt (Oder) finden Frauen Hilfe?
- Frauenberatungsstelle: 0335 40123300; frauenhaus-frankfurt.odls@johanniter.de
- Opferhilfe: 0335 6659267; frankfurt@opferhilfe-brandenburg.de
- Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“: 116016
- bei akuter Bedrohung: direkt Polizei unter 110 anrufen
Die beiden Beratungsstellen in Frankfurt (Oder) bieten auch Hilfe vor Ort an. Am besten machen Frauen vorher per Telefon oder E-Mail einen Termin aus. Die Frauenberatungsstelle ist montags bis freitags, von 9 bis 17.30 Uhr, besetzt. Die Opferhilfe bietet in der Regel dienstags, 14 bis 16 Uhr, und donnerstags, 10 bis 12 Uhr, Termine an. Wer auf dem Anrufbeantworter eine Nachricht hinterlässt, wird auch zurückgerufen, so Psychologin Dr. Ewa Sienkiewicz-Hippler.
Beraterin aus Frankfurt (Oder) fordert Gewalthilfegesetz
Beide Beratungsstellen sind von jeweils zwei Personen besetzt. „Das Gewalthilfegesetz brauchen wir – ganz schnell“, verdeutlicht Krystyna Orszulak das Problem: Das Gesetz soll die Finanzierung solcher und ähnlicher Angebote sichern und Frauen, die geschlechtsspezifische oder häusliche Gewalt erleben, einen rechtlichen Anspruch auf Hilfe zusichern.
Dass das nötig ist, zeigen auch die Schutzwohnungen in Frankfurt (Oder). Zehn Plätze stehen in zwei Wohnungen bereit – und sie sind quasi immer belegt. „Wir haben eigentlich nie länger als zwei, drei Tage freie Plätze“, sagt sie. Zieht eine Frau aus, sei „schon die nächste auf dem Weg zu uns“.
Ewa Sienkiewicz-Hippler ist als Psychologin bei der Opferhilfe vor allem für die „Stabilisierung und Linderung von Symptomen“ zuständig. Schlafstörungen, Albträume, Schmerzen, psychosomatische Beschwerden. Dabei gehe es nicht nur um aktuelle Straftaten, sondern auch um solche aus der Kindheit, die im Erwachsenenalter noch Folgen haben. Ihre Kollegin, eine Sozialarbeiterin, könne Betroffene auch zur Polizei oder zu Gerichtsverhandlungen begleiten.


