Hallenbad: Die Angst schwimmt mit
„Aus dem großen Becken tritt Wasser aus und tropft im Keller in einen Raum mit der Regel- und Messtechnik“, berichtet Hallenbad-Leiter Rainer Grüneberg. Die Einrichtung muss geschlossen bleiben, bis der Schaden behoben werden kann. „Dafür konnten wir einen Spezialisten gewinnen, der zwar eigentlich schon in Ruhestand ist, uns aber schon mehrmals bei diesem Problem sehr helfen konnte. Dennoch ist es zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt nicht abschätzbar, ob es sich bei der Schließung um Tage oder Wochen handelt.“
Dabei wurde im Vorfeld viel getan, um genau das zu verhindern. Wie jedes Jahr wurde in der Sommerpause das Wasser aus dem großen Becken gelassen – immerhin 625 Kubikmeter –, um dringend notwendige Arbeiten vorzunehmen. „Das Ablassen dauert genau wie das Befüllen etwa eineinhalb Tage“, erklärt Grüneberg. „Im Becken gibt es feine, nicht sichtbare Haarrisse. Seitdem 1997 die Beckenumrandung erneuert wurde, haben wir immer Probleme mit kleinen Lecks“, berichtet Asgard Gaebel vom Zentralen Immobilienmanagement der Stadt (ZIM).
Dies war auch im vergangenen Herbst der Fall, als die Halle wegen einer Havarie vier Wochen geschlossen war. Das Problem sei allerdings, dass man die Risse nicht sieht und diese daher nur auf gut Glück geflickt werden könnten, erklärt die Sachbearbeiterin. Neben den genannten Verdichtungen wurden auch die Decke neu gestrichen und Fliesen im Umkleidebereich ausgetauscht beziehungsweise neu verfugt. Außerdem wurden Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten durchgeführt und die zwei großen Mehrschichtfilter des Nichtschwimmerbereichs und des Wasserspielgartens mit neuem Filtermaterial befüllt.
240 ESV-Sportler trainieren hier
Auch an der Wasseraufbereitungsanlage wurde gearbeitet, zudem wurden einige der vergilbten und teils defekten Dusch-Armaturen ausgetauscht. „Die komplette Sanierung der Sanitäranlagen ist im Haushaltsplan der Stadt aufgenommen“, betont Asgard Gaebler, die aber gleichzeitig klarstellt: „Am besten wäre natürlich eine neue Schwimmhalle, bei der jetzigen können wir immer nur flicken.“
Ein Neubau wäre auch im Sinne des Eisenbahnersportvereins, deren 240 Mitglieder die Halle täglich zum Training sowie für Wettkämpfe nutzen. „Besonders für unsere vielen Nachwuchs-Schwimmer ist die erneute Schließung eine Katastrophe. Mit den Kindern können wir nicht so ohne weiteres nach Eisenhüttenstadt oder anderswo ausweichen“, berichtet Marco Klame, der kommende Woche an den Masters-Weltmeisterschaften in Südkorea teilnimmt und sich als Übungsleiter im Nachwuchs engagiert. „Die momentane Situation ist für uns als Verein genau wie für die restliche Bevölkerung nicht zufriedenstellend. Die Angst schwimmt immer mit, dass es wieder zu einer Havarie kommt“, sagte der ESV-Schwimmer schon Anfang der Woche – und sollte damit schneller als befürchtet Recht behalten.


