Am Montagmorgen, 6. September, sind sie zusammen mit Freunden aus dem Seelower Ortsverband von ihrem Stützpunkt in Frankfurt (Oder) aus gestartet: 21 Helfer aus dem THW-Ortsverband Frankfurt (Oder) und sieben aus Seelow machten sich auf den rund 670 Kilometer langen Weg ins Reinland-Pfälzische Hochwassergebiet. Für die Frankfurter Helfer ist es bereits der dritte Hilfseinsatz dort. Am Sonntag waren die fünf Fahrzeuge und der nagelneue Anhänger mit der sogenannten Wechselbrücke für den Einsatz gecheckt und mit dem nötigen Gerät beladen worden. Der Hänger wird im Hochwassergebiet seine Feuertaufe erhalten.

Spendenkonto Hochwasserhilfe

Landkreis Märkisch Oderland
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Stichwort: Spenden Hochwasserhilfe 2021

Zielregion ist Bad Neuenahr-Ahrweiler

Das von der Koordinierungsstelle vorgegebene Ziel ist die Region Bad Neuenahr-Ahrweiler. „Die genauen Einsatzaufgaben bekommen unsere Leute vor Ort“, sagt Mark Langhammer, der Sprecher des THW-Ortsverbandes Frankfurt (Oder). Fest stehe: Es wird auch diesmal vorwiegend darum gehen, Straßen, Wege und Brückenzugänge frei zu räumen sowie Keller auszupumpen. Das haben die Frankfurter Helfer schon während ihres ersten Einsatzes Anfang August getan. Damals waren elf Helfer im Hochwassergebiet.
„Es war so berührend, wie dankbar die Menschen für unsere Hilfe sind“, sagt Lilly Lukas. Die 21-Jährige ist auch diesmal mitgefahren. Sie ist eine von sechs Frauen im Frankfurter THW-Helferteam. Auf die Frage, ob die Frauen die Versorgung sichern, winkt Mark Langhammer ab: „Auf keinen Fall! Die sind technisch genauso fit wie die Männer“, sagt er. Und verweist darauf, dass Lilly Lukas die Gruppenführerin der Bergungsgruppe des Ortsverbandes sei. Und Saskia Junghanns (36) mache gerade ihren Lkw-Führerschein, ergänzt der Ortsverbandssprecher.

Die Frau des Bürgermeisters ist mit im Hilfsteam

Auch die Frau von Bürgermeister Claus Junghanns ist mit zum zehntägigen Hilfseinsatz gefahren. Ihre drei Kinder überlässt die THW-Helferin in der Zeit der Obhut von Mann und Schwiegereltern.
Die Abordnung: Diese Helfer aus dem Frankfurter THW-Ortsverband sind am Montagmorgen zum Einsatz ins Hochwassergebiet gefahren.
Die Abordnung: Diese Helfer aus dem Frankfurter THW-Ortsverband sind am Montagmorgen zum Einsatz ins Hochwassergebiet gefahren.
© Foto: Ines Weber-Rath
Neben Pumpen, Schläuchen und diversem Werkzeug haben die Frankfurter THW-Helfer am Sonntag auch Zelte, Feldbetten und Schlafsäcke auf die Fahrzeuge verladen. „Denn wir wissen noch nicht, wo und wie wir untergebracht werden“, erklärt Mark Langhammer.
Der THW-Sprecher verweist darauf, dass der Regionalbereich Frankfurt (Oder) des Hilfswerkes, zu dem neun Ortsverbände zwischen Prenzlau und Senftenberg gehören, seit dem 20. Juli jeweils einen technischen Zug für die Hochwasserhilfe in Rheinland-Pfalz stellt.

Dank an die Arbeitgeber, die die Helfer für den Einsatz freistellen

Einen ausdrücklichen Dank richtet Mark Langhammer an die Arbeitgeber der 21 Einsatzkräfte, die alle in Lohn und Brot stehen. Alle Arbeitgeber hätten die THW-Helfer für den Einsatz freigestellt. Auch wenn der Bund den Lohnersatz zahlt, würden die Arbeitskräfte in ihren Firmen fehlen, weiß Langhammer.
„Mein Arbeitgeber steht voll hinter dem, was ich hier mache. Die Kollegen helfen mir, das in der Ausbildung Versäumte aufzuholen“, sagt Lilly Lukas. Sie ist bei Arcelor Mittal in der Ausbildung zur Industrie-Mechanikerin.
Johannes Gauerke (32), der als Elektriker bei der FWA tätig ist, betont: „Ohne meine Kollegen, die meinen Ausfall kompensieren, ginge es nicht.“ Der begeisterte Motorrad-Rennsportler opfert zudem Zeit für sein Hobby der Hochwasserhilfe. Obwohl er auf der Erfolgsspur war, hat der Frankfurter die aktuelle Rennserie abgebrochen. Besonderen Dank zollt Mark Langhammer zudem den Firmen Elektro Jahn und Elektroinstallation Jörn Patke in Briesen. Beide haben schon drei Mal Mitarbeiter für die Hochwasserhilfe freigestellt.
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