Hund aus Polen: Ermittler retten Welpen aus Słubice vor dem Verdursten

Dieser fünf Wochen alte Welpe wurde illegal in Słubice gekauft und sollte in Berlin weiterverkauft werden. Beamte der Bundespolizei konnten ihn retten. Hier kümmert sich Peta-Ermittlerin Jana Hoger um das Hundebaby.
PETA Deutschland e.V./Valeria GollerWenn es um illegalen Handel mit Hundewelpen geht, rückt auch immer wieder der Słubicer Basar ins Rampenlicht. Dort dürfen zwar keine Hunde verkauft werden, aber gerade die Straßen um den großen Markt sind Schauplatz dubioser Tiergeschäfte. Das Geschäft ist gerade für Zwischenhändler lukrativ, die die jungen Hunde dann in Deutschland für einen deutlich höheren Preis weiterverkaufen.
Einem besonders dramatischen Fall ist Ende September die Tierrechtsorganisation Peta auf die Spur gekommen, als Peta-Ermittlerin Jana Hoger mit einem Kamerateam von Stern-TV den Basar observiert. Dort kauft eine Familie einen gerade einmal fünf Wochen alten Welpen für rund 100 Euro – mit der Absicht, ihn weiterzuverkaufen.
Peta alarmiert die Bundespolizei – Welpe wird auf A12 gerettet
In der entsprechenden Folge von „Haustiere in Deutschland – geliebt & gequält“ ist zu sehen, wie die Familie dann das undercover agierende Stern-TV-Team fragt, ob sie den Welpen kaufen wollen. Hoger und das Fernsehteam lehnen ab und nehmen anschließend die Verfolgung der Zwischenhändler auf.
Sie folgen der Familie über die Autobahn A2 in Richtung Frankfurt (Oder) und hoffen, unentdeckt zu bleiben: „Unsere größte Sorge ist es, dass er den Hund rausschmeißt“, drückt Jana Hoger ihre Sorge aus, sollte die Familie sie zu früh wiedererkennen.
Damit die Zwischenhändler nicht mit dem Welpen davonkommen können, alarmieren Hoger und Stern-TV – noch während sie auf polnischer Seite sind – die Bundespolizei und den Zoll. Weil er ohne gültige Papiere sowie ohne Mikrochip und Tollwutimpfung verkauft wurde, wird der Vierbeiner von den Bundespolizisten in Obhut genommen. Er ist sichtlich dehydriert.
In der Doku ist an dieser Stelle zu sehen, wie Peta-Ermittlerin Jana Hoger die Zwischenhändler konfrontiert. Doch diese scheinen sich keiner Schuld bewusst zu sein. Der Mann beteuert, dem Hund genug Wasser gegeben zu haben, während die Frau bestreitet, ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Schließlich habe nicht sie das Tier von seiner Mutter getrennt.
Welpe aus Słubice in Sicherheit?
„Nach Angaben der Käufer sollte das Hundekind in Berlin weiterverkauft werden“, informiert Peta in einer Pressemitteilung. „Der Welpe wurde nach Eisenhüttenstadt in ein Tierheim gebracht und befindet sich derzeit noch in Tollwutquarantäne“, heißt es in dem Schreiben weiter.
Gemeint ist damit das Tierheim am See, das auch für die Stadt Frankfurt (Oder) zuständig ist. In dem Tierheim sollen seit Ausstrahlung der Stern-TV-Doku am Donnerstag (10.10.) bereits unzählige Anrufe von Tierliebhabern eingegangen sein, die sich um das Wohl des kleinen Welpen sorgen.
Verantwortliche des Bazars in Słubice waren vor Redaktionsschluss nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.


