Kleine Parknacht Frankfurt 2024: Alle Infos zum kleinen Stadtfest im Lennépark

Seit vielen Jahren lockt die Kleine Parknacht die Bürger von Frankfurt (Oder) in den Lennépark. Auch 2024 gibt es wie in den Vorjahren viel Musik.
René MatschkowiakDas diesjährige Motto trifft es gut: „Ein Fest des Herzens mit Tradition“. Jeden Sommer wird der Lennépark in Frankfurt (Oder) mit einem großen Fest gewürdigt. Die 14. Ausgabe der Kleinen Parknacht lockt auch 2024 wieder mit klasse Musik, einem bunten Programm und guter Laune. Am Sonnabend (22.6.) von 16 Uhr bis 21 Uhr feiern wieder Tausende Einheimische und Angereiste im zweitältesten Bürgerpark Deutschlands zusammen. Der Eintritt ist wie immer kostenlos.
Die große Feier der Kleinen Parknacht startet diesmal an der legendären Schmeißereiche des Lennéparks. Um 16 Uhr geht es los. Auch Oberbürgermeister René Wilke lässt sich das Fest nicht entgehen. Nach seinen Grußworten spielen die Popchorners auf. Mit Popmusik, Klavier und a Cappella werde das „eine ganz tolle Eröffnung“, ist sich Sonja Gudlowski, die stadtbekannte Initiatorin der Bürgerinitiative für den Lennépark und der kleinen Parknacht sicher.
Rock und Blues im Lennépark in Frankfurt (Oder)
Die Stelle für die Eröffnung ist bewusst gewählt, erzählt sie doch auch eine kleine Geschichte über den Park: Eigentlich sollte die Eiche gefällt werden, später machte sie Parkarchitekt Peter Joseph Lenné zum Ausgangspunkt seiner Gestaltung. Heute ist sie der älteste Baum im Park und hat schon Blitzeinschläge und Brandanschläge überlebt. Innen komplett hohl grünt die Eiche immer noch. „Die Kraft der Eiche strahlt auf die Bürgerinitiative aus“, lacht Sonja Gudlowski, die die Kleine Parknacht seit 17 Jahren organisiert.

Sonja Gudlowski freut sich auf viele Besucher bei der kleinen Parknacht 2024. Über 300 Ehrenamtliche sowie unzählige Sponsoren und Unterstützer helfen mit, damit das Fest im Lennépark ein Erfolg wird. Damit ist die kleine Parknacht mehr als nur eine Feier, sondern ein Projekt, bei dem die ganze Stadt mitzumachen scheint.
Leonard PalmUnweit der Eiche zieht am Sonnabend auch ein Drehorgelspieler durch den Park. Ein paar Schritte weiter drehen nacheinander die Bands AMBS und Micro Cuts fetzigen Rock und leidenschaftlichen Blues auf. Nahe der Schmeißerbrücke begeistern die High Spirits mit lebensfroher Folkmusik.
Besonders für Kinder wartet wieder ein aufregendes Programm. Beim Gärtnerei-Spielplatz im Lennépark entsteht eine magische Märchenwelt mit Schatzsuche. Um 17 Uhr sollten sich Kinder zur Kita „Hilde Coppi“ in Richtung der Schwanenbrücke aufmachen: In einem umwerfenden Wolfskostüm spielt das „Theater des Lachens“ den Wolf und die sieben Geißlein als Puppenspiel.
Um 20 Uhr gibt es schließlich eine Herzluftballon-Parade für Jung und Alt: Vom Spielplatz aus laufen Kinder mit über 100 Herzluftballons an den Handgelenken durch den Park. Und vorneweg marschieren zwei Musiker von High Spirit mit ihren Dudelsäcken. Ein Mordsspaß, so viel ist sicher.
Kindern wird bei der Kleinen Parknacht viel geboten
Der große Abschluss findet dann wieder zentral an der Schmeißereiche statt, wenn um 20.40 Uhr auf dem kleinen Eichenhügel der Große Chor der Singakademie seinen Auftritt hat. „Der Chorleiter Rudolf Tiersch animiert zum Mitsingen und Mitmachen, sodass die Leute einfach mit einem guten Gefühl und einer guten Stimmung nach Hause gehen – und ein tolles Erlebnis gehabt haben“, knistert bei Sonja Gudlowski schon die Vorfreude.

Im Gespräch mit Bürgern: Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke war 2023 zum ersten Mal bei der Kleinen Parknacht. Auch in diesem Jahr soll es wieder Überraschungen geben. Noch verrät Sonja Gudlowski aber nicht, welche das sind.
René MatschkowiakFür eine magische Atmosphäre sorgen Betreute der Lebenshilfe. Wie schon in den vergangenen Jahren pflastern sie zusammen mit Besuchern einen Weg aus Licht. Der führt am Schwan-Teich entlang von der Südseite des Parks bis zur Schmeißerbrücke und bringt, wenn die Sonne untergegangen ist, den funkelnden Sternenhimmel auf die Erde nach Frankfurt (Oder).
„Seit es den Weg aus Licht gibt, sind die Betreuten so aufgeblüht. Am Anfang waren sie noch ganz schüchtern, haben sich kaum getraut, jemanden anzusprechen. Im letzten Jahr haben sie nicht mal den Ministerpräsidenten ausgelassen“, freut sich Sonja Gudlowski.
Auch Dietmar Woidke ist Fan der Kleinen Parknacht
Lange lag die Lennépark-Engagierte dem Landesherren Dietmar Woidke in den Ohren, bis der auch zur Kleinen Parknacht kam. Er zeigte sich beeindruckt von dem bürgerlichen Engagement dahinter. Denn: Seit fast 200 Jahren gestalten und pflegen die Frankfurter Bürger ihren Stadtpark selbst. 1825 sammelten die Einwohner der Oderstadt genug Taler, um den größten Landschaftsarchitekten der damaligen Zeit, Peter Joseph Lenné, für die Planung eines Parks auf den ehemaligen Wallanlagen zu gewinnen. Mit seinen verschlungenen Pfaden, verwunschenen Wegen, idyllischen Gewässern und geheimnisvoller Bepflanzung zählt der Lennépark bis heute zu den schönsten Gärten aus der Zeit der Romantik.
Bis heute trägt die Bürgerinitiative mit Abenden wie der Kleinen Parknacht dazu bei, dass der Lennépark erhalten und aufgebessert wird. Zwar ist der Eintritt kostenlos, doch Besucher werden um Spenden gebeten. „Alle Spendengelder fließen wirklich in den Park“, betont Sonja Gudlowski und zeigt auf die Bänke und Fitnessgeräte am Spielplatz. Diesmal sammeln die Parkfreunde für eine Lenné-Büste. „Dort hinten soll sie stehen“, sagt Sonja Gudlowski und deutet in die Ferne zu den Lenné-Röschen, einer besonderen Züchtung.


