Krasse Katzen in Brandenburg
: Glückskatze Lilly aus Manschnow zieht alle in den Bann

Hund und Katze müssen nicht Feinde sein. In Manschnow bei Küstrin gibt's eine Katze, die alle friedlich stimmt.  Es ist schwer, ihrem Charme zu widerstehen.
Von
Ulf Grieger
Manschnow
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Magische Glücklskatze: Streanie Bratke mit ohre Katze Lilly.

Magische Glückskatze: Stefanie Bratke mit ihrer Katze Lilly. „Obwohl Lilly in der Nachbarschaft die kleinste und zierlichste Katze ist, mischt sie die Nachbarschaft gut auf", erzählt die Manschnowerin.

Ulf Grieger

Die Friedhofstraße in Manschnow gehört nicht zu den besten in Märkisch-Oderland. Schlagloch reiht sich an Schlagloch. Aber für die nahezu auf jedem Gehöft lebenden Katzen ist der Umstand, dass die Autos dort nur sehr langsam fahren könne, natürlich ein Segen. Während nebenan der Grenzverkehr auf der B1 von und nach Polen rollt, haben die Freigänger-Katzen mit dem nahen Friedhof, dem Heyengraben und der Alten Oder ein wahres Katzenparadies.

Seit nun schon zehn Jahren lebt die Katze Lilly bei Stefanie Bratke und ihrem Freund. Und setzt ihr Frauchen immer wieder so in Erstaunen, dass Stefanie Bratke  sich entschlossen hat, Lilly für die Aktion  „Krasse Katze“ anzumelden. Die Frage dabei ist: Wo streift Lilly nachts umher? Die Katze mit dem bunten Fell hat übrigens bereits Medienerfahrung. Auf einer Zeitungsseite zum Katzentag war sie kürzlich abgebildet.

Katze Lilly pflegt tierische Freundschaft auf dem Hof

„Obwohl Lilly in der Nachbarschaft die kleinste und zierlichste Katze ist, mischt sie die Nachbarschaft gut auf“, erzählt Stefanie Bratke.  Sie streife durch die Gärten, posiert vor den anderen Katzen und Hunden. Wenn es brenzlich wird, suche sie aber Schutz bei Herrchen und Frauchen. Vor zehn Jahren hatten sie und ihr Freund die Katze, die aufgrund ihres bunten Fells auch eine „Glückskatze“ ist, von Bekannten bekommen. Damals ist Lilly auch gleich kastriert worden. Sie ist Freigängerin und kommt eigentlich nur zum Fressen und Schmusen nach Hause. Eine Katzenklappe gibt es nicht, Türen macht sich Lilly noch nicht selbst auf. An besonders kalten Wintertagen darf Lilly auch in der Wohnung übernachten, zu Silvester sowieso. Dies vor allem, nachdem sie sich in einer Silvesternacht gleich derart erschreckt, dass sie länger fort geblieben war.

Im Wohnzimmer steht ein großer Katzenbaum, auf den sie sich auch gern zurückzieht. Eine vorherige Fütterung vorausgesetzt.  Der Lieblingsplatz aber ist das Fensterbrett, von wo aus sie die Friedhofstraße und die Nachbarkatzen gut im Blick hat. Das Fenster ist auch ihr bevorzugtes Entree ins Haus.

Katzenauge sei wachsam auf dem Lieblingsplatz auf dem Fensterbrett: Dort hat Lilly die Friedhofstraße von Manschnow gut im Blick.

Katzenauge sei wachsam auf dem Lieblingsplatz auf dem Fensterbrett: Dort hat Lilly die Friedhofstraße von Manschnow gut im Blick.

Ulf Greger

Deshalb ist Lilly aus Manschnow eine krasse Katze

Warum ist Lilly aber eine krasse Katze? Das wird schon etwas deutlich, als wir Lilly auf dem Hof an der Friedhofstraße kennenlernen. Während die Katzendame vor dem Besuch an der Einfahrt posiert und sich von allen Seiten zeigt, stehen die beiden Hunde Betty (4) und Lara (11) brav am Hoftor und beobachten sie genau. Lilly genieß das. Sie hat die beiden Hunde gut im Griff. „Die beiden bellenden vierbeinigen Mitbewohner beschützen Lilly, wenn es notwendig wird“, sagt Stefanie Bratke. Während Lara schon auf dem Hof war, als Lilly dazu kam, hat die jüngere Betty den Hof nicht anders kennengelernt, als mit Lilly. Betty jagt Lilly auch manchmal, aber nur im Spiel.

Doch nicht nur bei den Hunden lässt Lilly ihren natürlichen Charme spielen. Selbst Menschen, die von sich selbst behaupten, keine Katzen zu mögen, bekommt Lilly rum. Ein Beispiel hat Stefanie Bratke in ihrer eigenen Familie. „Meine Schwiegermutter mochte keine Katzen. Aber Lilly hat es geschafft, dass sie bei ihr auf den Schoß kommen kann und gestreichelt wird“, erzählt sie.  Woran liegt das?

Mit Lilly scheint es nie langweilig zu ein. Während andere Katzen zwischen Schlafen und Fressen nur kurze Spielpausen einlegen, ist Lilly immer neugierig und unternehmungslustig, wovon natürlich Kinder begeistert sind, wenn sie Lilly erleben. Sie nervt auch nicht mit ihrem Gemauze. Ganz dezent gibt sie Laut, wenn sie etwas will. Sie kann mit ihrem Frauchen auch völlig lautlos kommunizieren. Es reicht, wenn sie sich hinsetzt und Stefanie Bratke nur anstarrt. „Davon kann ich sogar wach werden“, sagt Stefanie Bratke.

Hat ihre Hunde im Griff: Freigängerin Lilly verträgt sich gut mit den beiden Hündinnen Lara und Betty.

Hat ihre Hunde im Griff: Freigängerin Lilly verträgt sich gut mit den beiden Hündinnen Lara und Betty.

Ulf Grieger

Katze Lilly ist eine Kämpferin nach Verletzungen

„Lilly ist eine äußert zutrauliche Katze“, erzählt Stefanie Bratke. „Sie ist zwar draußen recht keck und frech unterwegs, drinnen ist sie eine Schmusekatze.“ Ihre Krallen fahre sie nur draußen aus. Vor einiger Zeit habe sie sich noch regelmäßig Mäuse gefangen. In letzter Zeit eher weniger. Natürlich gab es auch schon Kümmernisse mit ihr: „Die eine oder andere Wunde brachte sie natürlich auch mit nachhause. Vor einigen Jahren erkrankte sie an einem schweren Infekt. Tagelang habe ich sie per Hand gefüttert und ihr über eine Pipette Wasser zugeführt. Dem Katzengott sei Dank habe sie es überlebt. „Lilly ist eine Kämpferin. Sie ist einzigartig“, ist Stefanie Bratke überzeugt.