Laufsteg Brückenplatz
: Kenianische Mode made in Frankfurt

Mit dem Fest der Vielfalt ging die Interkulturelle Woche zu Ende. Der Brückenplatz wurde dabei zum Laufsteg.
Von
Thomas Gutke
Frankfurt (Oder)
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Designerin Egna Mutero bei der Modenschau zum Fest der Vielfalt auf dem Brückenplatz.

Thomas Gutke

Die Kleidungsstücke entstanden in der Nähstube des Brückenplatzes. Mit drei HelferInnen schneiderte Egna Mutero die Hemden und Kleider. Zum Verkauf stehe die Mode erst einmal nicht. „Ich entwerfe die Sachen, weil ich Spaß daran habe und andere motivieren will, sich ebenfalls einzubringen“, erklärte sie.

Umzug steht bevor

Für sie und inzwischen mehr als 300 Menschen, darunter viele Geflüchtete, sind die alte Turnhalle und das angrenzende Grün westlich der Faberstraße zu einem wichtigen Anlaufpunkt geworden. Mehrmals in der Woche wird hier Fußball gespielt. Muslime treffen sich zum Gebet. Es gibt eine Fahrradwerkstatt, ein Frauencafé und vieles mehr.

Doch spätestens im nächsten Jahr wird der Brückenplatz umziehen müssen. Denn die ehemalige Grundschule Mitte, zu der die Turnhalle gehörte, wird abgerissen, um Platz für einen geplanten Hotelneubau zu schaffen. Mit dem Projekt weiter gehen könnte es in der Robert–Havemann–Straße. Dort steht eine Immobilie der Wohnungswirtschaft leer. „Es gibt inzwischen ein Nutzungskonzept für ein interkulturelles Zentrum“, erklärt Mitbegründer Michael Kurzwelly. Die früheren Magazinräume bieten 800 Quadratmeter Platz. Und zwar nicht nur für die bisherigen Brückenplatz–Angebote, sondern auch für Vereine und Projekte wie Utopia, Radio Slubfurt und andere. Noch habe der Aufsichtsrat des Wohnungsunternehmens nicht entschieden. „Gibt es grünes Licht, soll das Wellblechdach gegen ein Warmdach ausgetauscht werden. Außerdem brauchen wir dann einen Trägerverein, der das Zentrum bewirtschaftet“, berichtet Kurzwelly. Am Namen Brückenplatz hänge er dabei überhaupt nicht. „Mein Ziel ist es, einen Rahmen zu schaffen, in dem sich Bürger– und Zivilgesellschaft entfalten kann“, erklärt er.

Doch noch steht der Abschied vom Brückenplatz nicht bevor. Am Sonnabend war er ein Ort der sichtbaren Vielfalt, die Frankfurt als Stadt zu bieten hat. Den ganzen Nachmittag über präsentierten sich Vereine und Organisationen aus dem Integrationsnetzwerk der Stadt. Dazu gab es Kleinkunst und Weltmusik, Reis mit Hühnchen, Kuchen und Kaffee. Zu Gast war auch die Landesintegrationsbeauftragte Doris Lemmermeier. Sie lobte die Integrationspolitik der Stadt und rief dazu auf, sich für eine Gesellschaft einzusetzen, „an der alle gleichberechtigt teilhaben können“.