Leichtathletik: Eine Strecke, die Erinnerungen weckt

Gemeinsam unterwegs, gemeinsam im Ziel: die Frankfurterinnen Jana Enders (Nummer 28) und Kirsten Pötsch
Steffen HartzSo erzählt die ehemalige Frankfurterin und mit 52:47 Minuten erneut schnellste Frau, Rita Steger von der LG Erlangen: „Früher haben wir viel an der Helene trainiert. Die Strecke ist zwar schwer zu laufen, da der Weg kaum noch zu sehen ist, aber alles war gut markiert“. In der Jugend zählte die mittlerweile 35-Jährige zum hoffnungsvollen Triathlonnachwuchs des MSV Tripoint. Jetzt nutzten sie und ihr Mann ein verlängertes Wochenende, um ihre Eltern zu besuchen.
Olav Senger vom SC Frankfurt erinnert sich, Anfang der 1980er Jahre als Radsportler an der Sportschule manche Runde um den See gelaufen zu sein. „Wir wurden mit dem Bus hergefahren, hatten eine Zeitvorgabe, und dann ging es wieder zurück.“ Am Freitag lief er in einer kleinen Gruppe lange Zeit mit Sichtkontakt zu Rita Steger, konnte sie bei Kilometer 6 überholen, ehe sie aber doch wieder an ihm vorbeizog.
Begeistert von der Runde zeigte sich Sieger Maik Klose vom Rad- und Laufsportverein Eisenhüttenstadt (50:41): „Das war echt cool, schön abwechslungsreich, und die Sicht auf den See ist toll.“ Der 20-Jährige, der sich auf den Halbmarathon konzentriert, zieht oft seine Runden mit dem Ziltendorfer Maximilian Liebig, der Dritter hinter Jens Schneeweiß (MSV Tripoint) wurde.
Aus dem Stau auf die Strecke
Kurios, dass Marie Steffens und Magali Hübers, die neun Minuten hinter dem Feld gestartet waren, am Ende Platz 2 und 3 bei den Frauen belegten. „Die Berlinerinnen waren aufgrund des Staus auf der Autobahn zu spät gekommen, wollten aber unbedingt noch laufen“, erzählt Zeitnehmer Karsten Lenke. Sie noch für das Protokoll zu berücksichtigen war für ihn kein Problem.
Nach seinem Zieleinlauf und kurzem Luftholen ging Sven Fago Burde (USC Viadrina/1:12:28 h) auf Kirsten Pötsch und Jana Enders zu: „Darf ich mich bei euch bedanken? Ihr habt mich gut gezogen. Ich hätte sonst mehr Pausen gemacht.“ Die beiden Frauen laufen oft gemeinsam – als Mitglieder der Laufgruppe der BSG Deutsche Rentenversicherung ermöglicht ihnen ihr Arbeitgeber, dafür die Mittagspause zu nutzen. „Wir sind bis zu acht Leute, die sich treffen, manchmal auch schon vor der Arbeit“, erzählt Enders. Und Pötsch ergänzt: „Wir werden nie unter den Ersten sein, wollen einfach fit sein.“ Dass sie für einen Wettbewerb nicht weit fahren müssen, kam ihnen da sehr entgegen. keb
