Die Trepliner Nora und Armin Neumann brachten am Sonnabend (10.09.), kurz nach 15 Uhr, eine Hiobsbotschaft in den Lennépark. „In Booßen gießt es wie aus Kübeln“, informierte Armin Neumann, Sohn des ersten Frankfurter Ehrenbürgers nach der politischen Wende, „ich hoffe sehr, dass der Regen da auch bleibt.“ Parknacht-Organisatorin Sonja Gudlowski von der Bürgerinitiative Lennépark in Frankfurt (Oder) winkte ab – und blieb optimistisch.
Ja, ein langer Regen am 20. August zwang sie, das schöne Fest abzusagen. Damals schüttete es über den Park – und in Booßen blieb es trocken. Nun war es zum Glück umgekehrt. „Ausgleichende Gerechtigkeit“, frohlockte Uwe Beire, der in Künstlerkreisen Blues-Uwe heißt und sich als „bunter, polyglotter Cross-over-Unterhaltungskünstler“ versteht.

OB René Wilke: „Der Lennépark ist unser Herzstück“

Auf seiner Klampfe brachte er nahe der Traumwiesen-Bühne auch seinen aktuellen Song über die 80 Linden in der Magistrale zu Gehör. „Sie sind für mich Symbole für Gerechtigkeit und Identität und dürfen nicht gefällt werden.“
Apropos Traumwiesen-Bühne. Dort eröffnete Oberbürgermeister Renè Wilke um 15 Uhr die 12. Parknacht und gestand, seit Freitag mehrfach und voller Optimismus auf die Wetter-App geschaut zu haben. Er lobte Sonja Gudlowski, „die den Laden zusammenhält“ und formulierte mit Blick auf die vielen, vielen Besucher der Parknacht: „Das ist unser Tag. Und der Lennépark unser Herzstück.“
Annähernd 250 Frauen und Männer vor und hinter den Parkkulissen hatten sich auch im zweiten Anlauf auf diesen musikalischen Abendspaziergang – er trug den Titel „Sommernachtstraum“ – vorbereitet. Darunter Chöre, Bands und Künstler, die ohne Gage auftraten.
Das Fest gefiel jung und alt. Viele Zuhörer hatte unter anderem die Singakademie.
Das Fest gefiel jung und alt. Viele Zuhörer hatte unter anderem die Singakademie.
© Foto: Jörg Kotterba
So auch der Große Chor der Singakademie um seinen Dirigenten Rudolf Tiersch. Seit 1986 darf sich der gebürtige Thüringer Chordirektor der Frankfurter Singakademie nennen. Sie besteht aus drei Nachwuchs-Chören, dem Kammerchor und dem Großen Chor. „Es macht so viel Spaß, unter seiner Regie zu singen“, schwärmte Katja Wolle, einst Bürgermeisterin und Kulturdezernentin von Frankfurt (Oder). Zugleich rührte sie beim musikalischen Abendspaziergang die Werbetrommel: „Wir suchen neue Stimmen, vor allem von Männern.“

Zwei Besucher reisten sogar aus Sachsen-Anhalt an

Zum Fest im Lennépark weit angereist waren Monika und Gerhard Zinke. „Wir kommen aus der Altmark, nahe Tangermünde in Sachsen-Anhalt. An der Oder waren wir noch nie“, gestand die 67-jährige ehemalige Lehrerin. Sie habe von der Parknacht per Zufall erfahren. „Eigentlich waren nur das Kloster Chorin und Neuzelle mit den vielen Anlaufpunkten die Objekte unserer Begierde. Nun bleiben wir einen Tag länger in der Region – und haben die Tour hierher nicht bereut.“ Die Parknacht sei wirklich „ein Sommernachtstraum und mit so viel Liebe vorbereitet“, ergänzte Ehemann Gerhard.
MinoArt nennt sich eine Gruppe von Hobby-Malerinnen mit Monika Leonhardt, Erna Kunze und Kornelia Protz (von links). Bei der Parknacht stellten sie sich und ihre Werke vor.
MinoArt nennt sich eine Gruppe von Hobby-Malerinnen mit Monika Leonhardt, Erna Kunze und Kornelia Protz (von links). Bei der Parknacht stellten sie sich und ihre Werke vor.
© Foto: Jörg Kotterba
Am Stand von Raik Neumann, Chef des gleichnamigen Obst- und Pferdehofes, kauften die Zinkes „Marschverpflegung“: Frische Äpfel und Pflaumen. „Die Stimmung im Lennépark ist einmalig. Ich blicke nur in glückliche Gesichter“, schwärmte Raik Neumann. Er und Mitarbeiter Lars Wohlfeil freuten sich auch, weil ihre regionalen Produkte so gut angenommen wurden.
Wunderschön eingekleidete Hostessen sammelten auch bei der 12. Parknacht Spenden. „Insgesamt kamen 2142 Euro für die Erhaltung des Gartendenkmals Lennépark zusammen“, hieß es am Sonntag in einer Pressemitteilung der Bürgerinitiative. Mehr als 2000 Besucher seien gezählt worden. Vom Geld wird die Bürgerinitiative den Südbereich des Lennéparks mit grünen Infotafeln und einem QR-Code ausstatten.