Mücken
: Statt auf Mauersegler setzt Słubice nun doch auf Chemie

In Frankfurt ein geflucht und geschlagen, in Słubice wird gespritzt. Dabei sollten in diesem Sommer die Vögel die Stechmücken fressen.
Von
Nancy Waldmann
Slubice
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  • Eine Mücke saugt Blut aus dem Arm eines Mannes. (Archivbild)

    Eine Mücke saugt Blut aus dem Arm eines Mannes. (Archivbild)

    Patrick Pleul
  • Friedhelm Zielke: "Ich bin gegen die Bekämpfung von Insekten, dass ist nicht meine Richtung, die ich vertrete, Denn nach einer Chemie-Keule sind die Folgen für die Umwelt und die Menschen, die Nebenwirkungen, unabsehbar."

    Friedhelm Zielke: "Ich bin gegen die Bekämpfung von Insekten, dass ist nicht meine Richtung, die ich vertrete, Denn nach einer Chemie-Keule sind die Folgen für die Umwelt und die Menschen, die Nebenwirkungen, unabsehbar."

    Jan-Henrik Hnida
  • Marianne Penzel: "Mir sind die Mücken dieses Jahr noch gar nicht richtig aufgefallen. Aber ich bin gegen den Einsatz von Chemie, falls man etwas unternehmen sollte, denn das ist schlecht für die Natur. Und für die Fahrt auf dem Schiff "Onkel Helmut" werde ich lange Kleidung anziehen."

    Marianne Penzel: "Mir sind die Mücken dieses Jahr noch gar nicht richtig aufgefallen. Aber ich bin gegen den Einsatz von Chemie, falls man etwas unternehmen sollte, denn das ist schlecht für die Natur. Und für die Fahrt auf dem Schiff "Onkel Helmut" werde ich lange Kleidung anziehen."

    Jan-Henrik Hnida
  • Carsten Spiegel: "Ich bin dafür, etwas gegen die Mücken zu machen - aber ohne Chemie. dabei sollte ein Maß zwischen Natur und Mensch gefunden werden. Ich persönlich lasse mich einfach stechen. oder nutze beim Angeln eine Verdampfer gegen die Insekten."

    Carsten Spiegel: "Ich bin dafür, etwas gegen die Mücken zu machen - aber ohne Chemie. dabei sollte ein Maß zwischen Natur und Mensch gefunden werden. Ich persönlich lasse mich einfach stechen. oder nutze beim Angeln eine Verdampfer gegen die Insekten."

    Jan-Henrik Hnida
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Ganz anders in Słubice: Wie jedes Jahr wurde Rufe nach „opryski“ laut – dem Bespritzen der Plagegeister durch Chemie. Im Rathaus liefen in den letzten Tagen die Telefone heiß, berichtet Sprecherin Beata Bielecka. Mütter meldeten sich, dass sie ihre Kinder nicht mehr im Wagen spazieren fahren können, so sehr würden die Kleinen von Mücken angefallen. Schrebergärtner könnten ihren Garten nicht bewirtschaften. „Auch ich kann abends kaum die Blumen im Garten gießen“, erzählt Bielecka. Tatsächlich gab man dem Drängen nach, obwohl Bürgermeister Mariusz Olejniczak als Verfechter ökologisch verträglicher Lösungen gegen die Mückenplage gilt und im letzten Jahr auf Chemie verzichtete. Im Frühjahr hatte er den Mauersegler als effektivsten Bekämpfer, der bis zu 20 000 Insekten am Tag vertilge, auserkoren. Durch die Anbringung von Nistkästen an dem in Sanierung befindlichen Vereinshaus in der ul. Piłsudskiego sollte die Population der schwalbenähnlichen Vögel gefördert werden.

Protest und Nachfragen beim Rathaus

Am Mittwoch teilte die Słubicer Stadtverwaltung plötzlich mit: „Die Mauersegler schaffen es nicht. Wir müssen uns mit chemischen Präparaten behelfen!“ Nun meldeten sich die kritischen Bürger im Rathaus mit Protest und Nachfragen. Es stellte sich heraus, dass die Nistkästen für die Mauersegler doch noch nicht angebracht wurden, weil sich corona-bedingt der Baubeginn in die Brutzeit verschoben hatte. Die Stadtverwaltung blieb – nach zwischenzeitlichem Zögern – dennoch bei der Entscheidung. In der Nacht zum Sonnabend  spritzte eine beauftragte Firma auf Spielplätze, Parks und rund um Kleingartenanlagen. Bekämpft werden sollten damit erwachsene Mücken, nicht die Larven. Gegen letztere hätte man bereits früher aktiv werden müssen, aber dieses Jahr war eine solche Maßnahme ja gar nicht geplant, so Bielecka.

Schadet auch Vögeln und anderen Tieren

„In Polen ist es leider üblich zu spritzen“, sagt Natalia Duer vom Słubicer Naturschutzverein „Dziupla“. So eine Chemiespritze schade nicht nur Mücken, sondern auch anderen Insekten und auch anderen wirbellosen Tieren, gibt sie zu bedenken. Die vergifteten Insekten würden wiederum von Vögeln und anderen Tieren gefressen, schadeten also auch ihnen. „Und ich frage mich, ob das Präparat ungefährlich für Menschen ist“, so Duer. Welche Substanz angewendet werde, war aus dem Rathaus am Freitag nicht zu erfahren. Die Alternative wäre, so Natalia Duer, Nistkästen und Unterschlupfe für Mückenfresser wie Schwalben, Mauersegler und Fledermäuse zu schaffen.

Für solche Nistmöglichkeiten setzt sich auch der Nabu in Frankfurt seit Jahren ein. Er zeichnete etwa „schwalbenfreundliche Anlaufpunkte“ aus, wenn Bewohner Nester an ihren Häusern duldeten.

Umfrage

Carsten Spiegel: "Ich bin dafür, etwas gegen die Mücken zu machen - aber ohne Chemie. Dabei sollte ein Maß zwischen Natur und Mensch gefunden werden. Ich persönlich lasse mich einfach stechen oder nutze beim Angeln ein kleines Gerät, dass Dampf gegen Insekten ausstößt."

Marianne Penzel:  "Mir sind die Mücken dieses Jahr noch gar nicht richtig aufgefallen. Aber ich bin gegen den Einsatz von Chemie, falls man etwas unternehmen sollte, denn das ist schlecht für die Natur. Und für die Fahrt auf dem Schiff ‚Onkel Helmut’ werde ich lange Kleidung anziehen."

Friedhelm Zielke: "Ich bin gegen die Bekämpfung von Insekten, dass ist nicht meine Richtung, die ich vertrete, Denn nach einer Chemie-Keule sind die Folgen für die Umwelt und die Menschen, die Nebenwirkungen, unabsehbar."Fotos (3): Jan-Henrik Hnida