Musikschule in Frankfurt (Oder): Demo gegen enorme Preissteigerungen für Musikschüler

Musikunterricht könnte in Frankfurt (Oder) bald viel teurer werden, wenn die Stadtverordneten das so entscheiden. (Symbolfoto)
Robert Michael/dpa- Musikschule in Frankfurt (Oder) plant Preiserhöhungen; Demo angekündigt.
- Preise für Musikunterricht könnten um bis zu 25% steigen.
- Kundgebung vor dem Rathaus am 19.6. um 14 Uhr.
- Motto der Demo: "Musik darf kein Luxus sein".
- Hintergrund: Finanzlage der Stadt und gestiegene Personalkosten.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Am Donnerstag (19.6.) tagt in Frankfurt (Oder) die Stadtverordnetenversammlung (SVV). Dann soll auch über die neuen Preise an der städtischen Musikschule ab August abgestimmt werden. Die Vorlage sieht vor, dass die Entgelte drastisch steigen sollen. Dagegen regt sich Widerstand: Vor der Sitzung ist eine Demo angekündigt.
Aus dem Umfeld von Musikschülerinnen und -schülern wird ab 14 Uhr, also eine Stunde vor Beginn der SVV, vor dem Rathaus eine Kundgebung organisiert. „Musik darf kein Luxus sein“ lautet das Motto. Sara Krethlow gehört zu den Organisatorinnen – sie erhielt beispielsweise vor drei Jahren beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ einen ersten Preis im Gesang, ermöglicht durch Gesangsunterricht an der Musikschule in Frankfurt.
Demo vor Rathaus in Frankfurt (Oder): Musik sei für alle da
Sie und der Linken-Stadtverordnete Jan Augustyniak haben die Protestkundgebung angekündigt. Der Organisationskreis kritisiert, heißt es in einer Pressemitteilung, dass die Entgelterhöhungen „auf Kosten von Kindern, Familien und gesellschaftlicher Teilhabe“ geschehen. Er ruft dazu auf, „mit Schildern, Instrumenten und Stimme zum Rathaus zu kommen, um für bezahlbare Bildung und kulturelle Gerechtigkeit zu demonstrieren“.
Musik sei für alle da, nicht nur für Besserverdienende, heißt es weiter. Das hatten auch schon Stadtverordnete im Bildungs- und Kulturausschuss sowie im Wirtschafts- und Finanzausschuss kritisiert. Der Bildungsausschuss stimmte letztlich gegen, der Finanzausschuss knapp für die Empfehlung der Vorlage zum Beschluss in der SVV.
Wie die Preise an der Musikschule Frankfurt (Oder) steigen sollen
Diese sieht vor, dass vor allem die Preise für erwachsene Musikschüler steigen sollen. Diese sollen künftig einen Zuschlag von 25 Prozent auf das Unterrichtsentgelt zahlen – statt wie bisher pauschal 120 Euro pro Jahr mehr. Doch auch für viele jüngere Musikschülerinnen und -schüler soll laut Vorlage der Besuch der Musikschule im Schnitt 17,65 Prozent teurer werden.
Gesangsunterricht wie der von Sara Krethlow oder auch Instrumentalstunden würden dann 889,20 Euro pro Jahr – für 45 Minuten – kosten. Bislang sind es 756 Euro. Auch der Preis für die musikalische Früherziehung soll in Frankfurt steigen, auf 240 Euro, während sie anderswo im Umland viel günstiger ist. Hintergrund sind die angespannte Finanzlage der Stadt und vor allem die gestiegenen Personalkosten: Honorarverträge mussten in Festanstellungen umgewandelt werden.
Stephan Pierau (Linke) hatte bereits angekündigt, in der SVV die Rückverweisung der Beschlussvorlage an die Stadtverwaltung beantragen zu wollen. Schon im Mai hatte es eine Demonstration vor dem Rathaus gegeben, bevor über stärkere (Werbe-)Präsenz der Bundeswehr in der SVV abgestimmt wurde. Ob die Demo letztlich mit dazu führte, dass der SPD-Antrag angelehnt wurde, bleibt offen. Genauso offen ist, was die Stadtverordneten an diesem Donnerstag zu den Preisen an der Musikschule beschließen. Einfach durchgewunken wird auch diese Vorlage jedoch mit Sicherheit nicht.



