An diesem Donnerstag sollten neue Stolpersteine an Stelle der weiterhin verschwundenen verlegt werden. Darüber hinaus war auch eine Verlegung zwei neuer Stolpersteine in Słubice geplant. Doch die Initiatoren haben die Veranstaltung vor dem Hintergrund der Corona-Krise nun verschoben. Künstler Gunter Demnig hatte abgesagt, und auch die deutsch-polnische Grenze ist weiterhin für Normalbürger nicht passierbar. Die Initiativgruppe will die Steine im Lennépark noch in diesem Jahr selbst verlegen, sagt Carsten Höft. Er engagiert sich seit Jahren für das Projekt. 181 Stolpersteine wurden seit 2006 in Frankfurt und Słubice verlegt. Die zehn neuen Steine bewahrt er nun vorerst zu Hause auf. "Damit die Stolpersteine künftig nicht wieder ohne Weiteres aus dem Pflaster am Lennépark gerissen werden, ist bereits ein Stahlrahmen in die Erde einbetoniert worden", berichtet er.
Die sieben Stolpersteine erinnern an Cäcilie Lewy, Isidor Bernhard, Elisa Köhler, Emma Lewin, Margarete Landshoff, Johanna Bykiel und Else Nathan, die alle in Theresienstadt oder Auschwitz ermordet wurden. Ihr letzter bekannter war das Jüdische Krankenhaus in der früheren Rosenstraße 36. Ab 1940 kamen hier viele Frankfurter Juden notdürftig unter, ehe sie von den Nazis in die Vernichtungsstätten des Dritten Reiches verschleppt wurden. Zu den Paten für die ursprünglich zwischen 2013 und 2017 verlegten Steine gehört auch Oberbürgermeister René Wilke.
Zwei weitere Steine – auf Deutsch und Polnisch – sind in Erinnerung an Helmuth Johannes Flohr entstanden. Sie sollen in der Narutowicza in Słubice (die damalige Wiesenstraße 26 in der Dammvorstadt) verlegt werden. Der Zwölfjährige wurde im Rahmen der Aktion T4 am 9. Mai 1940 in Brandenburg getötet.