Nach Lesung
: Dieb klaut Auto von Krimiautor

Krimiautor Jörg Böhm ist am Mittwoch nach einer Lesung in Frankfurt das Auto gestohlen worden.
Von
Thomas Gutke
Frankfurt (Oder)
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Autoklau nach Krimilesung: Von diesem Parkplatz an der Viadrina stahl ein Unbekannter am Mittwoch den Wagen von Autor Jörg Böhm. Er sah sein Auto noch davonfahren, nachdem er von der Veranstaltung aus dem Oderturm kam.

Rene Matschkowiak

Krimiautor Jörg Böhm ist am Mittwoch nach einer Lesung in Frankfurt das Auto gestohlen worden. Auf dem Weg zum Parkplatz sah er seinen Wagen davonfahren. Eine sofort eingeleitete Fahndung der Polizei blieb erfolglos.

Mit zwei Tagen Abstand nimmt es Jörg Böhm, hauptberuflicher Autor mehrerer Kriminalromane, mit Humor. „Über mein Auto ließe sich ein Buch schreiben“, scherzt er. Erst vor zwei Monaten hätten ihm Unbekannte in Bingen am Rhein die Kennzeichen geklaut. „Und jetzt in Frankfurt das ganze Auto. Mit dem Wagen habe ich einfach kein Glück.“

Am Mittwoch las Jörg Böhm in der Hutten–Buchhandlung im Oderturm aus seinem Kreuzfahrt–Krimi „Niemands–Blut“; ein Roman, der zusammen mit der Reederei Aida entstand. Die Lesung selbst hatte dann das ADAC–Reisebüro mit organisiert. „Es war ein schöner Abend mit rund 35 Besuchern“, erzählt der 39–Jährige, der in der Nähe von Hamburg zu Hause ist. Nach der Veranstaltung sei er dann „ganz beseelt, mit der Lesetasche in der einen und dem Sacko in der anderen Hand“ zu seinem Auto gegangen. Den Wagen, ein weißer Mazda CX–3, hatte er in der Regierungsstraße an der Viadrina geparkt. „Ich war noch etwa 50 Meter entfernt, als plötzlich Scheinwerfer aufleuchteten und der Motor ansprang. Ich habe einen kurzen Moment gebraucht, um zu realisieren, dass das mein Auto ist“, berichtet Jörg Böhm. Schreiend und winkend sei er zu seinem Fahrzeug gelaufen. „Doch der gab schnell Gas und war auf und davon. Ich dachte, ich bin im falschen Film.“

Weil der Akku seines Mobiltelefons leer war, rannte er — entsetzt und aufgelöst — zurück in den Oderturm. Jan Micklich, Inhaber der Buchhandlung, und zwei ADAC–Mitarbeiterinnen „waren glücklicherweise noch da und konnten mir helfen“. Mit dem Hinweis auf die deutsch–polnische Polizeikooperation „hat Herr Micklich mir kurzzeitig sogar Hoffnung gemacht, dass das Auto wieder auftauchen könnte“.

Doch von dieser Hoffnung war eineinhalb Stunden später, als die Polizei eintraf, nicht mehr viel übrig. Von den Beamten habe er sich wenig ernst genommen gefühlt. Angesprochen auf die Möglichkeit, die polnischen Kollegen einzuschalten, „meinten sie, dass dauere drei Tage, bis sich da was bewegt. Und bis dahin sei das Auto auch schon in Bulgarien. Da fragt man sich schon, was so eine Kooperation dann wert ist.“ Zumal die Überwachungskamera an der Stadtbrücke das Fahrzeug offenbar auch aufgezeichnet habe.

Roland Kamenz von der Pressestelle der Polizeidirektion Ost berichtet, dass sofort nach Bekanntwerden des Diebstahls über Polizeifunk „alle im Einsatz befindlichen Polizeikräfte über das Tatgeschehen und den gesuchten Pkw informiert wurden.“  Außerdem seien sowohl die Bundespolizei als auch das Gemeinsame Zentrum für die deutsch–polnische Polizei– und Zollzusammenarbeit unterrichtet worden, das wiederum die polnische Polizei über Funk sensibilisiert habe. „Dies alles geschah alles innerhalb von zehn Minuten nach dem Diebstahl, um die Erfolgsaussichten der Fahndungsmaßnahmen zu erhöhen“, so Kamenz. Die — erfolglose — Suche nach dem Wagen habe dann Vorrang gehabt. Deshalb traf die Polizei auch erst spät am Tatort ein.

Jörg Böhm hätte sich trotz allem einen sensibleren Umgang mit ihm als Betroffenen gewünscht. Der Ton der Beamten sei unfreundlich gewesen, sagt er. Von den ADAC–Mitarbeiterinnen wurde er spät am Abend noch nach Berlin ins Hotel gefahren. Hoffnungen, das Auto wiederzubekommen, macht sich Jörg Böhm keine. Deshalb um die Grenzstadt künftig einen Bogen machen, will er aber nicht. „Autos werden überall gestohlen. Ich komme trotzdem gern wieder nach Frankfurt.“