Oderhähne
: Die letzten Machos

Das Kabarett „Die Oderhähne“ bereitet ein neues Stück vor. Premiere ist am 2. März.
Von
René Matschkowiak
Frankfurt (Oder)
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Zwei Kerle und ihr Gegenpart: Wolfgang Flieder, Stephanie Hottinger und Ralph Richter stehen bei „Ma(ts)chos mögen es heiß“ gemeinsam auf der Bühne.

René Matschkowiak

Die Wahl der Bühnenkostüme fiel ausgerechnet auf die Lieblingsbekleidungsmarke des deutschen Pop–Titanen Dieter Bohlen. Die Klamotten erkennt man an den überdimensionalen Aufdrucken. Sie verwandeln die beiden schon mal in ein äußerst sehenswertes Duo.

Natürlich brauchen solche Heldentypen einen passenden Gegenpart, und den hat Wolfgang Flieder von weiter weg nach Frankfurt geholt.  Von der charmanten Schweizerin Stephanie Hottinger lassen sich die Herren im Publikum bestimmt gern ihre Sicht auf die Männerwelt darlegen. Die allgemein angenommene Langsamkeit in der Schweizer Sprache sucht man bei ihr aber vergebens. Zu lange steht sie schon auf deutschen Bühnen. Etwa in Magdeburg oder in Halle, wo sie der Frankfurter Kabarett–Chef verpflichtet hat – vielleicht in der Hoffnung, dass sie dann öfter in die Oderstadt kommt, so wie Ralph Richter. Der feierte seine Premiere bei den Oderhähnen im Jahr 2012 und tritt derzeit mit seiner siebten Produktion auf. „Ich bin ja auch Schweizer“, meint er mit einem Lächeln. „Allerdings aus der sächsischen Schweiz“.

Die Namensgleichheit der Herkunftsregionen könnte auf der Bühne jedenfalls für einen gewissen Zusammenhalt sorgen. Bei den Proben jedenfalls sieht es so aus. „Wo gibt es denn noch die echten Kerle?“, fragt Wolfgang Flieder. „Alles nur noch Frauenwirtschaft und die Männer rühren im Kochtopf. Den letzten Macho, den wir in der Politik hatten, war Bundeskanzler Schröder“. Ralph Richter ergänzt: „Und die Nahles ist der einzige echte Kerl, den die SPD zurzeit noch hat.“

Richter schrieb mehr als die Hälfte des Textes für das Programm.

Natürlich geht es in  „Ma(ts)chos mögens heiß“ nicht nur um Frauen und Männer. Das vergangene Jahr war sehr warm und die Kabarettisten fragen sich, wie die Männer mit der Hitze umgehen, die ja teilweise auch von den Frauen ausgestrahlt wird. Klimaerwärmung ist da ein Thema, aber auch der um sich greifende Veganismus.

Bis zur Premiere am 2. März haben die drei Mimen noch ein stattliches Probenmarathon vor sich. Bis zu sieben Stunden täglich stehen sie derzeit auf der Bühne. „Wir sind noch nicht mal dazu gekommen, Stephanie Hottinger die Stadt richtig zu zeigen“, so Wolfgang Flieder.

Im Sportstudio habe sie aber schon einige nette Begegnungen gehabt, erzählt sie. Dass man plötzlich Polnisch auf der Straße hört, erinnert sie ein wenig an ihre Heimatstadt Bern, in der ebenfalls mehrere Sprachen gesprochen werden. Auch der Blick über die Oder in ein anderes Land gefällt ihr. „Der bezauberndste Schweizer Import der jemals auf der Bühne der Oderhähne gestanden hat“, sagt Wolfgang Flieder über seine neue Kollegin.

Wer neben ihr die zwei Dinosaurier der aussterbenden Männer–Spezies sehen will, sollte sich Karten für „Ma(ts)chos mögens heiß“ sichern. Für die Vorpremiere am 1. März gibt es noch Tickets, für die Premiere am 2. März sind nur noch Restkarten verfügbar. Weitere Daten sind der 5. und der 7. März.