Oktoberfest 2023 in Frankfurt (Oder)
: Einen Tag offen für alle – das Festzelt am Brunnenplatz

Am Tag der Deutschen Einheit konnte in Frankfurt (Oder) die Einheit auf besondere Weise gefeiert werden – im Oktoberfestzelt. Warum Menschen trotz der fünf Abendveranstaltungen auch tagsüber dorthin kamen.
Von
René Matschkowiak
Frankfurt (Oder)
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Horst (2.v.r.) ist das Maskottchen des Oktoberfestes in Frankfurt (Oder). Wann immer das Zelt öffnet, ist der Senior da. Wiesn-DJ Uwe (r.) hat extra für ihn ein Lied aufgelegt.

René Matschkowiak

In München ist es schon vorbei. In Frankfurt (Oder) geht es noch weiter. Hier im großen Festzelt auf dem Brunnenplatz ist gerade mal Halbzeit beim Oktoberfest und am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, ist Tag der offenen Tür. Kein Eintritt, heißt das, und so schauen auch mal Menschen rein, denen das Oktoberfest sonst nicht so viel gibt, wie Familien mit Kindern. Es gehören aber auch diejenigen dazu, die nicht genug bekommen können. Horst ist einer von ihnen.

Der Senior, den man immer an seinem feschen Hut erkennt, ist quasi das Oktoberfestmaskottchen der Frankfurter. Jeden Abend ist er da, wenn im Zelt die Musik aufspielt, das Ganze schon seit Jahren und natürlich auch am Tag der offenen Tür. Leicht wiegt sich Horst auf der Tanzfläche im Rhythmus eines alten Schlagers. Er trinkt rote Brause und lächelt, wenn man sich zu ihm setzt. „Ich liebe es, wenn Remmidemmi ist“, sagt er. Wiesn-DJ Uwe Richling spielt an diesem Nachmittag extra ein Lied für ihn. „Horst ist ein Held“, heißt der Song und der echte Horst lächelt zurück.

Frankfurt (Oder) kann mit der Wasen mithalten, sagen Gäste

DJ Uwe hat wahrlich schon auf vielen kleinen und großen Partys gespielt. Für Geburtstage und Hochzeiten wird er sonst gebucht, aber Montagabend, das war ein bisschen wie Windstärke acht auf der Bühne, so sein Empfinden. Die Menschen haben am dritten von fünf Oktoberfestabenden so sehr gefeiert, dass die Technik auf der Bühne ein wenig zu wackeln begann. Insgesamt war das wohl der beste Abend bisher, wenn man überhaupt ein Ranking aufstellen kann, findet er. „Eigentlich ist die Stimmung immer gut“.

Haben auch am Nachmittag Spaß: Hanna Kiehl stößt mit Erik Horn auf einen schönen Nachmittag im Festzelt in Frankfurt (Oder) an.

René Matschkowiak

Zünftig – heißt, mit Lederhose und Dirndl – sind an diesem Nachmittag nur wenige gekleidet. Zwei sitzen am Tisch und haben offensichtlich ihren Spaß, obwohl der Andrang an diesem Tag nicht mit den Abenden zu vergleichen ist. Hanna Kiehl und Erik Horn sind im richtigen Leben Kollegen bei der Rentenversicherung und deswegen gemeinsam unterwegs. Für Erik Horn ist es aber eher das Entspannungsprogramm, denn neben seinem Beruf jobbt er hier auf dem Oktoberfest. „Ich bin bei jeder Veranstaltung hinter den Tresen, an denen sich die Bedienungen ihr Bier abholen, deswegen hatte ich Lust auf die andere Seite“, erzählt er.

Seine Begleiterin hat sich gern bereiterklärt, mitzukommen. Gerade ist sie von der Cannstatter Wasen zurückgekommen. Quasi dem Gegenentwurf des Münchner Oktoberfestes, der in Stuttgart stattfindet, aber mindestens genauso geschichtsträchtig ist. „Ich fahre da jedes Jahr hin“, sagt sie lachend und hat auch gleich ein Kompliment für die Frankfurter parat: Am Abend zuvor war sie bereits im Frankfurter Festzelt und fand es ausgezeichnet. Natürlich seien die Zelte in Stuttgart sehr viel größer, aber die Stimmung ist in Frankfurt mindestens genauso gut, so ihr Eindruck. Deswegen wird sie an diesem Freitag (6. Oktober) noch einmal dabei sein, wenn der Handwerkertag stattfindet.

Bier oder Radler, was geht am Tag der offenen Tür besser weg?

Auch am Tresen, wo sich die Gäste direkt Bier ordern können, ist es am 3. Oktober deutlich ruhiger als am Abend. Melanie Kloppe zapft dort Bier und Radler und heute geht beides ungefähr gleich gut weg, sagt die sympathische junge Frau. Am Abend liege aber das Bier immer eine Schaumkrone vor dem Radler.

Melanie Kloppe ist eine der fleißigen Bedienungen auf dem Oktoberfest Frankfurt (Oder).

René Matschkowiak

Insgesamt sei sie zufrieden mit den Gästen, denn abends ist sie als Bedienung zwischen den Tischen unterwegs. Intern wird schon auch mal geschaut, wie viele Maßbierkrüge man tragen kann. „Ich selbst bin da aber nicht ganz so weit vorn, weil ich so kleine Hände habe“, gibt sie lachend zu. Trotz aller Anstrengung macht die Arbeit Spaß, findet sie, und nach dem kommenden Wochenende ist es ja auch in Frankfurt schon wieder vorbei– für dieses Jahr.

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