Politik
: Stadt sagt Veranstaltung der Frankfurter AfD im Stadion ab

Die AfD behauptet, sie hätte bereits eine Zusage gehabt. Die Stadt widerspricht, sagt ab und verweist auf den Trainingsbetrieb.
Von
Thomas Gutke
Frankfurt (Oder)
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Funktionsgebäude am Stadion der Freundschaft: Hier hatte die AfD für den 20. Februar zu einem Bürgerdialog eingeladen.

Hubertus Rößler

Auf ihrer Facebook–Seite bewirbt der Stadtverband der Rechtsaußen–Partei den „Bürgerdialog — Bericht aus dem Landtag“ bereits seit dem vergangenen Donnerstag, Veranstaltungsort soll das Funktionsgebäude im Stadion am Buschmühlenweg sein. Als Gesprächspartner werden die Brandenburger AfD–Landtagsabgeordneten Wilko Möller, Christoph Berndt und Steffen John angekündigt. Das zuständige Sport– und Schulverwaltungsamt teilte nun jedoch mit, dass sich ein Vertreter des AfD–Stadtverbandes erst am Montag — lange nach Beginn der öffentlichen Bekanntgabe — gemeldet habe, um eine Vereinbarung zur Nutzung der Räume abzuschließen.

„Ihm wurde mitgeteilt, dass der intensive Trainingsbetrieb mit Kindern und Jugendlichen am geplanten Veranstaltungstag so wie stets an Donnerstagen die gewünschte Nutzung der Räume unmöglich macht“, erklärt die Stadt. Die Räume im Stadion stünden für „Zwecke der AfD Frankfurt (Oder) an diesem Tage also nicht zur Verfügung“. Alle künftigen Nutzer städtischer Räume werden darüber hinaus gebeten, „darauf zu achten, vor der Bewerbung von Veranstaltungsorten die Verfügbarkeit zu klären“.

Die Frankfurter AfD wies auf MOZ–Nachfrage die öffentliche Darstellung der Stadt zurück. Ingolf Schneider, AfD–Stadtverordneter und Mitarbeiter von Wilko Möller, teilte mit, dass ihm ein Mitarbeiter des Sport– und Schulverwaltungsamt die Anmietung des Raumes bereits am vorigen Donnerstag mündlich zugesagt habe. „Es hieß, der Tag wäre frei, wir hatten alle Daten abgeklärt. In dieser Woche sollte es zur Vertragsunterzeichnung kommen“, so Ingolf Schneider. Die Absage der Stadt per Medienmitteilung „verwundert uns sehr. Persönlich informiert hat uns niemand“.

Die Veranstaltungsankündigung der AfD hatte zuvor indes bereits für große Aufregung bei Fußball–Brandenburgligist 1. FC Frankfurt gesorgt. Vorstandsmitglied Thoralf Schrot stellte klar, dass der Verein als Pächter zu keinem Zeitpunkt der AfD Räume vermietet hat. „Wir wissen nichts von dieser angeblich angemeldeten Veranstaltung. Und wir werden auch der AfD weder Räume noch eine Verpflegung darin zur Verfügung stellen“, betont er mit Hinweis auf besorgte Eltern, die sich inzwischen an den Verein gewandt haben.