Punk aus Frankfurt (Oder): Überraschungsband vom Bunten Hering mit neuem Konzert

Uunplugged System aus Frankfurt (Oder) beweisen: Punk is not dead.
Kevin Krüger- „Uunplugged System“ rockten das Stadtfest in Frankfurt (Oder) trotz Regens.
- Das Punk-Trio plant ein neues Album und weitere Konzerte.
- Ihre Texte sind inspiriert von Die Ärzte, aber sie vermeiden politische Inhalte.
- Schlagzeuger Yannick Schneider sorgt für originelle Rhythmen.
- Nächstes Konzert am Samstag im Mikado, Vorband musste absagen.
- „Uunplugged System“ rockten das Stadtfest in Frankfurt (Oder) trotz Regens.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Sie waren die Überraschungsband beim Bunten Hering 2024, dem Stadtfest von Frankfurt (Oder) und Słubice: Unplugged System. Das begeisterte Publikum am Holzmarkt wunderte sich damals: „Was, die Jungs kommen aus Frankfurt (Oder)?“
Nun tritt das Punk-Trio wieder in seiner Heimatstadt auf. Was die Newcomer in diesem Jahr noch vorhaben und warum sie nicht so politisch sein wollen wie ihre beiden Vorbilder – die Ärzte und die Bockwurschtbude.
Es schüttete wie aus Eimern beim Start des Bunten Herings 2024. Kaum jemand hatte sich beim Dauerregen raus gewagt. Am nördlichen Holzmarkt trat Unplugged System auf die Bühne. Die drei Punkrocker blickten über spärliches Publikum, keine 50 Leute waren anwesend. Und die guckten alle ziemlich skeptisch zu der jungen Band, die eigene Songs spielt.
Doch dann haute Schlagzeuger Yannick Schneider wie eine Naturgewalt in die Trommeln, Kiko Tim ließ den Bass aufjaulen und Gitarrist Kev K brüllte ins Mikrofon und brachte die Saiten seiner E-Gitarre zum Glühen. Von den fetzigen Melodien angelockt, tanzten bald mehrere hundert Leute vor der Bühne von Unplugged System. Die „Überraschung des Abends“ seien sie genannt worden.
Band aus Frankfurt (Oder) mit Texten wie die Ärzte
Seit 2021 existiert Unplugged System. Während der trägen Jahre der Pandemie wollten sie unbedingt Musik machen. Als ein paar Monate später Veranstaltungen wieder erlaubten waren, rockten die drei Jungs über die Brandenburger Bühnen. Vor einem Jahr veröffentlichten Sie ihr erstes Album. Im Januar soll das zweite herauskommen.
Kev K, der praktisch alle Texte der Band schreibt, erzählt, worüber die Lieder gehen: „Manchmal um Personen, die mich in meinem Leben ein bisschen aufregen“. Dann wird es laut. Auch tiefsinnige Texte sind dabei: Der Lied „ist eh zu spät“ handele davon, dass „alles zurzeit sehr oberflächlich betrachtet wird. Menschen gucken immer auf andere, und so, dass sie nur das Äußere sehen und nicht aufs Innere gucken“. Das nerve die Band extrem, viele Leute würden „darunter tatsächlich auch leiden.“
Manchmal sind Texte von Punksongs schwer zu verstehen, wenn gleichzeitig alle Schlagzeuge, Bässe und Gitarren krachen. Das ist nicht immer schlimm, manchmal versteht Sänger Kevin K schließlich selbst seine Texte nicht: „In einem Lied gibt es einen spanischen Teil, da weiß ich selbst nicht, was ich singe“, lacht der 18-Jährige. Auch mit dadaistischen Elementen flocken Unplugged System ihre Songs auf.
Ganz in Punktradition kommt der Spaß nicht zu kurz: „Wir haben einen Song, der heißt Udo und da geht es um einen schlecht gelaunten Udo, der immer alles und jeden vollpöbeln möchte“, so Kev K. Eine Line ginge: „Du versaust gerne Leuten den Tag, weil dich eh keiner mag und du wartest angespannt auf den Pizzalieferanten.“ Wen das an Die Ärzte erinnert, hat richtig getippt. Die Eltern von Kevin K seien große Fans des Berliner Punkpop-Trios. Trotz Referenzen wollten Uunplugged System aber etwas Eigenes machen.
Uunplugged System machen Punk – aber anders als früher
Dafür sorgte bei bisherigen Auftritten besonders Schlagzeuger Yannick Schneider, der ein Tornado am Schlagzeug genannt werden müsste, besäßen Wirbelstürme denn dessen Taktgefühl. „Im Oldschool-Punk“ fühle er sich als Schlagzeuge „etwas eingesperrt“, denn der 18-Jährige wolle nicht „bei jedem Song das Gleiche spielen“. Um sich vom Alten zu lösen und Neues zu schaffen, fängt Yannick Schneider „zuerst mit dem Absurdesten“ an und arbeitet „sich dann immer weiter bis zum Normalen“ vor. Er sehe seine Rolle darin, als „Katalysator“ die Konzerte „zu boosten“.
Auch Kiko Tim, mit 32 der älteste der Band, stimmt zu: „Normalerweise klingt im Punk jedes Lied gleich. Am Ende hast du ein Album gehört und weißt nicht, wo der erste und wo der letzte Song war.“ Deswegen versuche die Band wirklich eigenständige Sachen zu machen.
Politische Songs wollten die drei aber nicht machen: „Jeder bei uns hat eine klare eigene Meinung, aber als junge Band ist es in der heutigen Zeit echt schwierig, sich zu äußern, ohne dass man von allen Seiten bedrängt wird“, so Kiko Tim. Kevin K schränkt jedoch ein: „Hass, Rassismus, Faschismus und Antisemitismus sind No-Gos, die gehen gar nicht“.
Konzert im Mikado am Samstag mit Punkrock
Ansonsten sei allerdings „jeder im Punkrock willkommen, der kein A... ist. Es ist egal, was für eine Anschauung, Ansicht oder Meinung einer vertritt, solange er die anderen Menschen so sein lässt, wie sie sind“, so Yannick Schneider, der den Vergleich mit den Tanzmoves des Publikums zieht: Manche würden „bloß Tippelschritte“ machen, andere hüpfen, dritte „springen, aber nicht im Takt. Jeder kann da abgehen und das ist lustig.“
Die nächste Gelegenheit zu Unplugged System abzutanzen, ergibt sich an diesem Samstag (21.9) im Mikado. Bevor das Mikado am nächsten Tag als Wahllokal für die Landtagswahl dient, wird nochmal ordentlich abgerockt. Tickets gibt es für 6 bis 10 Euro. Die Vorband von Unplugged System, ihre Förderer von Bockwurschtbude, mussten krankheitsbedingt absagen.



