Radsport
: Zum Gelben auch das Grüne Trikot geholt

Der Frankfurter Norman Dimde gewinnt die 2. Jedermann-Etappe bei der Oderrundfahrt. Gesamtführender bleibt der Berliner Julian Schulz.
Von
Kerstin Bechly
Ziltendorf/Frankfurt (Oder)
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  • Drei Runden hatte die U 15 mit den FRC-Fahrern Moritz Drews (l.) und Luis Engelhardt (re) zu absolvieren.

    Drei Runden hatte die U 15 mit den FRC-Fahrern Moritz Drews (l.) und Luis Engelhardt (re) zu absolvieren.

    michael benk
  • Hat die Lücke gefunden: Der Frankfurter Norman Dimde fährt in der Thälmannsiedlung als erster Jedermann über die Ziellinie, Teamkollege Enrico Prix reißt vor Freude die Arme hoch. Auf den Plätzen folgen Moritz Thömen und der Gesamtführende Julian Schulz.

    Hat die Lücke gefunden: Der Frankfurter Norman Dimde fährt in der Thälmannsiedlung als erster Jedermann über die Ziellinie, Teamkollege Enrico Prix reißt vor Freude die Arme hoch. Auf den Plätzen folgen Moritz Thömen und der Gesamtführende Julian Schulz.

    michael benk
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„Es gab unterwegs mehrere Ausreißversuche. Mein Team und die Fahrer von Diagnose Berlin sind immer wieder schnell aufgefahren“, erzählt Dimde. 400 Meter vor dem Ziel der siebten und letzten Runde zog Teamkollege Enrico Prix an. „Er hat mich gut um die letzte Kurve gebracht, ich konnte gut antreten und habe die entscheidende Lücke gesehen“, schildert der 32-Jährige den Schlusssprint. Alle Lawi-Fahrer jubelten. Das Ziel von Nico Lauke, Christoph Guhl, Kay Klingbeil, Danilo Ettlich, Marcel Lotko und Prix, die alle aus der Region kommen, ist klar: Sie wollen den einstigen Junioren-Vizeweltmeister im Madison darin unterstützen, den Gesamtsieg einzufahren.

Entscheidung fällt in Wuhden

Julian Schulz bleibt da ganz ruhig: „Ich will die Ziele gar nicht so hoch stecken. Moritz und ich haben schon viel erreicht. Wir sind nur zu zweit, die anderen Teams können ordentlich fahren“, sagt der Berliner, der die Oderrundfahrt von den Elite-Amateuren 2015 kennt. Für Thömen ist es gar das Rundfahrtdebüt. „Ich bin das erste Jahr richtig aktiv, das hier sind meine ersten großen Erfolge“, erzählt der 21-Jährige, der in Seelow zum Auftakt Platz 3 belegt hat. Die Berliner und Dimde sind sich sicher: Die „Bergetappe“ Rund um Wuhden über 63 km am Sonnabend wird alles entscheiden.

Gespräch mit altem Trainer

Nach zwei Etappen „etwas platt“ fühlte sich Marcel Lotko. „Bis zur sechsten Runde hat alles gut geklappt, dann bekam ich Krämpfe und musste allein fahren“. Der 46-Jährige, der in der Thälmannsiedlung 34. wurde, hat einst das Radsport-Einmaleins bei der BSG Stahl Eisenhüttenstadt erlernt, genau wie Karsten Klugmann (29./FRC 90). Lotko hatte der Radsport nie losgelassen, aufs Rennrad ist er erst vor vier Jahren erneut gestiegen. „Ich wollte wieder in einem Team fahren“, begründet der Eisenhüttenstädter. Er kam schnell ins Gespräch mit seinem einstigen Trainer Detlef Möws. Der freute sich über das Wiedersehen: „Das bleiben alles Renner. Dass sie bei den Männern noch fahren, ist doch toll.“ Möws betreut während der Oderrundfahrt seine Schützlinge vom 1. RLV. "Es war nicht so einfach, die Kinder in den Ferien noch bei der Stange zu halten. Aber wir wollen ihnen Erfolgserlebnisse verschaffen. Warum sollen wir nicht ein Rennen vor der Haustür nutzen. Die Kinder sollen lernen.“

Die Jungen und Mädchen der vier Nachwuchs-Altersklassen stiegen in der Oderniederung in die Rundfahrt ein. Für seine U-15-Mädchen formulierte Trainer Ingo Messerschmidt vom Stützpunkt Frankfurt das Ziel, „um das Nachwuchstrikot mitzufahren. Die Jungen sollen in der Gruppe vorn ankommen.“ Im Rennen hatte der Wind nicht dazu beigetragen, das Feld auseinanderzuziehen. Vom Stützpunkt war Luis Engelhardt (FRC 90) als Zehnter nach 32,4 km bester Fahrer. „Für ihn als jüngerer Jahrgang ist das eine sehr gute Platzierung“, urteilt Messerschmidt. 13. wurde Paul Germer (1. RSC Strausberg), 17. Anton Steinborn (Pneumant Fürstenwalde). Marie-Luise Hirsch demonstrierte ihre Sprintqualitäten und wurde in der gleichen Altersklasse drittbestes Mädchen. In der U 17 gelang Lina Luedecke (beide FRC 90) als Fünfte das beste Ergebnis aus Frankfurter Sicht.

Wie ungewohnt und schwierig es für den Nachwuchs ist, ein solches Massenrennen zu bestreiten, zeigte sich im Sturz einer größeren Gruppe, der überwiegend glimpflich endete (siehe Lokalteil).