Den Reformationstag begehen die Christen in der Evangelischen Kirchengemeinde Frankfurt (Oder)-Lebus in diesem Jahr etwas anders. Traditionell werden an dem Feiertag die ehrenamtlich in der Gemeinde Tätigen gewürdigt. – Im Rahmen eines Gottesdienstes und mit einem Festmahl, bei dem „die Hauptamtlichen die Ehrenamler bedienen“, wie Pfarrerin Beatrix Forck sagt.
Sie erinnert ans Luther-Wort vom „allgemeinen Priestertum aller Gläubigen“, das die Grundlage für das vielfältige ehrenamtliche Engagement in den Gemeinden sei.

Engel für die Ehrenamtler

Corona macht das gemeinsame Schlemmen nun unmöglich. Einen Gottesdienst jedoch soll es geben. Zu dem hat die geschäftsführende Pfarrerin Gabriele Neumann erstmals per Karte eingeladen: Fast 300 der Klappkarten mit der Aufschrift „Danke“ sind an ehrenamtlich engagierte Gemeindemitglieder versandt worden – zusammen mit einem kleinen silbernen Engel zum Anstecken.
Gabriele Neumann wird im Gottesdienst am Reformationstag, ab 10 Uhr in der St. Georg-Kirche den Leitern von Gesprächskreisen, Lektoren und anderen Ehrenamtlern herzlich danken.

Lichtshow, Tanz und Glitzer-Masken

Im kleineren Rahmen wird auch der Nachwuchs in der Kirchengemeinde den Reformationstag feiern. Die 2. Kinder-Kirchennacht, die vom Freitag zum Samstag in der St-Gertraud-Kirche stattfinden sollte, ist abgesagt worden. „Wir hatten Anmeldungen von mehr als 30 Kindern“, sagt Monika Weiß, Katechetin in der Kirchengemeinde.
Doch der besondere Kinder-Gottesdienst zum Thema „Fest“, mit dem die Kinder-Kirchennacht enden sollte, wird stattfinden: Am Samstag, ab 10 Uhr in St. Gertraud. „Die Teilnehmer bekommen am Eingang Glitzer-Masken, es wird eine kleine Licht- und Nebelshow und einen Glitzer-Segen geben, wir werden tanzen – alles auf Abstand“, kündigt Monika Weiß an. Platz ist für bis zu 50 Familien.

Halloween mal anders

Brandenburgs Gesundheitsministerin rät von Halloween-Klingeltouren ab. Frankfurts Kinderbeauftragte sieht das etwas anders. „Ich bin der Meinung, dass man den Kindern das nicht auch noch nehmen sollte“, sagt Jacqueline Eckardt. Mit gewissen Vorkehrungen sei es möglich, eine kleine Tour zu machen, meint sie.

Die Maske als Teil des Kostüms

Die Kinder sollten Maske tragen, „und die kann man gruselig verzieren und ins Kostüm einbetten“, sagt Eckardt. Wer nicht in die Verlegenheit kommen will, Kindern auf Abstand die Tür zu öffnen, könne Papiertüten mit Naschereien an den Gartenzaun hängen. „Das ist eine Möglichkeit, dass die Kinder trotzdem Spaß haben und bei einem Spaziergang durch die Stadt Süßes oder Saures kriegen.“
Auch ein Halloweenausflug ganz in Familie sei eine Option, mit einer Art Schnitzeljagd, bei der man für die Kinder etwas versteckt. „Dass manche Menschen Angst haben, kann ich verstehen“, sagt die Kinderbeauftragte. Sie hat die Idee, dass Familien, bei denen nicht geklingelt werden soll, ein Zeichen an die Tür kleben. Zum Beispiel eine durchgestrichene Klingel.

Eltern sollten dabei sein

Sie empfiehlt außerdem, dass Eltern bei den Touren dabei sein sollten und darauf achten, dass Abstände und andere Regeln eingehalten werden. Wenn sich Kinder in Gruppen zusammentun, sei die Gefahr groß, dass sie die Regeln nicht einhalten. Deshalb rät sie davon ab.
Doch auch zu Hause könne Halloween schön sein. „Wir haben sonst immer viele Gäste“, erzählt Jacqueline Eckardt. Ihre Familie wird diesmal nur eine kleine Gruselparty im engsten Kreis veranstalten. Den Tag könne man besonders machen, indem man das Grundstück oder ein Zimmer gemeinsam schmückt und ein besonderes Abendessen zubereitet. Das kann auch gesund sein: Aus einer halben Banane, einem Schaschlikspieß und etwas Schokolade lässt sich ein kleiner Geist zaubern. Und wer eine Pistazie auf eine geschälte Mandarine steckt, hat einen Snack, der aussieht wie ein Kürbis.
Viele Familien hätten Spaß am Kürbis schnitzen. Und „wir finden das Verkleiden toll“, erzählt Frankfurts Kinderbeauftragte. Zum Einschlafen dürfe an Halloween eine Gruselgeschichte nicht fehlen, meint Jacqueline Eckardt.