Nur kurz nachdem die Lage in Deutschland immer bedrohliche wurde, haben sie mit FF-hilft.de innerhalb kürzester Zeit eine Internetseite an den Start gebracht, die Helfer und Hilfesuchende zusammenbringt. Der Erfolg hält noch immer an.
"Uns war relativ schnell klar, dass wir etwas tun müssen", sagt Oleksii Kysliak. Erst waren es kleine Abreißzettel am Laternenpfahl, dann folgte die Webseite. Mittlerweile geht es nicht mehr nur um die Vermittlung von Einkaufshilfen. Vielmehr sollen auch Brief- und Telefonfreundschaften zustande kommen und es werden Schutzmasken von Helfern hergestellt und verteilt. Beide Initiatoren von FF-hilft kamen durch die Viadrina nach Frankfurt. Beide sind geblieben, weil es ihnen in der Oderstadt gefallen hat.
Joram Ulmke kam aus Frankfurt am Main an die Viadrina, hat sich dann aber gegen ein Studium entschieden und macht eine Ausbildung bei der IHK. Oleksii Kysliak kommt aus Kiew, hat an der Viadrina studiert und leitet das Wahlkreisbüro des Bundestagsabgeordneten Martin Patzelt. Die jungen CDU-Mitglieder betonen jedoch, dass die Hilfeseite ganz unpolitisch ist.
Insgesamt haben sich über 130 Helfer auf der Seite eingetragen. "Uns hat beispielsweise eine Frau angerufen, die dringend Hilfe für ihren Mann brauchte. Der hat es nach einer Operation nicht mehr geschafft, für tägliche Arztbesuche allein drei Stufen einer Treppe zu gehen. Die Frau war nach einigen Tagen mit ihren Kräften am Ende. Seitdem kommt täglich jemand zu ihr, um den Mann zu unterstützen", berichtet Joram Ulmke. Die Idee mit den Brief- oder Telefonfreundschaften ist Oleksii Kysliak durch das Seniorenzentrum "Albert Hirsch" gekommen, erzählt er. "Einige Bewohner würden sich sehr darüber freuen, wenn mal jemand danach fragt, wie es ihnen geht", hat er erfahren. In den nächsten Tagen sollen dazu nun auch noch Flyer verteilt werden, um auf das neue Angebot aufmerksam zu machen.
Großen Andrang gibt es jeweils am Donnerstag von 10 bis 12 Uhr beim Verteilen von kostenlosen Masken in den Räumen des CVJM. "Hier haben wir uns über die Zeiten abgesprochen mit den Initiatoren des Brückenplatzes, die auch Masken verteilen", erklärt Oleksii Kysliak. "Allerdings wollen wir uns beim Verteilen zukünftig mehr auf soziale Einrichtungen konzentrieren", so die ehrenamtlichen Helfer.
Glühende Drähte nach Kiew
Beide sind Hunderte Kilometer von ihren Familien entfernt und machen sich natürlich auch Sorgen um die Verwandten. "Ich wäre sehr traurig, wenn meinen Großeltern in Hessen etwas passiert, weil jemand keine Maske getragen hat", so Joram Ulmke. Deswegen unterstützt er diese Maßnahme. Auch bei Oleksii Kysliak glühten in den letzten Wochen die Telefondrähte in die Ukraine zu Eltern und Großeltern. "Wir haben fast täglich telefoniert", sagt er. Dort wurde das Virus erst nicht richtig erkannt. "Mittlerweile ist aber auch dort das öffentliche Leben zum Erliegen gekommen", erzählt er.
Was mit der Internetseite nach der Corona-Zeit passiert, wissen die beiden Initiatoren noch nicht, vielleicht kann sie weiter für Hilfsangebote genutzt werden. Aber: "Die Krise wird uns wohl noch eine Weile begleiten", so Jaoram Ulmke.