Spendenaktionen: Menschen in Frankfurt (Oder) zeigen in der Corona-Krise Herz
Daran dachte auch Physiotherapeutin Anke Steinicke, die weiterhin medizinisch notwendige Behandlungen durchführt, dies aber auch zunächst ohne Mundschutz tun musste. Auf der von der Wirtschaftsförderung initiierten Internetseite www.unternehmer-fuer-frankfurt.de fragte sie bei den Berufsgruppen nach Überbeständen an, die die Masken früher nutzten, jedoch nun zwangsweise geschlossen haben. Schließlich wollte auch die Physiotherapeutin sicher weiter arbeiten. Die Resonanz war so überwältigend, dass sie zu Tränen gerührt war. Schon am nächsten Morgen stand die erste Spenderin vor der Tür, um ihre Masken zu übergeben – und es kamen immer mehr. Mit dabei war auch das begehrte Desinfektionsmittel.
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Überwältigende Resonanz
Am Ende war es so viel, dass sie die Materialien gar nicht alle selbst verbrauchen könnte. Anstatt diese für später zu lagern, bat sie ihre Friseurin Susanne Brietzke – die ihren Salon zurzeit auch nicht weiter betreiben kann – einem Ärzterundruf zu starten, um diese bei ihrer Arbeit mit dem hygienischen Zubehör zu unterstützen. „Die brauchen die Masken natürlich auch dringend“, sagt Anke Steinicke. Die Frankfurter Grünen-Landtagsabgeordnete Sahra Damus stellte für die Aktion noch mehrere Packungen Einmalhandschuhe zur Verfügung, die sie im Großhandel ergattert hatte. Und so konnten am Ende insgesamt 17 Päckchen mit Masken und Handschuhen gepackt und übergeben werden. Dazu schrieb sie jedem Empfänger einen Brief mit Namen und Kontakten, wer wo in Frankfurt Gesichtsmasken näht. Nach ihrer Verteilertour berichtet Susanne Brietzke, die das Ausfahren übernommen hatte, das einige Ärzte gerührt gewesen seien. Bei vielen herrsche wirklich Not an diesen Masken, hat sie erfahren.
Gratis-Döner als Dankeschön
Auch Abdulai Nimetula wollte sich einbringen. Und vor allem bedanken bei den vielen fleißigen Menschen, die in der Krise ihrer Arbeit unter erschwerten Bedingungen weiter nachgehen. Vor dem Kaufland in der Joseph-Gesing Straße betreibt er einen Döner-Imbiss, der weiterhin offenbleiben darf. „Wie kann ich helfen? Was kann ich anbieten? Natürlich Döner!“, sagt er. Im Pflegeheim in Pillgram, bei Mitarbeitern im Klinikum aber auch bei einer Reihe von Firmen stieß er auf offene Ohren. Einige, die er anfragte, hätten allerdings auch verständnislos reagiert und ihn abgewiesen, erzählt er. „Dabei will ich ihnen nur etwas schenken und Danke sagen“.
200 Döner hat er für die Aktion vorgesehen, sagt der Imbissbetreiber. Damit er die Kosten nicht allein stemmen muss, unterstützt ihn Immobilienspezialist Mirko Lange finanziell. „Auch in meinem Geschäft mache ich weniger Umsatz, weil sich jetzt deutlich weniger Kunden einen Döner holen. Trotzdem ist es wichtig, gerade jetzt Menschlichkeit zu zeigen“, findet er.
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