Gute Vorsätze, Lagerkoller in den eigenen vier Wänden oder einfach nur Bewegungsdrang – sich fit zu halten oder in Form zu bringen ist derzeit nicht ganz einfach. Aufgrund der nun weiter verlängerten Pandemie-Maßnahmen müssen die Fitnessstudios ihre Türen weiter geschlossen halten, auch die Aktivitäten in Sportvereinen und Sporttreiben mit mehr als zwei Personen sind untersagt. Somit bleibt nur der individuelle Sport. Und für diesen gibt es in Frankfurt eine ganze Reihe Angebote, die durchaus ein ausgewogenes und abwechslungsreiches Training ermöglichen.
So bietet die Stadt neben der abwechslungsreichen Natur eine Vielzahl von frei zugänglichen Outdoor-Sportanlagen. Besonderer Beliebtheit erfreut sich der 2018 eröffnete Fitness-Parcours an der nördlichen Oderpromenade, der auf Initiative des Stadtsportbundes errichtet wurde. Hier sind Aktive jeden Alters anzutreffen, die das kostenlose Freiluft-Fitnessstudio nutzen.

Bei jedem Wetter ist der Fitness-Parcours an der Oder beliebt

Jeden Tag um die Mittagszeit sind Maria Biermann (64) und Renata Matzke (56) hier – ganz gleich wie das Wetter ist. „Das ist eine sehr schöne Anlage und wir nutzen sie täglich, um uns in Bewegung zu halten. Wir kommen ja langsam in ein knackiges Alter – die Knochen fangen an zu knacken und der Rücken macht sich bemerkbar“, sagt Renata Matzke mit einem Augenzwinkern, während sie sich vor dem Training aufwärmt.
Anschließend gehen die Freundinnen im Wechsel an alle Geräte. „Am liebsten mögen wir das Ruder-Ergometer, da werden alle Muskelgruppen beansprucht. Schade, dass es nicht noch mehr Geräte hier gibt“, sagt Maria Biermann, die früher als Aerobic-Trainerin in Słubice gearbeitet hat. Nach zwei bis drei Runden an den Geräten steht ein Spaziergang an der Oder auf dem Programm. „Eigentlich sind wir beide im Fitnessstudio angemeldet und belegen dort auch Kurse. Aber das geht ja zurzeit leider nicht. Daher versuchen wir, uns auf diese Weise fit zu halten.“

Laufspezialist Jürgen Holzäpfel rät zu Bewegung an der frischen Luft

Täglich in Bewegung ist auch Jürgen Holzäpfel. Der Ausdauersportler läuft schon sein Leben lang und betreibt das Sportfachgeschäft Holzinger Sport. „Es ist immer wichtig, dass man sich viel an der frischen Luft bewegt – das gilt jetzt natürlich erst recht, da man seltener das Haus verlässt“, rät der 63-Jährige. „Die Natur in und um Frankfurt hat ja auch viel zu bieten. Ich war zum Beispiel vor kurzem in Fünfeichen, wo es beste Bedingungen für Ski-Langlauf gab. Aber auch einfaches Laufen ist immer eine gute Sache. Im Stadtwald in Rosengarten oder an der Oder ist zurzeit sehr viel los, da es die Leute einfach nach draußen zieht“, hat der gebürtige Angermünder beobachtet.
Einer der Vorteile: „Laufen kann man wunderbar alleine. Auch Nordic Walking ist immer mehr im Kommen, nicht nur für die ältere Generation. Und wer sportlich noch völlig unbedarft ist, dem rate ich, zunächst einmal einfach mit Spazierengehen anzufangen und sich anfangs nicht zu überlasten“, erklärt Holzäpfel. Als ausgebildeter Trainer gibt er normalerweise Laufseminare und hilft bei der Trainingsplanung. „Das geht natürlich zurzeit alles nicht, aber immerhin kann ich am Telefon einige Ratschläge geben.“

Im Mai ist ein Skiroller-Seminar geplant

Sein Geschäft in der Karl-Marx-Straße ist zwar aufgrund der Pandemie geschlossen, werktags zwischen 16 und 18 Uhr hat er aber einen Abholservice eingerichtet. „Besonders Laufschuhe sind im Lockdown gefragt, man merkt, dass sich viele Menschen sportlich weiter betätigen wollen und nach Alternativen für ihre eigentlichen Sportarten suchen“, erzählt der Laufspezialist. Er selbst nutzt die Zeit des Lockdowns neben viel eigener Bewegung auch dafür, neue Dinge zu entwickeln. So will er im Mai ein Skiroller-Seminar veranstalten. „Die Nachfrage ist gut, wir haben schon viele Voranmeldungen“, berichtet Jürgen Holzäpfel.
Wem das zu exotisch ist oder wer Laufen nicht mag: Seit gut einem Jahr gibt es einen sogenannten Calisthenics-Parcours vor der Uni-Mensa, sozusagen ein Klettergerüst für Erwachsene. Möglichkeiten zum Sporttreiben an der frischen Luft gibt es also ausreichend.
Mehr zu Corona und den Folgen in Brandenburg und Berlin gibt es auf unserer Themenseite.

Wer darf derzeit wo und mit wem Sport treiben?


Laut der aktuellen Eindämmungsverordnung ist Sport auf und in allen Sportanlagen derzeit weitgehend untersagt. Ausgenommen ist Individualsport auf allen Sportanlagen unter freiem Himmel allein, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Haushalts – soweit keine Nutzung von Umkleiden und anderen Aufenthaltsräumen oder Gemeinschaftseinrichtungen erfolgt. Hingegen ist die Ausübung von Kontaktsport mit Personen eines anderen Haushalts untersagt.

Frei zugängliche Outdoor-Sportanlagen in Frankfurt (Oder):

Alexej-Leonow-Straße (Stadtplatz Süd): „Aktivband“

Anger: Boule

Beckmannstraße: Beachvolleyballplätze, Laufbahn, Reckstangen, Bolzplatz, Tischtennis

Bergstraße (Ecke Beckmannstraße): Trimm-Dich-Parcours

Bergstraße (Schulhof): Bolzplatz (2 Fußballtore, 2 Basketballkörbe), Trampolin, 50m-Laufbahn, Weitsprung, Tischtennis

Clara-Zetkin-Ring: Skateboard-Parcours, Bolzplatz

Cottbuser Straße: Bolzplatz, Basketball, Trimm-Dich-Geräte

Europaplatz: Calisthenics-Parcours

Kaufland-Vorplatz: Skateanlage, Tischtennis

Konrad-Wachsmann-Straße: Kugelstoßen, Sprintstrecke, Weitsprung, Bolzplatz

Lennépark: Tischtennisplatten

Mühlenweg: Skateboard-Parcours

Mühlenweg: Kraftsportbereich, Bolzplatz, Basketball, Sprintstrecke, Weitsprung

Oderpromenade (Höhe Römertreppe): Boule Oderpromenade

Oderpromenade (Höhe Winterhafen): Fitness-Parcours, Bolzplatz, Basketball, Beachvolleyball, Tischtennis

Platz der Begegnung: Fitnessgeräte, Doppelreckstange, Streetball, Tischtennis

Sabinusstraße: Skateboard-Parcours, Streetball, Hockey, Tischtennis

Stadion: Bolzplatz

Stadtwald: Trimm-Dich-Pfad

Universitätsplatz: Tischtennis

Wollenweberstraße: Bank mit Pedalen

Ziegenwerder: Boule, Reckstange

(Quelle: Stadtsportbund)