„Hybritopia“ – so wurden die 32. Theatertage für Kinder und Jugendliche der Stadt Frankfurt bereits vorausschauend genannt. „Wir wussten nicht, inwieweit Präsenzvorführungen überhaupt möglich sein werden und haben auch die letzten beiden Jahre hybrid gearbeitet. Also auf der Bühne, aber auch sehr viel online über Zoom“, sagt Frank Radüg vom Theater Frankfurt in der Sophienstraße 1, das für die Umsetzung der Theatertage verantwortlich ist.
So ganz eindimensional nur auf der Theaterbühne werden auch die diesjährigen Theatertage trotz aller Möglichkeiten nicht sein. So musste die Theatergruppe aus Indien leider absagen, weil sie kein Visum bekommen haben, bedauert Mitorganisatorin Christina Hohmuth. „Die Jugendlichen machen 3000 Jahre altes traditionelles Theater, was wirklich sehenswert ist“. Sie werden aber zumindest über eine Zoomkonferenz zu sehen sein.

Ein Schauspieler wird live aus England zugeschaltet

Insgesamt sind ab Mittwoch (22.06.) mehr als 100 Kinder und Jugendlichen und ihre Betreuer in Frankfurt zu Gast, um aktiv an den Theatertagen teilzunehmen. Zur Eröffnung im Theater Frankfurt haben sich unter anderem Bürgermeister Claus Junghanns und die Bildungsdezernentin Milena Manns angekündigt.
Crearc aus Grenoble zeigt in Frankfurt (Oder) "Die Abenteuer der gestiefelten Katers", ein Stück mit beeinträchtigen Menschen.
Crearc aus Grenoble zeigt in Frankfurt (Oder) „Die Abenteuer der gestiefelten Katers“, ein Stück mit beeinträchtigen Menschen.
© Foto: Theatergruppe Crearc aus Grenoble
Eine Gruppe aus Vilnius ist mit dabei, andere kommen aus Rom, Grenoble und Warschau. Dazu kommen die Frankfurter Jungschauspieler vom Karl-Liebknecht Gymnasium, die Faust auf die Bühne bringen, die AG Theater Frankfurt und die Theatergruppe KleinStadtKrimi. Bei deren Auftritt am Freitag um 19 Uhr wird dann gar ein Schauspieler aus England online zugeschaltet, der einen Scotland Yard Ermittler spielt.
Eine Gruppe der Wichern Diakonie mit beeinträchtigen Schauspielern wird mit den „Drei kleinen Schweinchen“ ebenfalls ein Stück auf die Bühne bringen. Aus Eisenhüttenstadt ist eine Theatergruppe vom Albert-Schweizer-Gymnasium dabei. Weitere Gruppen kommen aus Schwedt und Rostock.

Ergebnisse aus den Workshops werden am Sonntag präsentiert

Jede Gruppe präsentiert ein Stück, das auch ein Film sein kann, welches vor den anderen Teilnehmern der Theatertage gespielt wird, erklärt Christina Hohmuth das Prinzip. Daneben finden Workshops statt, bei denen die Gruppen bunt gemischt werden. Die Ergebnisse aus diesen Workshops werden dann zum Ende der Theatertage am Sonntagvormittag (26.06.) präsentiert. Außerdem stehen Lesungen auf dem Programm sowie Diskussionen und natürlich auch eine Party mit Grillen und Musik. Versorgt werden die jungen Schauspieler zum Mittag im Mikado. Untergebracht sind sie oftmals bei Gastfamilien.

Programm 32. Theatertage für Kinder und Jugendliche der Stadt Frankfurt (Oder)

■ Mittwoch, 18 Uhr: Eröffnung, 18.30 Uhr: „Crystal“ (MuT!Klub/Uckermärkische Bühnen Schwedt)
■ Donnerstag, 9 Uhr: „Sommernachtstraum“ (Gymnasium Eisenhüttenstadt), 16.30 Uhr: Isolation/Film (Gymnasium Eisenhüttenstadt), 20.30 Uhr: „Faust“ (AG Theater Frankfurt/Karl-Liebknecht-Gymnasium Frankfurt)
■ Freitag, 14 Uhr: „Das große Glück im Reisekoffer“ (Theaterlabor Rostock), 14:30 Uhr „Alice im Wunderland“ (AG Theater Frankfurt), 15 Uhr „Drei kleine Schweinchen (Projekt B-Rührung/Theater Frankfurt), 16.30 Uhr: „Das Frausein“ (Rom, Italien), 19 Uhr: „KleinStadtKrimi“ (Frankfurter für Frankfurt/Theater Frankfurt), 21.30 Uhr: „Die Abenteuer eines Warschauer Liebhabers“/Film (Teatr XL Warschau, Polen)
■ Sonnabend, 16 Uhr: „Das gestohlene Tagebuch“ (MTA Vilnius), 17.30 Uhr: „Die Abenteuer vom gestiefelten Kater“/Film (Crearc und APF Grenoble, Frankreich), 19 Uhr: „Dootvakyam“ (Dehli, Indien)
Bei den Verantwortlichen vom Theater Frankfurt steigt unterdessen die Anspannung täglich. Corona ist natürlich immer noch präsent. „Wenn eine Schauspielerin oder ein Schauspieler einer Gruppe deswegen ausfällt, kann unter Umständen das ganze Stück nicht gezeigt werden“, befürchtet Christina Hohmuth.

Vorfreude auf die Auftritte der Gruppen aus Rom und Vilnius

Trotz allem sind die Organisatoren froh, dass die 32. Theatertage überhaupt wieder in Präsenz stattfinden können, Besucher sind zu allen Vorstellungen gern gesehen. „Es wird so sein, dass wir einige Vorstellungen auch live auf Zoom zeigen“, sagt Frank Radüg. „Das wurde schließlich die letzten zwei Jahre wirklich immer praktiziert“, schaut Christina Hohmuth zurück. „Wir haben die ganze Zeit gearbeitet, auch wenn es sehr mühsam ist Theaterproben online zu machen“. Mit echtem Applaus von den Zuschauern ist es dann aber doch schöner. So richtig wollen die Ausrichter der Theatertage niemanden herausheben. „Auf die Gruppe aus Rom freuen wir uns aber schon sehr und auch die aus Vilnius in Litauen sind sehr professionell“, sagen die beiden Organisatoren.