Tiere in Frankfurt (Oder)
: Was es bei der Haltung von Exoten zu beachten gibt

Exotische Tiere leben in Brandenburgs Haushalten zu Tausenden – auch in Frankfurt (Oder). Was es dabei zu beachten gibt und warum Tiere unter dem Weihnachtsbaum nichts zu suchen haben.
Von
Thomas Meiler
Frankfurt (Oder)
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Griechische Landschildkröte: ARCHIV - 03.06.2021, Brandenburg, Kruge: Eine kleine griechische Landschildkröte ist auf der Hand von S. Altvater, Umweltjuristin und Tierschützerin, zu sehen. (zu dpa: «Landschildkröten mutmaßlich aus Garten geklaut») Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Landschildkröten gehören in Brandenburg zu den beliebtesten exotischen Tieren. Doch bei der Anschaffung und Haltung der Tiere ist einiges zu beachten.

Patrick Pleul/dpa
  • Rund 34 Mio. Tiere leben in deutschen Haushalten, darunter viele exotische Arten wie Reptilien und Papageien.
  • In Brandenburg sind 42.000 geschützte Wirbeltiere gemeldet, 30 % davon griechische Landschildkröten.
  • Exotenhaltung erfordert Herkunftsnachweise und oft EU-Vermarktungsgenehmigungen vom Landesamt für Umwelt.
  • Zoohandlungen in Frankfurt (Oder) verkaufen vor Weihnachten keine Nager – Tiere gehören nicht unter den Baum.
  • Viele Tierhalter unterschätzen Kosten und Aufwand – 20 % bereuen laut Umfrage die Anschaffung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Knapp 34 Millionen Tiere leben in Deutschlands Haushalten. Zahlreiche davon sind auch sogenannte Exoten. Reptilien wie Bartagamen, Kornnattern, Landschildkröten oder Geckos gehören genauso dazu wie Papageien oder kleinere Säugetiere wie Chinchillas oder afrikanische Weißbauchigel.

In Brandenburg haben zirka 14.000 Halter rund 42.000 Exemplare von mehr als 600 geschützten, anzeigepflichtigen Wirbeltierarten angemeldet. Das berichtet Thomas Frey vom Landesamt für Umwelt (LfU) in Potsdam.

Vor allem eine Reptilienart steht in der Gunst der Brandenburger ganz oben. „Etwa 30 Prozent aller angemeldeten Tiere sind griechische Landschildkröten“, erzählt Frey.

Die legale Herkunft der exotischen Tiere muss belegt werden

Auch in Frankfurt (Oder) werden exotische Tiere gehalten. Genaue Zahlen gibt es für die Oderstadt allerdings nicht. Erst Mitte November büxten zwei junge Schwarzohrpapageien aus ihrer Voliere im Zentrum aus und sind bis heute nicht von ihrer Besitzerin gefunden worden.

Anders als bei herkömmlichen Haustieren wie Hunde, Katzen oder Meerschweinchen muss man bei der Haltung exotischer Tiere einiges beachten. „Bei der Anmeldung muss für jedes Exemplar die legale Herkunft belegt werden. Dies erfolgt üblicherweise über Herkunftsnachweise“, sagt Thomas Frey.

Zu Weihnachten in Frankfurt (Oder) auf dem Wunschzettel

„Im Falle der Haltung von streng geschützten Arten – wie bestimmter Vogel- oder Amphibienarten – ist eine besondere EU-Vermarktungsgenehmigung, im Volksmund ‚CITES-Bescheinigung‘, erforderlich. Diese wird vom LfU auf Antrag ausgestellt.“

Denn im Gegensatz zu den meisten Kommunen in Deutschland müssen sich Tierhalter mit diesen Anliegen nicht an die Unteren Naturschutzbehörden wenden, sondern direkt an das Landesamt für Umwelt. „Ziel der Regelungen ist es, zu verhindern, dass der Handel mit geschützten Tieren zur Gefährdung von wilden Beständen im ursprünglichen Verbreitungsgebiet von Arten führt“, so Thomas Frey vom LfU.

Der Handel mit Tieren insgesamt ist längst zum Geschäft geworden. Der deutsche Heimtiermarkt erzielte 2024 einen Gesamtumsatz von rund 7 Milliarden Euro. Gerade zu Geburtstagen, aber auch zu festlichen Feiertagen wie Weihnachten, stehen allzu oft Tiere auf der Wunschliste. Dabei weicht die anfängliche Euphorie oft ziemlich schnell der Ernüchterung.

Fehlende Kenntnisse bei der Tierhaltung oft ein Problem

Eine aktuelle Umfrage des Deutschen Tierschutzbundes ergab, dass etwa 20 Prozent der Tierhalter die Anschaffung ihres Haustieres bereuen. Viele Menschen unterschätzen den Zeit- und Kostenaufwand. Gerade vor Weihnachten denkt man bei der Erfüllung von Wünschen zu kurz.

Oft fehlen die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten und den neuen Besitzern wächst die Aufgabe über den Kopf – zum Beispiel, weil der Hund mehrmals täglich Auslauf braucht, das Kaninchen streng riecht, die Katze kratzt oder die Kosten für ein Haustier unterschätzt wurden. Neben laufenden Kosten für das Futter werden auch regelmäßige Tierarztbesuche für Impfungen und Routinekontrollen und gegebenenfalls notwendige Tierschulen teuer.

Verkaufsstopp für Tiere in Frankfurt (Oder)

Bei exotischen Tieren kommt darüber hinaus hinzu, dass oft teure Terrarien gekauft werden müssen. Das gilt für Reptilien wie auch für Insekten. Des Weiteren steht die Anmeldung beim LfU an. Die Anmeldung ist zwar kostenfrei, allerdings können andere Gebühren anfallen, wie Thomas Frey betont. „Für die Ausstellung von EU-Vermarktungsgenehmigungen werden Gebühren von ca. 30 Euro für das erste Exemplar und ca. fünf Euro für jedes zusätzliche Exemplar eines Antrags fällig.“

Damit man gar nicht erst in Versuchung kommt, an Heiligabend Tiere zu verschenken, hat sich beispielsweise die Frankfurter Zoohandlung Fressnapf schon seit Längeren darauf verständigt, in der Vorweihnachtszeit keine Tiere zu verkaufen. „Wir verkaufen ganzjährig Fische und Nager. Ab Mitte Dezember verkaufen wir allerdings keine Nager mehr, da Tiere nicht unter den Weihnachtsbaum gehören“, bestätigt Volker Meinert von der Fressnapf-Filiale im Spitzkrug Multi Center (SMC). Exotische Tiere verkaufe man bei der Zoohandlung in Frankfurt (Oder) sowieso nicht.