Uni in Frankfurt (Oder): Viadrina trennt sich von Elon Musk und verlässt X

Die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) stellt ihren Account auf X, der Social-Media-Plattform von Elon Musk, kalt.
Patrick Pleul/dpa- Die Viadrina Frankfurt (Oder) beendet ihre Aktivität auf Elon Musks Plattform X.
- Grund: Algorithmen fördern rechtspopulistische Inhalte, was der Uni widerspricht.
- Rund 60 deutschsprachige Hochschulen verlassen X aus ähnlichen Gründen.
- Viadrina setzt künftig auf Facebook, Instagram und Bluesky.
- Ob der X-Account gelöscht wird, bleibt offen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wer sich auf dem X-Profil der Viadrina umsieht, liest in der Profilbeschreibung, dass es sich herbei um einen „stillgelegten Kanal“ handelt. Soll heißen: Die Europa-Universität hat ihren X-Account zwar nicht gelöscht, wird aber auch nicht mehr auf der Social-Media-Plattform von Elon Musk aktiv sein.
Damit ist die Viadrina nicht allein. Sie ist nur eine von rund 60 deutschsprachigen Hochschulen und Forschungsinstitutionen, die X – vielen noch als Twitter bekannt – den Rücken kehren.
Laut einer Pressemitteilung der Viadrina begründet Präsident Eduard Mühle diesen Schritt damit, dass die Algorithmen von X gezielt rechtspopulistischen Aussagen mehr Reichweite verschaffen und andere Inhalte bewusst nicht ebenso stark verbreiten. Diese politische Ausrichtung „widerspricht unseren Grundvorstellungen von Wissenschaftlichkeit und demokratischem Diskurs“, so Eduard Mühle.
Account der Viadrina aus Frankfurt (Oder) nur eingefroren
Seit der Übernahme durch Elon Musk steht X immer wieder in der Kritik dafür, rechtspopulistische und rechtsextreme Ansichten überproportional weiterzuverbreiten. Auch Musk selbst bewirbt gelegentlich Tweets, die in die letztgenannte Kategorie fallen oder an deren Grenze liegen. Für Aufsehen sorgte Musk zuletzt durch sein Gespräch mit Alice Weidel (AfD), die darin unter anderem behauptete, Hitler sei „ein kommunistischer, sozialistischer Typ“ gewesen.
In der gemeinsamen Erklärung der deutschsprachigen Hochschulen und Forschungsinstitutionen, die auch die Viadrina unterzeichnet hat, heißt es: „Der Austritt der Institutionen unterstreicht ihren Einsatz für eine faktenbasierte Kommunikation und gegen antidemokratische Kräfte. Die Werte, die Vielfalt, Freiheit und Wissenschaft fördern, sind auf der Plattform nicht mehr gegeben.“
Künftig will die Viadrina neben ihren bisherigen Social-Media-Accounts – etwa auf Facebook und Instagram – auch Bluesky zur Kommunikation nutzen. Bluesky funktioniert ähnlich wie Twitter und wurde von dem Unternehmen noch vor der Übernahme durch Elon Musk ins Leben gerufen. Die lange Zeit nicht öffentlich, sondern nur über Einladungen zugängliche Plattform steht seit knapp einem Jahr allen Nutzern offen.
Ob auf die Einfrierung des X-Accounts der Viadrina auch eine permanente Löschung folgt, geht aus der Meldung indes nicht hervor.


