Uni in Frankfurt (Oder)
: Warum Fake News jetzt ein eigenes Festival bekommen

Was kann man noch glauben? Wie gefährlich ist KI und welchen Nutzen hat sie? Diesen und anderen Fragen geht das erste Fake News-Festival der Viadrina in Frankfurt (Oder) nach. Um was es geht.
Von
Thomas Meiler
Frankfurt (Oder)
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Prof. Dr. Charlotte Köhler (l.) und die Studierende Ira Helten organisieren das Fake News Festival in Frankfurt (Oder). Vorträge und Workshops sind im ganzen Stadtgebiet verteilt. Was de Besucher erwartet.

Professorin Charlotte Köhler (l.) und die Studierende Ira Helten organisieren das Fake News Festival in Frankfurt (Oder). Vorträge und Workshops richten sich nicht an alle Interessierten verteilt. Was Besucher erwartet.

Thomas Meiler
  • Erstes Fake News-Festival in Frankfurt (Oder) vom 18. bis 20. Juni mit rund 50 Programmpunkten.
  • Workshops und Vorträge zu KI und Desinformation finden in Stadtorten und an der Viadrina statt.
  • Ziel ist Medienkompetenz für alle Altersgruppen – viele Angebote auf Deutsch und Englisch.
  • Keynotes: Ramak Molavi Vasse’i am Donnerstag, Romy Jaster am Freitag, Max Fröhlich am Abend.
  • Teilnahme am Programm, Kinoabend am Donnerstag und Party am Freitag ist kostenlos.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Es ist unbestritten: Die Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Welt, in der wir leben. Die Frage stellt sich da ganz klar: Was kann ich noch glauben?“ Professorin Charlotte Köhler von der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) will mit der Studierenden Ira Helten dieser Frage nachgehen.

Vom 18. bis 20. Juni wird es darum an verschiedenen Orten der Stadt Workshops und Vorträge rund um KI und Desinformation – also sogenannte Fake News – geben. „Wir haben ein Programm für jedes Alter auf die Beine gestellt“, blickt Ira Helten voraus. „Wir sind alle mit der KI konfrontiert – vom Experten bis zum Laien. Darum wollen wir das Thema auch für jeden Interessierten vom Jugendlichen bis zu den Senioren zugänglich machen", erklärt sie.

Vorträge und Workshops wird es daher nicht nur an der Viadrina geben. Auch im Rathaus, Kleist-Museum, der Volkshochschule, dem Mikado oder der Stadtbibliothek finden Veranstaltungen statt. „Wir möchten die ganze Bevölkerung ansprechen und hoffen auf große Resonanz“, so Charlotte Köhler. Auch in der Präsenzstelle der Universität in Fürstenwalde wird es einen Workshop geben.

Fake News-Festival in Frankfurt (Oder): Ist KI Risiko oder Segen?

Themen werden unter anderem sein, wie man Fake News erkennt, welche rechtlichen Richtlinien es gibt oder welche Macht von Falschinformationen ausgeht. „Das hört sich im ersten Moment sehr ernst an, aber wir wollen auf dem Festival auch Spaß haben und das Thema ganzheitlich angehen“, sagt Charlotte Köhler.

Die Juniorprofessorin für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Business Analytics, an der Viadrina freut sich auf spannende Vorträge und neue Einblicke. „Die KI ist sicherlich derzeit die beeindruckendste Technologie, die wir haben.“ Trotzdem seien die Risiken groß, meint Köhler. „Das große Problem ist momentan, dass man damit viel Geld verdienen kann.“ Dadurch leide auch in vielen Fällen die Glaubwürdigkeit. Deshalb sei es ihrer Einschätzung nach besonders wichtig, die die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Einsatz Künstlicher Intelligenz zu schärfen.

Dabei ist KI in vielen Gebieten bereits jetzt auch ein Segen – etwa in einigen medizinischen Disziplinen. Die Technologie ermöglicht präzisere Diagnosen, maßgeschneiderte Therapien, beschleunigte Forschung oder die Entlastung des medizinischen Personals von Routineaufgaben.

Kostenlose Teilnahme beim Festival in Frankfurt (Oder)

Weniger eindeutig ist der (gesellschaftliche) Nutzen und weitere Einsatz von KI etwa bei Unternehmen oder in der Wissenschaft. „Viele Unternehmen fragen sich, wie viel ihre Mitarbeiter noch wert sind und ob die KI immer mehr Aufgaben übernimmt. Das Gleiche gilt für die Universitäten: Was ist die Wissensvermittlung noch wert, wenn einem die KI alles präsentieren kann? Das sind spannende Fragen der Zukunft“, so Köhler.

Mit dem Fake News Festival an der Viadrina in Frankfurt (Oder) wollen Köhler und Helten auch die Angst vor Künstlicher Intelligenz nehmen. „Wichtig sind Kompetenzen – wie gehe ich richtig mit der KI und der Information um?“, fragt Ira Helten. „Wir wollen, dass alle in der Stadt und in der Region sicher mit der KI umgehen.“ Dabei können solche Veranstaltungen helfen.

Darum soll es beim Festival auch nicht so ernst zugehen. „Wir bieten coole Veranstaltungen und coole Referenten an den drei Tagen an. Ich denke, da ist für jeden etwas dabei“, meint Charlotte Köhler. Viele Vorträge sind auf Deutsch und auf Englisch.

Die Teilnahme an den Workshops und Vorträgen sowie am Kinoabend am Donnerstag (18. Juni) und an der Party am Freitag (19. Juni) ist kostenlos. Für eine bessere Planung freuen sich die Organisatorinnen über eine Anmeldung auf der Website des Fake News Festivals.

Fake News Festival an der Viadrina in Frankfurt (Oder)

Das Fake News Festival bietet von Donnerstag (18.6.) bis Samstag (20.6.) bietet rund 50 Programmpunkte in deutscher und englischer Sprache, und zwar für alle Altersgruppen und viele Interessen. Drei einflussreiche Experten sind zudem für Keynotes eingeladen.

KI-Forscherin und Anwältin für digitale Rechte Ramak Molavi Vasse’i spricht am Donnerstag, 14 Uhr, über die Regulierung von KI-Fakes. Ihre interdisziplinäre Arbeit widmet sich der Entwicklung nachhaltiger und gemeinwohlorientierter Technologien.

Philosophin Dr. Romy Jaster von der Humboldt-Uni äußert sich am Am Freitag, 15 Uhr, insbesondere zu Desinformation, öffentlichem Diskurs und Streitkultur.

Mathematiker und KI-Influencer Max Fröhlich ist am Freitagabend, ab 20 Uhr, zu Gast. Auf Social Media will er KI entmystifizieren und Wissen teilen.

Bei mehr als 20 Workshops bieten Experten außerdem Denkanstöße und praktische Tipps für den Umgang mit KI und Desinformation. So können Senioren am Freitag, (19.6.), 10 Uhr, an einem Einstiegsworkshop zu KI teilnehmen und Alltagsanwendungen ausprobieren.

Welchen Einfluss die Geschäftsmodelle großer Tech-Konzerne auf die Gesellschaft haben, Am vermittelt der Verein topio e.V. am Samstag, 13 Uhr, und führt außerdem Möglichkeiten freier Open-Source-Anwendungen und -Plattformen vor.

Weitere Informationen gibt es auf der Webseite des Festivals unter www.fakenewsfestival.de