An der Waldorfschule in Frankfurt (Oder) gab es am Sonnabend (12.11.) nach zwei Jahren Unterbrechung wieder einen Martinsbasar. Und es bleibt festzuhalten: Das tradiotionelle, vorweihnachtliche Markttreiben hat nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Hunderte Besucher schlenderten bei traumhaftem Herbstwetter über den Schulhof, auf dem diesmal auch mehrere angemietete Marktbuden aufgebaut waren, sowie das besinnlich geschmückte Schulhaus.
Es war ein Vorgeschmack auf die kommenden Wochen und die erste halbwegs normale Vorweihnachtszeit in der Doppelstadt Frankfurt (Oder) / Slubice seit 2019. Anders als 2020 und 2021 sollen und dürfen diesmal alle traditionellen Weihnachtsmärkte – trotz der nächsten Krise – wieder regulär stattfinden.
Jede Menge los war beim Martinsbasar der Waldorfschule am Sonnabend (12.11.) in Frankfurt (Oder), der einen ersten Vorgeschmack auf die Vorweihnachtszeit bot.
Jede Menge los war beim Martinsbasar der Waldorfschule am Sonnabend (12.11.) in Frankfurt (Oder), der einen ersten Vorgeschmack auf die Vorweihnachtszeit bot.
© Foto: Thomas Gutke

Oderweihnacht auf dem Brunnenplatz in Frankfurt (Oder)

■ Den Auftakt macht die Oderweihnacht auf dem Brunnenplatz. Geöffnet haben wird der Weihnachtsmarkt vom 21. November bis 22. Dezember täglich mindestens von 11 bis 20 Uhr. Verlängerte Öffnungszeiten an Freitagen und Samstagen befinden sich noch in behördlicher Prüfung, wie Robert Reuter vom Stadtmarketing der MuV und Cheforganisator berichtet.
Zahlreiche Gastronomen, Markthändler und Fahrgeschäfte werden vor allem auf dem unteren Teil des Brunnenplatzes zu finden sein. Wie viel genau, vermag Robert Reuter nicht abschließend zu sagen. Denn es könne passieren, dass krisenbedingt noch ein größeres Geschäft absage. „Der Weihnachtsmarkt ist diesmal eine Wunderkiste.“

Händler kämpfen mit Energiekosten und Personalproblemen

Immerhin: Ein ähnliches Drama wie 2021 ist diesmal nicht zu erwarten. Nur zwei Tage, nachdem die Oderweihnacht damals eingezäunt und unter 2G-Bedingungen eröffnete, hatte sie aufgrund von Corona-Bestimmungen auch schon wieder schließen müssen. „Es war der kürzeste Weihnachtsmarkt aller Zeiten. Aber die beiden Tage waren immerhin die am besten besuchten, die wir je auf Weihnachtsmärkten hatten“, blickt Reuter zurück.
Allerdings sorgt die aktuelle Krise ebenfalls für Herausforderungen. „Neben der allgemeinen Unsicherheit aufgrund des Krieges, der Inflation und den gestiegenen Energiepreisen gehört die Personalgewinnung zu den Hauptproblemen“, so Reuter. Die Strompreise hätten sich auch für die Händler und Schausteller inzwischen glatt verdoppelt. Jeder Stand habe seinen eigenen Verbrauchszähler und rechne anschließend individuell ab. Hinzu kämen stark gestiegene Einkaufspreise für die Ware. Wie sich dies am Ende auf die Preise für Glühwein, Bratwurst und Karussellfahrten niederschlagen wird, bleibt abzuwarten.
Allerdings soll es an jedem Mittwoch einen Familientag auf dem Brunnenplatz mit speziellen Angeboten und einigen Vergünstigungen geben, kündigt Robert Reuter an. An zwei Wochenenden (Sonnabend, 26. November, sowie am 17. und 18. Dezember) ist außerdem ein Bühnenprogramm auf dem oberen Brunnenplatz geplant. Details dazu werden noch bekanntgegeben.

Advent bei Wichern und in St. Marien

■ Auch der Adventsmarkt bei Wichern findet wieder statt. Termin für das beliebte vorweihnachtliche Treiben auf dem Innenhof der Wichern Diakonie (Luisenstraße 21-24) ist der erste Adventssonntag, 27. November.
Von 14 bis 19 Uhr gibt es im Schein von Lichterketten und Fackeln Köstlichkeiten wie Crêpes, Glühwein und Punsch, Gegrilltes, Quarkbällchen und Grünkohl. Im Mittelpunkt steht der Verkauf werkstatteigener Produkte (zum Verschenken oder Behalten) im großen Festzelt auf der neu angelegten Festwiese. Neben Holz- und Textilprodukten wird auch Keramik angeboten. Für Kinder gibt es Bastelangebote, Schminkstände, Märchenstunden und Ponyreiten. Außerdem singt ein Chor in der Kapelle. Der Eintritt ist frei.
■ Nicht fehlen darf der Adventsmarkt in St. Marien. Er findet am zweiten und dritten Adventswochenende, 3./4. Dezember und 10./11. Dezember, statt. Geöffnet ist jeweils von 13 bis 19 Uhr. Rund 45 Händler haben zugesagt, berichtet Michael Thieme, der den Markt mit organisiert.
Das besinnliche Markttreiben in der größten Hallenkirche norddeutscher Backsteingotik ist und bleibt etwas ganz Besonderes. Er lockt seit Jahren Tausende Menschen auch aus dem Umland in den mit LEDs stimmungsvoll ausgeleuchteten, sakralen Kirchenbau. Bei Stolle, Kuchen, Süßwaren, (Eier)Punsch, heißem Glühwein oder Weihnachtstee werden nicht nur die Hände gewärmt. Zugleich gibt es beim Bummel durch St. Marien viel Handwerkskunst und mehr zu kaufen.

Verkaufsoffene Sonntage in der Adventszeit in Frankfurt (Oder)

Der Zutritt zur Kirche erfolgt ausschließlich von der Nordseite, das Westportal ist derzeit eingerüstet. Der Eintrittspreis hat sich seit 2001 nicht verändert und beträgt auch diesmal 3 Euro.

Frankfurt (Oder)

■ Weihnachtsmarktstände sind wie in jedem Jahr auch im Spitzkrug Multi Center (SMC) zu finden. Dort wie auch in der Innenstadt von Frankfurt (Oder) gibt es auch zweimal die Gelegenheit, verkaufsoffene Sonntage für die Weihnachtseinkäufe zu nutzen. Sowohl am 4. Dezember als auch am 18. Dezember dürfen dann die Geschäfte von 13 bis 20 Uhr öffnen.

Weihnachtsmarkt in Slubice (Polen) am 16. und 17. Dezember 2022

■ In Słubice, der Nachbarstadt von Frankfurt (Oder), gibt es am 16. und 17. Dezember 2022 (ab 14 Uhr) ebenfalls einen Weihnachtsmarkt. Er findet auf auf dem Plac Bohaterów (Platz der Helden) statt. Auf die Besucher warten an beiden Tagen viele weihnachtliche Attraktionen, darunter musikalische Auftritte lokaler Künstler und das Weihnachtspräludium. Veranstaltet wird der Markt von der Gemeinde Słubice und dem Kulturhaus Smok.