Frankfurt. Ex-Oberbürgermeister Martin Wilke (parteilos) wird sich künftig um Industrieansiedlungen in der Lausitz kümmern. Er steht einem Projektteam der Industrie- und Handelskammer Cottbus (IHK) und der Wirtschaftsregion Lausitz GmbH vor, heißt es in einer Pressemitteilung. Mit dem Kohleausstieg und dem daraus folgenden Strukturwandel braucht die Lausitz neue Ansiedlungen. Wilke, der zu den erfahrensten Wirtschaftsförderern im Land Brandenburg gehört, soll dafür eine systematische Akquise machen. „Dies ist eine interessante Aufgabe mit einer Herausforderung, der ich mich gerne stelle“, betont Wilke.
„Zielgerichtete Unternehmensansiedlungen sind ein Schlüssel dafür, vorhandene Wertschöpfungsketten in der Lausitz zu erhalten und neue aufzubauen“, sagt der Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus, Marcus Tolle. Unter anderem will die  von Wilke geleitete Arbeitsgruppe Daten über  Gewerbeflächen zusammentragen, die Investoren angeboten werden sollen. „Wir ermitteln Stärken und Schwächen der Gebiete und leiten daraus ab, für welche Branchen die Flächen interessant sein könnten“, sagt Maik Bethke von der IHK.
Wilke stand von 1996 bis 2010 an der Spitze des Investor Centers Ostbrandenburg. Danach war er acht Jahre OB von Frankfurt. Auch während seiner Amtszeit brachte er eine Reihe von Ansiedlungen bzw. Bauprojekten auf den Weg. Unter anderem warb Wilke das Logistikunternehmen Alcaro Invest, das kürzlich seine Pläne konkretisierte und mehr als 1000 Arbeitsplätze schaffen will, für den Standort. Das vom Schweizer Unternehmen P.ARC Real Estate und dem Discounter Aldi entwickelte Bauprojekt Slubicer Straße und die Erweiterungsinvestition des japanischen Unternehmens Yamaichi sind eng mit seinem Namen verbunden. Martin Wilke soll dem Vernehmen nach Interesse gezeigt haben, seine langjährigen Erfahrungen und umfangreichen nationalen wie internationalen Netzwerke als Wirtschaftsförderer auch künftig in Frankfurt einzubringen. In Rathauskreisen heißt es, dass sein Nachfolger René Wilke (Linke) ihm jedoch kein ernsthaftes Angebot gemacht haben soll, um ihn als Wirtschaftsförderer am Standort zu halten.