Anschlag in Solingen: Nach Attentat – Mahnwache in Fürstenwalde

Soheil Nagi aus Syrien und Faten Hayajneh im Vereinsraum von Al-Tariq in der Trebuser Straße 60 bei einer Sammlung von Hilfsgütern für das Erdbeben in Syrien und der Türkei. (Archivbild)
Joachim EggersDas Messer-Attentat von Solingen hat viele Menschen berührt - auch in Fürstenwalde. Ein Syrer hat sich zu der Tat, bei der drei Menschen starben, bekannt, die Bundesregierung hat danach einen härteren Kurs gegen Migranten eingeschlagen.
Aufgewühlt von dem Geschehen ist auch ein Syrer, der in Fürstenwalde lebt. Der 39-jährige Soheil Nagi ruft jetzt für Sonnabend zu einer Mahnwache auf, von 18 bis 19 Uhr am Platz am Stern. Der Mann, der nur wenig Deutsch spricht, lässt seine 12-jährige Tochter Masa am Telefon übersetzen und sagt: „Wir sind vor dem Krieg weggegangen und wollen jetzt nicht, dass es hier Krieg gibt. Wir mögen Deutschland, dieses Land hat uns geholfen.“
Syrer verurteilt den Terror
In einem Text, den eine aus Jordanien stammende Frau, Faten Hayajneh, übersetzt hat, heißt es: „Wir verurteilen den abscheulichen Terroranschlag, der stattgefunden hat, und verurteilen ihn auf das Schärfste.“
Im Namen der syrischen Gemeinschaft in Fürstenwalde ruft Soheil Nagi dazu auf, „sich solidarisch mit den Familien der Opfer und dem deutschen Staat, seiner Bevölkerung und seinen Regierungen zu zeigen und den Terroranschlag in Solingen abzulehnen“.
Die Mahnwache am Platz am Stern soll voller Blumen und Kerzen sein. Die Teilnehmer werden gebeten, „keine Staats-, National-, Religions- oder politischen Flaggen außer der deutschen Staatsflagge zu hissen“
Die Polizei bestätigt auf Anfrage, dass der Versammlungsbehörde eine Versammlungsanmeldung für den 07. September in Fürstenwalde vorliegt. „Die Versammlung ist unter dem Motto ‚Keine Gewalt im Namen der Religion‘ durch eine Privatperson angemeldet worden und will damit ein Zeichen als Reaktion auf das Attentat von Solingen setzen“, teilt Roland Kamenz von der Pressestelle der Polizeidirektion Ost mit.


