Die Fachfrau Dinette Schwarz vom Gesundheitsamt des Landkreises und Azubi Marlene Pethke, die am Dienstag das Gewässer turnusmäßig unter die Lupe genommen haben, nahmen Proben für das Labor in Frankfurt. Sie sollen Aufschluss über fäkale Verunreinigungen geben. Zudem wurden  ph-Wert und Temperatur gemessen und protokolliert. "Mit 21,7 Grad ist das Wasser wärmer als die Luft", sagte Dinette Schwarz schmunzelnd. Der lange Steg in Berkenbrück, von dem die Messungen vorgenommen werden, ist Luxus für die Kontrolleure. An anderen Seen müssen die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes auch bei widrigem Wetter ins Wasser waten.
32 Gewässer im Landkreis
Damit Badegäste wissen, ob sie sich bedenkenlos ins Wasser begeben können, werden seit Mai turnusmäßig alle vier Wochen 32 ausgewiesene EU-Badestellen im Landkreis kontrolliert. In der Fürstenwalder Region sind es 25 Anlaufstellen, 16 davon im Bereich Erkner. Auf Antrag von Gemeinden vor Beginn der kommenden Badesaison  können aber auch lokale, gut frequentierte Gewässer wie zum Beispiel in Kolpin oder Kienbaum beprobt werden. Zurzeit läuft der dritte Durchgang. Algenbildung wurde laut Kreisverwaltung an keiner dieser Badestellen festgestellt. Die Ergebnisse werden nächste Woche auf einer Karte im Internet unter www.badestellen.brandenburg.de öffentlich gemacht.
Das Prozedere ist immer das Gleiche: bakteriologische Gewässerprobe, Messung der Sichttiefe, des pH-Wertes und der Wassertemperatur. Das Wasser muss an der Entnahmestelle mindestens einen Meter tief sein. Dann werden aus etwa 30 Zentimetern Tiefe 250 Milliliter geschöpft und in eine sterile Flasche gefüllt, die in einer Kühltasche transportiert wird. Pro Badestelle benötigen die Mitarbeiterinnen des Gesundheitsamtes rund 15 Minuten. Mit 21,7 Grad war die Spree in Berkenbrück rund drei Grad kälter als in Braunsdorf. "Das liegt wohl an der Fließgeschwindigkeit", vermutet Dinette Schwarz.
774957
Auch der Lehrstuhl für Gewässerschutz der BTU Cottbus-Senftenberg mit Sitz in Bad Saarow untersucht regelmäßig die Seenkette, die mit dem Scharmützelsee verbunden ist. Dazu gehören Tiefer See, Springsee, Glubigsee, Storkower See, Wolziger See und Langer See. Dabei legen die Experten besonderes Augenmerk auf Planton-Biomasse und Sichttiefe.  Auch Pflanzennährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Silizium, die einen direkten Einfluss auf Algenwachstum haben, interessieren die Forscher.
Der Scharmützelsee hat nach ihren Messungen eine Sichttiefe von bis zu fünf  Metern. Der Tiefe See bei Beeskow ist noch klarer und schafft es sogar bis auf zehn Meter Sichttiefe. Bisher war die Wasserqualität gut. "Es könnte aber umschlagen. Vereinzelnd wurden schon Algen gesichtet", sagt Dr. Jacqueline Rücker vom Lehrstuhl für Gewässerschutz. Durch ansteigende Wassertemperaturen steige auch der Nährstoffgehalt. Zudem ist die Fischbrut geschlüpft und frisst die Wasserflöhe auf, die für Klarheit im See sorgen.
Im Scharmützelsee treten hin und wieder wattige Flatschen, die vom Wind zusammengetrieben werden, auf.  "Diese Algen sehen unästhetisch aus, sind aber ungefährlich", erläutert Rücker. Bei schmierigen, blaugrünen Filmen ist Vorsicht geboten. Hier könnte es sich um gesundheitsschädliche Blaualgen handeln. Als Faustregel für Badefans gilt: Wenn man beim Reingehen seine Füße nicht mehr sieht, ist etwas mit dem Wasser nicht in Ordnung.