Bahn in Berlin und Brandenburg
: Fahrplanwechsel – Ausfälle, neue Ticket-Preise und Linien

Zum Fahrplanwechsel im Winter 2023 kündigt der VBB Änderungen an. Baustellen auf S-Bahn-Linien, Ausfälle, eine neue Bus-Linie, teurere Tickets und gute Nachrichten für den RE1 gehören dazu.
Von
Manja Wilde
Frankfurt (Oder)
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Zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2023 müssen sich Kunden von Bus und Bahn in Berlin und Brandenburg auf einige Ausfälle durch Bauarbeiten einstellen - vor allem bei der S-Bahn.

Paul Zinken/dpa

Dass Pendler in Berlin und Brandenburg durch ein „tiefes Tal“ müssen, bevor der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) reibungslos rollt, hatte VBB-Geschäftsführerin Ute Bonde schon im Oktober im Gespräch mit diesem Nachrichtenportal eingeräumt. Bauarbeiten und der Ausbau von Strecken sind die Gründe. Zum europaweiten Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2023 werden die Änderungen in Strecken, Halten und Taktung sichtbar.

Verbesserungen für Fahrgäste soll es auch geben, durch die Eröffnung von zwei neuen Bahnsteigen in Potsdam Pirschheide, bessere Fahrradmitnahme im RE1 und einen neuen PlusBus in Oberhavel, kündigt der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) am Mittwoch (15. November) in einer Pressemitteilung an. Ein Überblick.

Umbau beim RE1 für bessere Mitnahme von Fahrrädern

Im November hat die Odeg begonnen, in ihren Zügen für den RE1 die Fahrradabteile in Endwagen umzubauen. Bisher waren dort Klappsitze durch Spanngurte verschlossen. Dies führte dazu, dass Konflikte zwischen anlehnenden oder stehenden Fahrgästen ohne Fahrrad und mit Fahrrad entstanden. Nun werden Fahrradbügel eingebaut, die einerseits eine höhere Standsicherheit für Fahrräder gewährleisten als auch deutlicher herausstellen, für welche Nutzergruppen dieser Mehrzweckbereich bestimmt ist. „Der Umbau der Flotte wird im Frühjahr 2024 abgeschlossen sein“, heißt es in der Mitteilung.

Das ist ein Punkt, der bei vielen Pendlern auf Wohlwollen stoßen dürfte. Denn in der großen Online-Umfrage „Mobilitätskompass“, die die Märkische Oderzeitung und die Lausitzer Rundschau mit in Auftrag gaben, gehörte die Fahrradmitnahme zu den großen Kritikpunkten. 60 Prozent der Befragten bewerteten die Möglichkeiten als schlecht oder eher schlecht.

Änderungen bei der Bahn in Brandenburg im Überblick

Regionalverkehr Potsdam: Pirschheide ist wieder als Umsteigebahnhof nutzbar. Im Dezember 2023 geht der neu errichtete Halt Potsdam Pirschheide am Berliner Außenring in Betrieb. Dort halten ab 10. Dezember neben den Zügen der Linie RB33 neu die Züge der Linie RB22.

Königs Wusterhausen: Der VBB kündigt eine schnellere Verbindung zwischen der Landeshauptstadt in Richtung Flughafen BER und Königs Wusterhausen an. So soll es einen Stundentakt auch am Wochenende bei den Linien RB33 und RB37 sowie eine bessere Verteilung der Züge zwischen Michendorf und Berlin-Wannsee geben. Bei den Linien RB33 (Potsdam – Beelitz Stadt – Jüterbog) und RB37 (Berlin-Wannsee – Beelitz Stadt) werde das Angebot an Wochenenden damit etwa verdoppelt.

Ausbau des Verkehrs nach Polen & Kulturzug: Seit 11. Juni 2023 fahren an Wochenenden und polnischen Feiertagen zwei von insgesamt fünf Zugpaaren der Linie RB92 von Zielona Góra Główna über Guben bis nach Cottbus. Ab dem Fahrplanwechsel halten diese Züge auch in Cottbus-Sandow und somit in der Nähe des Cottbuser Zoos. Zudem wird bei der Linie RB93 montags bis freitags ein zusätzliches, fünftes Zugpaar eingesetzt und darüber hinaus werden alle Fahrten von Żagań über Forst hinaus bis nach Cottbus verlängert.

Neu ist auch, dass ab 1. Januar 2024 der durchgehende Tarif zwischen dem VBB-Gebiet und Polen (VBB-Tarif Teil E) um den Korridor Berlin – Cottbus – Forst (Lausitz) – Zasieki – Tuplice – Lipinki Łużyckie – Sieniawa Żarska –Żary – Żagań erweitert wird.

Der Kulturzug/Pociąg do Kultury fährt noch bis 1. Januar 2024 und startet nach der Winterpause in die neue Saison. Er fährt freitags hin und zurück, samstags hin und sonntags aus Breslau (Wrocław) zurück und bietet den Fahrgästen ein spannendes und zweisprachiges Kulturprogramm an Bord sowie ein Cateringangebot ab Węgliniec.

Änderungen bei der Berliner S-Bahn

Linie S1: Die Kapazität wird durch den zusätzlichen Einsatz von Acht-Wagen-Zügen anstelle Sechs-Wagen-Zügen verstärkt.

Linie S1 und S5: Die Verstärkerzüge während der Hauptverkehrszeiten morgens und nachmittags werden auf einen 10-Minuten-Takt verdichtet und bilden mit den weiteren eingesetzten Zügen zwischen Zehlendorf und Potsdamer Platz (S1) bzw. Mahlsdorf und Warschauer Straße (S5) einen 5-Minuten-Takt.

Linie S3: Stündlich werden drei Züge, die bisher in Ostbahnhof enden, während der Hauptverkehrszeiten (5.30 Uhr bis 9.30 Uhr und 14 Uhr bis 20 Uhr) bis Charlottenburg verlängert und verbessern somit das Verkehrsangebot.

Linie S15: Die zum Fahrplanwechsel geplante Betriebsaufnahme zur Anbindung des Hauptbahnhofes an den Nordring bis Gesundbrunnen musste aufgrund der nicht fertiggestellten Infrastruktur auf einen noch offenen Termin im Jahr 2024 verschoben werden.

Größere Baumaßnahmen bei Bahn und S-Bahn

RE1 und RB24: Auf größere Einschränkungen müssen sich die Fahrgäste der Linie RE1 im Bereich Köpenick sowie die Fahrgäste der RB24 im Bereich Zossen und weiterhin zwischen Berlin und Bernau einstellen.

Sperrungen im S-Bahn-Netz 2024:

● Nord-Süd-Tunnel (S1, S2, S25, S26, im Januar und Februar)

● Berliner Stadtbahn (S3, S5, S7, S9, im Sommer nach der UEFA-Fußball-Europameisterschaft)

● S1 im Norden (knapp drei Monate im Frühjahr)

● mehrmals der Bereich Schöneweide / Adlershof (S45, S46, S47, S8, S85, S9)

● S2 im Süden (Osterferien)

● S5 zwischen Mahlsdorf und Hoppegarten (Osterferien)

● Gesundbrunnen, Bornholmer Straße und Schönhauser Allee (Herbstferien und anschließende Woche). Neben den Nord-Süd-Linien S1, S2, S25, S26, S8 und S85 betrifft dies auch die Ringbahn. ● Die Arbeiten für die Erneuerung der Stationen Ostbahnhof (Hallendachsanierung), Köpenick und Gehrenseestraße laufen weiter und führen zeitweise zu Beeinträchtigungen.

Neuer PlusBus

Die neue Linie 825 fährt unter dem Namen PlusBus Oberhavel-Barnim von Oranienburg über Wandlitz nach Bernau und stellt somit seit langem wieder eine direkte ÖPNV-Verbindung zwischen beiden Mittelzentren dar. Betrieben wird sie von den beteiligten regionalen Verkehrsunternehmen OVG und BBG.

Neue Fahrpreise im VBB

Auf Grundlage des VBB-Tarifindex steigen die Fahrpreise zum 1. Januar 2024 um durchschnittlich rund 6,7 Prozent. So wird der Einzelfahrausweis Berlin AB dann statt 3,20 Euro (ermäßigt 2,00 Euro), dann 3,50 Euro (2,20 Euro) kosten. Der Einzelfahrausweis für die Zonen ABC steigt von 4,00 Euro (2,90) auf 4,40 Euro (3,20). In Cottbus und Frankfurt (Oder) klettern die Einzelfahrausweise AB von 2,10 Euro (1,50) auf 2,30 Euro (1,60). Und für die Zonen ABC steigen die Preise für diesen Fahrschein in diesen beiden Städten von 3,10 Euro (2,30) auf 3,40 Euro (2,50).

Hintergrund seien die hohen Kosten für Kraftstoffe, Personal und Investitionen. Weiterhin hat der VBB-Aufsichtsrat beschlossen, dass auf Antrag des Landes Berlin das Berlin-Ticket für 29 Euro im ersten Halbjahr 2024 eingeführt wird. Alle neuen Tarife auf: https://www.vbb.de/tickets/

Mobilitätskompass in Brandenburg 2023

7991 Menschen aus Brandenburg und Sachsen haben an der großen Online-Umfrage von MOZ und LR teilgenommen.

Bei den meisten Bewertungsfragen gab es fünf Antwort-Kategorien zwischen den Polen 1 (sehr gut) und 5 (sehr schlecht).

Ab Oktober werden die Ergebnisse veröffentlicht und ausgewertet. Damit wollen und können wir noch gezielter auf Probleme oder positive Entwicklungen in unserer Heimat eingehen.

Der Mobilitätskompass ist nach dem Familienkompass die zweite große Online-Umfrage, an der sich MOZ und LR beteiligt haben.

Pendeln

Warum kommt die Bahn zu spät? Was bringt ein Tempolimit auf der Autobahn? Und wie sieht die perfekte Innenstadt für Radfahrer und Fußgänger aus? Wir berichten über Mobilität in unserer Region - und darüber hinaus.