Bezahlkomfort
: Kontaktlos an der Kasse

Bargeld kommt langsam aus der Mode. Dem Trend folgend, bieten auch immer mehr Händler in Fürstenwalde die Zahlung per Karte oder Smartphone an.
Von
Annemarie Diehr
Fürstenwalde
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Karte ran und fertig: Lisa Tydecks bezahlt Apfel und Shampoo im Nahkauf im Rathauscenter kontaktlos, also durch das Auflegen einer Bankkarte mit sogenanntem NFC-Chip. Kassiererin Ivonne Gesk muss nichts weiter tun, als die Transaktion abzuwarten.

Annemarie Diehr

Den Einkauf per Smartphone bezahlen, das ist zumindest in Fürstenwalder Supermärkten inzwischen möglich. Andere Händler werden gerade erst mit Kartenlesegeräten ausgestattet. Irgendwann werde man sich auf eine Bezahlform festlegen müssen, heißt es vom Handelsverband Berlin–Brandenburg.

Ebenso häufig wie Hundert–euroscheine auf dem Tresen vor Tim Patze landen, steckt der Filialleiter der Radprofis am Bahnhof Bankkarten in ein Lesegerät.  Bar– und Kartenzahler halten sich die Waage, sagt er. Seit neuestem kann er sein Kartenlesegerät sogar mit zum Kunden nehmen, wenn er dem sein Fahrrad liefert. „Das funktioniert überall, solange es Mobilfunkempfang gibt.“ Alle Karten, außer American Express, akzeptiere das mobile Gerät. „Wahrscheinlich funktioniert es sogar mit dem Smartphone.“ Genau wisse er das nicht, sagt Patze. Schließlich hätten bisher kein Kunde danach gefragt.

Obst, Brot und Kaffee mit dem Smartphone zu bezahlen, ist bei den großen Supermarkt–Filialen bereits möglich. Kunden müssten dafür eine sogenannte Wallet–App installieren, zum Beispiel „Google Pay“ oder „Apple Pay“ in der ihre Kreditkartendaten hinterlegt sind, teilt Lidl–Sprecherin Isabel Lehmann mit. Einfach das Handy ans Kartenlesegerät halten und fertig — das sei auch bei Aldi Nord seit kurzem möglich, teilt das Unternehmen mit.

Bei Nahkauf im Rathauscenter ist die Vorrichtung zum Bezahlen per Smartphone zwar vorhanden, aber noch nicht aktiviert, sagt Filialleiterin Annett Tydecks. Das kontaktlose Zahlen, bei dem die Bankkarte lediglich über das Display des Lesegeräts gehalten wird, nutzen vor allem jüngere Kunden. „Manche sind erstaunt, dass bei kleineren Beträgen nicht mal eine PIN erforderlich ist“, sagt sie. Je nach Bank entfällt dieser Sicherheitsmechanismus bei Einkäufen bis zu 25 Euro.

Immer wieder kämen Kunden, um diese Kartenfunktion zu deaktivieren, sagt eine Mitarbeiterin der Volks– und Raiffeisenbank in Fürstenwalde. Am Geldautomaten hätten Kunden die Möglichkeit, das auch selbst zu tun.

Ob bar, via Smartphone oder Karte, kontaktlos oder nicht — der Verwaltungsaufwand, den die jeweiligen Bezahlformen für Unternehmer mit sich bringen, müsse verringert werden, sagt Christine Minkley, die im Handelsverband für die Region Ostbrandenburg verantwortlich ist. „Irgendwann werden wir uns auf eine Bezahlform verständigen müssen“, meint sie. Den Smartphones gehöre die Zukunft erst, wenn eine vollständige Netzabdeckung gewährleistet sei. „Solange es passieren kann, dass die Verbindung während des Bezahlvorgangs abbricht, gehen Kunden und Unternehmen lieber kein Risiko ein“, sagt Christine Minkley. Auch in Sachen Datensicherheit sei noch einiges zu prüfen.

Selbst das belegte Brötchen für drei Euro wollen Kunden mittlerweile mit Karte zahlen, sagt Marie–Luise Pfahl, Filialleiterin der Bäckereikette Steinecke in der Fürstengalerie. Im Laufe des Jahres würden dort die technischen Voraussetzungen für das bargeldlose Zahlen geschaffen, sagt eine Sprecherin. Auch die Bäckerei Dreißig rüstet im Laufe des Jahres nach. Bisher, sagt IT–Mitarbeiter Marcel Guttschau, ist kontaktloses Zahlen nur in Filialen mit integriertem Café möglich.