Bildung: Smartphones dienen Schülern als Lernhilfe
Was Autor Theodor Fontane mit Fürstenwalde und Umgebung zu tun hatte, versuchte der 17–jährige Elmar Hartmann darzustellen — mithilfe einer App. Beide Schüler haben eine lokale Geocaching–Tour für die Whereigo–App programmiert und dafür in dieser Woche 100 und 200 Euro Preisgeld erhalten. 400 Euro gingen an den 16–jährigen Felix Maximilian Kallnischkies für seine dreisprachige Tour über Reifenwerk–Gründer Siegfried Hirschmann. Insgesamt 1900 Euro kamen für das Projekt von der Stadt.
„Die Schüler haben mit dem Smartphone etwas Sinnvolles realisiert“, lobt Informatik– und Elektrotechniklehrer Ingolf Pötsch. Er setzt Handys zum Beispiel in seinem Seminarkurs Robotino ein, um Roboter zu steuern. Außerdem können seine Schüler Elektronikbauteile zum Beispiel auf Shoppingseiten recherchieren — diese sind auf den Schul–PCs nämlich gesperrt.
Prinzipiell haben die Handys laut Schulordnung des OSZ aber ausgeschaltet oder lautlos in der Tasche zu sein, erklärt Sabine Brösicke, Abteilungsleiterin Berufliches Gymnasium. Dass das Handy für den Unterricht genutzt wird, sei eher selten. „Wir haben in ausreichender Anzahl Computer–Kabinette und in jedem Raum einen PC“, sagt sie.
Laut Hausordnung des Geschwister–Scholl–Gymnasiums sind Handys während des Unterrichts untersagt, informiert Schulleiterin Sabine Jentzsch. In manchen Fächern recherchieren die Schüler aber auch dort mithilfe des Smartphones — das entscheide der Lehrer. Was sie für besonders wichtig hält, ist der Umgang mit sozialen Medien. Deshalb findet für die siebten Klassen im Januar ein Digicamp zur Handy– und Social–Media–Nutzung statt.
Als Weihnachtsgeschenk seien Smartphones in Ordnung. "Dem kann man sich sowieso nicht mehr entziehen“, so Jentzsch. Aber Eltern sollten mehr hingucken und ihre Kinder beim Umgang mit Twitter oder Facebook einweisen und wissen, wo sie sich anmelden. Das Mindestalter für Instagram liege bei 13 Jahren. „Das heißt, die Eltern sind verantwortlich“, sagt Jentzsch. Für die 7. Klasse sei ein internetfähiges Handy schon geeignet. „Zu Hause muss man regeln, ab wann Social Media erlaubt ist.“
Schutz vor Cybermobbing
An der Gerhard–Goßmann– und Sonnengrundschule ist das Handy ab und zu im Unterricht erlaubt, etwa in Mathe oder wenn in Physik die Geschwindigkeit mit einer Stoppuhr gemessen wird. Sonst hat es dort aber nichts verloren. Die Schulordnung der Goßmann–Schule besagt: Es muss lautlos im Schulranzen sein.
An der Sonnengrundschule müssen Kinder ihr Handy vor Betreten des Schulgeländes ausschalten, erzählt Schulleiterin Christine Wendt. Selbst in Pausen ist das Abspielen von Videos und Fotografieren nicht erlaubt. Das solle vor allem verhindern, dass Cybermobbing, das außerhalb der Schule beginne, auf dem Schulhof weitergeht oder gar in handfeste Zankerei ausartet.
Auch Sabine Jentzsch bedauert, wenn Konflikte im Chat ausgetragen werden statt im direkten Gespräch. Da brauche es gute Vorbilder. So könnten Eltern und Großeltern an den Feiertagen ja selbst die Handys einmal ausgeschaltet lassen.

