Brücken und Schleuse
: Dreifach-Baustelle entlang der Bundesstraße

Arbeiten an Bahnstrecke, Schleuse und Wehr in Wendisch Rietz. Ärger um Protest-Schilder von Anwohnern.
Von
Bernhard Schwiete
Wendisch Rietz
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Warten auf den Bagger: Arbeiter von Firmen aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern an der neuen kleinen Brücke an der Bahnstrecke von Wendisch Rietz in Richtung Lindenberg. Im Hintergrund ist der Scharmützelsee zu sehen.

Bernhard Schwiete

Für die Schleusenkammer, durch die Wassersportler künftig wieder vom Scharmützelsee auf die idyllische, für Motorboote gesperrte Glubigseenkette gelangen können, ist der neue Beton bereits fertig. Die Tore befinden sich hingegen noch in der Aufarbeitung, wie Scharmützelsee-Bauamtsleiterin Simone Tannhäuser zuletzt in der Gemeindevertretung mitteilte. Wenige Meter östlich davon haben diese Woche Rammarbeiten für ein neues Wehr stattgefunden.

Dagegen gibt es Proteste von Anwohnern. Die Eigentümer der unmittelbar angrenzenden neuen Mühle haben auf ihrem Privatgrundstück große Schilder aufgestellt, auf denen sie schwere Vorwürfe gegen Bürgermeister Siegward Wiesner erheben. Unter anderem schreiben sie, der Bau des neuen Wehres sei unnötig, weil das alte noch funktionsfähig sei. Es werde „Natur zerstört, Steuergelder und Fördermittel verschwendet“, ist auf einer der beiden großen Tafeln, die von der Bundesstraße aus sichtbar sind, zu lesen.

Wiesner weist diese Vorwürfe zurück. Das neue Wehr sei eine Auflage des Landesamtes für Umwelt gewesen, damit die Schleuse saniert werden kann. Erst daraufhin habe der Landkreis Oder-Spree eine Baugenehmigung erteilt. Die Gemeinde als Betreiberin der Schleuse müsse über das Wehr künftig die Wasserstände regulieren, so der Bürgermeister. Wegen der Aussagen auf den Schildern überlege er, Strafanzeige zu erstatten. Am Freitag ruhten die Bauarbeiten an der Schleuse, am Wehr fanden nur Kleinarbeiten statt. Wann die Schleuse in Betrieb gehen kann, ist noch offen. „Wenn sie fertig ist“, antwortete Wiesner auf die entsprechende Frage am Freitag nur.

Deutlich mehr los war auf der anderen Seite der Bundesstraße, direkt am Ufer des Scharmützelsees. Die Deutsche Bahn lässt dort auf der Regionalbahn-Linie 36 eine kleine Brücke erneuern. Die Beton-Konstruktion in Fertigteilbauweise ist mittlerweile eingebaut, am Freitagnachmittag begannen Mitarbeiter der beauftragten Firma aus Schleswig-Holstein, das Gleis wieder neu zu errichten. Wegen eines Defekts an einem Bagger kam es dabei zu kleinen Verzögerungen. „Insgesamt sind wir unserem Zeitplan aber sogar etwas voraus“, sagte Hartmut Schreiter, Projektverantwortlicher der Deutschen Bahn. Auf der Brücke überquert die Bahn einen kleinen Durchlass zu einer alten Holzablage. Die Vorgängerkonstruktion sei in einem schlechten baulichen Zustand gewesen, so Schreiter. Mit dem Neubau könnten die Bahnen an der Stelle künftig mit 80 Stundenkilometern unterwegs sein. Bisher seien nur 60 km/h erlaubt gewesen. Außerdem sei die neue Brücke etwas breiter als die alte. „Für Außenstehende ist das marginal, aber für uns erhöht sich dadurch die Betriebssicherheit.“

Spree

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Bereits vor drei Jahren waren in unmittelbarer Nähe zwei Brücken der Bahnstrecke neu gebaut worden. Wie es von der Pressestelle der Deutschen Bahn hieß, gehören die Maßnahmen zum Modernisierungsprogramm „875 Brücken“ von Bund und Bahn.

Nächstes Wochenende sollen die Arbeiten bis auf kleine Reste weitestgehend abgeschlossen sein. Noch bis Sonntag, 10. März, werden die Wagen der Regionalbahn-Linie 36 zwischen den Bahnhöfen Storkow und Beeskow durch Busse ersetzt. Dadurch verlängert sich teilweise die Fahrtdauer: Längere Wartezeiten von annähernd einer Stunde entstehen für Fahrgäste, die aus Richtung Frankfurt (Oder) kommen und in Beeskow in den Ersatzbus Richtung Storkow umsteigen wollen. Fahrräder können in den Bussen nur sehr eingeschränkt mitgenommen werden.

Betrieben wird die Linie von der Niederbarnimer Eisenbahn. Die Bauarbeiten liegen aber in Händen der Deutschen Bahn, der die Strecke gehört.